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Deutsches Team Springreiter Beerbaum deutscher Fahnenträger

11.08.2004 ·  Der viermalige Olympiasieger Ludger Beerbaum wird am Freitagabend bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele die deutsche Fahne tragen. „Das ist absolut etwas ganz Besonderes“, sagte der Springreiter.

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Der entscheidende Anruf kam am Mittag: Ludger Beerbaum wird die deutsche Mannschaft bei der Eröffnungsfeier der 28. Olympischen Spiele (Olympia-Sonderseiten ) am Freitag in Athen anführen. „Ich freue mich riesig. Das ist absolut etwas ganz Besonderes“, reagierte der 40 Jahre alte Springreiter aus Riesenbeck auf die Nachricht von seiner Nominierung durch die Delegationsleitung am Mittwoch in Athen. Der viermalige Goldmedaillengewinner reiht sich ein in die Liste von Athleten, denen diese große Ehre bereits zuteil wurde.

„Das sind Ludger Beerbaums fünfte Olympische Spiele und er hat bereits vier Mal Gold gewonnen. Er ist schon immer ein exzellenter Athlet gewesen“, begründete Klaus Steinbach, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) und Chef de Mission, das einstimmige Votum für den Routinier. Beerbaum hatte seine Anreise ursprünglich erst für den 17. August geplant, doch die einmalige Chance wollte er sich nicht entgehen lassen. „Ich wäre die letzten Kilometer auch zu Fuß gegangen. Das wird schließlich nicht jedem zu Teil“, meinte Beerbaum begeistert. Nach seinem Kurztrip kehrt er am Samstag in die Heimat zurück.

Gold Nummer fünf und sechs sind möglich

Für den Reiter ist es die vorläufige Krönung seiner beispiellosen olympischen Karriere. Vier Starts, vier Goldmedaillen - bei den Spielen von 1988 bis 2000 immer eine. Der Einmarsch soll aber nur der Beginn einer erfolgreichen Olympia-Dienstreise sein. Denn wenn es gut läuft,
kommt ein fünftes Goldstück hinzu. Oder sogar ein sechstes. Der seit Jahren erfolgreichste Springreiter der Welt gehört sowohl im Einzel als auch mit der Mannschaft zum engsten Favoritenkreis. „Es kann aber auch furchtbar in die Hose gehen“, warnte Beerbaum vor zu hohen Erwartungen.

„Beim Reiten gehört auch immer viel Glück dazu“, sagte Beerbaum. Er weiß, wovon er spricht. So erlebte er vor vier Jahren beim Mannschaftsspringen „einen meiner schwärzesten Tage“ und lieferte in beiden Umläufen das Streichergebnis. Die drei Kollegen sicherten ihm aber das Gold.

Nicht alle Deutsche bei Eröffnungsfeier

Die Stunden vor dem entscheidenden Anruf waren dem Westfalen wie eine Ewigkeit vorgekommen. „Die Anfrage und die möglichen Flugzeiten waren schon da, aber noch keine endgültige Zusage“, berichtete der achtmalige deutsche Meister erleichtert.

An dem Spektakel zur Eröffnung werden wie üblich nicht alle deutsche Sportler teilnehmen. Einige reisen erst später an, andere wollen eine Unterbrechung ihrer Wettkampfvorbereitung vermeiden. „Wir lassen das jedem einzelnen offen“, sagte der deutsche Team-Sprecher Peter Schmitt. Die Prozedur für die Sportler wird sich über acht Stunden hinziehen, da diese lange vor Beginn der Feier das Athletendorf verlassen müssen.

Vor vier Jahren in Sydney hatte Kanutin Birgit Fischer die Fahne getragen. Die inzwischen siebenmalige Olympiasiegerin zählt auch in diesem Jahr zu den großen Medaillenhoffnungen des deutschen Teams. „Sie ist in vielerlei Hinsicht ein Jahrhunderttalent und wird die deutsche Mannschaft stärken“, sagte Steinbach. Erster Fahnenträger des gesamtdeutschen Teams nach dem Mauerfall war 1992 in Barcelona der Ruderer Manfred Klein. 1996 in Atlanta ging der Fechter Arnd Schmitt im Olympiastadion vorneweg.

Deutsche Fahnenträger bei Olympischen Sommerspielen

1908: Wilhelm Kaufmann (Turnen)
1912: Karl Halt (Leichtathletik)
1928: Ernst Paulus (Leichtathletik)
1932: Georg Gehring (Ringen)
1936: Hans Fritsch (Leichtathletik)
1952: Friedel Schirmer (Leichtathletik) - Bundesrepublik
Toni Bröder (Funktionär) - Saarland
1956: Karl-Friedrich Haas (Leichtathletik)
Fritz Thiedemann (Reiterspiele/Stockholm)
1964: Ingrid Engel-Krämer (Wasserspringen)
1968: Wilfried Dietrich (Ringen) - Bundesrepublik
Karin Balzer (Leichtathletik) - DDR
1972: Detlef Lewe (Kanu) - Bundesrepublik
Manfred Wolke (Boxen) - DDR
1976: Hans-Günter Winkler (Reiten) - Bundesrepublik
Hans Reimann (Leichtathletik) - DDR
1980: Kristina Richter (Handball) - DDR
1984: Wilhelm Kuhweide (Segeln) - Bundesrepublik
1988: Reiner Klimke (Reiten) - Bundesrepublik
Ulf Timmermann (Leichtathletik) - DDR
1992: Manfred Klein (Rudern)
1996: Arnd Schmitt (Fechten)
2000: Birgit Fischer (Kanu)
2004: Ludger Beerbaum (Reiten)

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
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