http://www.faz.net/-gtl-9d5to

Georg Behlau : Der DFB lässt ermitteln

Mittlerweile das geringere Problem von Georg Behlau: Der Leiter des Büros der deutschen Nationalmannschaft, provoziert mit seinem Jubel die Schweden. Bild: Imago

Auftrag an einen Korruptionsexperten: Der DFB lässt den Fall Georg Behlau von einem früheren Frankfurter Oberstaatsanwalt überprüfen. Es geht um Vorteilsnahme.

          Der frühere Korruptionsbekämpfer und Frankfurter Oberstaatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner ist vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit einer heiklen Untersuchung beauftragt worden. Der heute selbständige Compliance-Berater soll nach Informationen der F.A.Z. prüfen, ob der Leiter des Nationalmannschaftsbüros, Georg Behlau, gegen Regeln eines sauberen Geschäftsgebarens verstoßen hat. Demnach soll Behlau, ein enger Mitarbeiter von Nationalmannschaftsmanager und DFB-Direktor Oliver Bierhoff, in seiner Funktion als Vorsitzender des VfR Limburg 07 dem Kreisligaverein materielle Vorteile verschafft haben, die nur durch seine DFB-Funktion möglich waren.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          So steht der Vorwurf im Raum, Behlau habe dem kleinen Amateurklub Verträge mit Sponsoren zugeschanzt, die auch mit dem DFB verbunden sind – zum Beispiel mit dem Reisebüro des Verbandes. Auch soll der Rasenfachmann des Verbandes dem Verein einen Platz gebaut und auf sein Honorar verzichtet haben, dafür zum Ehrenmitglied des VfR Limburg 07 ernannt worden sein. Behlau wies die Vorwürfe zurück und betonte zuletzt sein Interesse an einer Aufklärung der Vorhaltungen.

          Auf Anfrage teilte der DFB lediglich mit, dass sich der „Compliance-Bereich“ des Verbandes des Falls derzeit annehme. Schaupensteiner wollte keine Stellungnahme abgeben. Der ehemalige Korruptionsbekämpfer kam offenbar ins Spiel, weil der eigentliche Compliance-Beauftragte des DFB, Chefjurist Jörg Englisch, wohl aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit mit Behlau den Anschein einer Befangenheit vermeiden wollte. Behlau fiel während des WM-Turniers negativ auf, als er nach dem 2:1-Sieg der DFB-Elf gegen Schweden zusammen mit einem Mitarbeiter aus der DFB-Medienabteilung provozierend vor der schwedischen Ersatzbank auftrat. Der Weltverband (Fifa) bestrafte beide Funktionäre mit jeweils 5000 Franken.

          Weitere Themen

          Schweinefleisch müsste doppelt so viel kosten

          Bauern fordern : Schweinefleisch müsste doppelt so viel kosten

          Der Bauernverband sieht die Verbraucher in der Pflicht: Wer gutes Fleisch wolle, der müsse auch bereit sein, mehr dafür zu zahlen – zumal nun auch neue Tierschutzauflagen gelten. Viele hätten unrealistische Vorstellungen.

          Lahm soll Euro 2024 organisieren

          DFB : Lahm soll Euro 2024 organisieren

          Falls Deutschland 2024 die Fußball-EM ausrichten darf, wird Philipp Lahm Organisations-Chef. Der Ehrenspielführer der Nationalmannschaft rückt dann auch ins DFB-Präsidium.

          Eine Runde mit einem Weltmeister Video-Seite öffnen

          Minigolf : Eine Runde mit einem Weltmeister

          Marcel Noack ist Weltmeister im Mingolf. Das Freizeitspiel ist für ihn ein Sport, bei dem nicht nur Präzision gefordert ist. Im Video erklärt er, warum die Beschaffenheit des Balls eine zentrale Rolle spielt.

          Topmeldungen

          Man kennt ihn noch: Barack Obama, hier bei einer Zeremonie zum Gedenken an Nelson Mandela in Südafrika vergangenen Monat.

          Zwischenwahlen in Amerika : Demokraten hoffen auf Obama

          Für viele Demokraten ist Trumps Amtsvorgänger nach wie vor ein Star. Sie hoffen, dass Barack Obama in den Wahlkampf eingreifen wird. Noch hält sich Obama zurück – aber er denkt schon an 2020.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.