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Veröffentlicht: 10.06.2017, 19:16 Uhr

Simeonis Wochenschau Klare Worte und harte Schläge

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat mit seinen Äußerungen zur WM 2022 in Qatar Kante gezeigt. Ein unabhängiges Tribunal dagegen nicht. Sie sperrten einen Reiter lediglich vier Monate, nachdem er sein Pferd zu Tode peitschte.

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© dpa Der deutsche Fußballpräsident Reinhard Grindel hat Mut bewiesen und sich ungewöhnlich deutlich zum Thema Fußball-WM 2022 in Qatar geäußert.

Chapeau: Uuuh, ist das schwer! Oje, tut das weh! Einen Fußballfunktionär zu loben kostet Überwindung. Auch in diesem Fall packt uns schon vorab ein Schwindel: Könnte ja sein, dass wir nicht das ganze Bild sehen, einen Fußballfunktionär womöglich auch noch irrtümlich loben und es im Nachhinein bereuen müssen. Aber sei’s drum. Selbst wenn er wirklich Helene-Fischer-Fan sein sollte.

Chapeau © F.A.Z. Vergrößern Chapeau – wir ziehen den Hut!

Evi Simeoni Folgen:

Geben wir uns einen Ruck: Der deutsche Fußballpräsident Reinhard Grindel hat Mut bewiesen und sich ungewöhnlich deutlich zum Thema Fußball-WM 2022 in Qatar geäußert. Ganz anders als sein Vorgänger Wolfgang Niersbach, dessen einziges Lebenszeichen als Funktionär es war, fast unhörbar mit den Wölfen zu heulen. Grindels Aussage, dass große Turniere im Prinzip nicht in Länder gehören, die aktiv Terrorismus unterstützen, hat diese Woche auch im Ausland Schlagzeilen gemacht. Und nun, DFB-Präsident, wenn Sie schon am Kantezeigen sind, können Sie doch zu Hause gleich weitermachen. Da hätten Sie immer noch die Umstände der WM-Vergabe 2006 an Deutschland zu klären.

Attaque © F.A.Z. Vergrößern Attaque – hier wird angegriffen!

Attaque: Ja, das war eine harte Nachrichtenwoche für uns alle, auch im Sport. Vor ein paar Tagen kam dann auch noch ein Verfahren gegen einen Springreiter hinzu, das schaudern macht. Im Oktober vergangenen Jahres prügelte ein Ire namens Kevin Thornton sein völlig erschöpftes Pferd im Training minutenlang grausam mit der Peitsche, um es zum Weitergaloppieren zu zwingen. Als er endlich abstieg, fing es an zu zittern und fiel tot um. Die Proteste eines Stewards hatte er ignoriert. Thornton tat dies in einer feinen Gegend, an der französischen Riviera, auf der Rennbahn von Cagnes-sur-Mer, und es gab acht Augenzeugen.

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Tags zuvor hatte sich der Schimmel im Parcours widersetzt, nun sollte wohl sein Willen gebrochen werden, und das geschah allzu gründlich. Ein unabhängiges Tribunal, das vom Weltverband angerufen worden war, sperrte den Tierquäler lediglich für vier Monate. Ein Tierarzt hatte die Autopsie-Ergebnisse zerpflückt. Im Oktober darf der Mann wieder starten. Was, so fragen wir dieses Gericht, muss ein Reiter eigentlich machen, damit er lebenslang gesperrt wird?

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