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Veröffentlicht: 17.03.2017, 17:03 Uhr

Belohnung für Olympiasieg „Ein Witz“

Es geht um Fairplay im Sport, aber auch um die Zukunftssicherung deutscher Athleten. Faustregel: Ein Jahr Fußball ist soviel Wert wie ein ganzes Leben in anderen Disziplinen.

von , Wiesbaden
© dpa Viele Rechnungen im Sports gehen nicht auf: Willi Lemke spricht von einem „Witz“

Willi Lemke sprach von einem „Witz“. „Wie viel bekommt ihr für einen Olympiasieg? 25.000 Euro?“ Die Frage des langjährigen Fußballmanagers von Werder Bremen und UN-Sonderberaters für Sport, die er während der Verleihung des Fairplay-Preises des deutschen Sports in der Rotunde des Biebricher Schlosses in den Raum warf, war nicht korrekt. Es sind 20.000 Euro, die Deutschlands goldige Athleten für einen Triumph bei den Olympischen Spielen erhalten. „Das ist doch viel zu wenig“, sagte Lemke. An die Adresse von Michael Vesper, den Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), gerichtet, schlug er vor: „Macht was anderes. Sucht nach Lösungen für die Alterssicherung der Athleten.“

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Eingebettet in die Preisverleihung von DOSB und dem Verband Deutscher Sportjournalisten, die den Frankfurter Fußballtrainer Niko Kovac für sein Verhalten beim geglückten Relegationsspiel auszeichneten, als er zuerst die Nürnberger Spieler tröstete, war es die von der Deutschen Olympischen Akademie initiierte Podiumsdiskussion, die Deutschlands Top-Athleten in den Mittelpunkt stellte und Fragen aufwarf. Doping, Fairplay, Zukunftssicherung – es war eine Art Tour d‘Horizon, und es war Claudia Bokel, die langjährige IOC-Athletenvertreterin und aktuelle Präsidentin des Deutschen Fechterbundes, die sagte: „Natürlich ist Doping nicht fair. Und es ist auch nicht fair, dass Sportler in einem Doping-System aufwachsen.“

„Auf uns Sportlern lastet großer Druck“

Fecht-Weltmeister Max Hartung, einer von neun Mitgliedern der DOSB-Athletenkommission, ergänzte: „Auf uns Sportlern lastet großer Druck.“ Gemeinsam mit der Behindertensportlerin Manuela Schmermund forderten sie Vesper auf, „uns professionell zu unterstützen“. Der sagte Hilfe zu, bekannte aber auch, „dass wir keine Organisation von Athleten außerhalb des DOSB wollen“.

Die Sportschützin Schmermund, fünfmalige Paralympics-Teilnehmerin, ergänzte: „Wenn ich nur ein Jahr im Fußball wäre, hätte ich finanziell für meine Verhältnisse ausgesorgt.“ Eine Einschätzung, die auch Lemke teilte. Denn ihm missfällt: „Es geht nur um die Übermacht Fußball, Fußball, Fußball. Das ist falsch.“

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