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WM 2006 : Beckenbauer wohl tiefer in Zahlungen verstrickt

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Franz Beckenbauer hat offenbar nicht auf alle Fragen der Schweizer Ermittler Antworten. Bild: Wonge Bergmann

Franz Beckenbauer wusste wohl doch mehr als er bislang zugibt: Aus den Dokumenten der Schweizer Staatsanwaltschaft geht offenbar hervor, dass er an dubiosen Zahlungen mitwirkte.

          Fußball-Idol Franz Beckenbauer ist laut des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ tiefer in die Millionen-Transaktionen rund um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland verstrickt, als bislang bekannt war. Das gehe aus den Akten der Schweizer Bundesanwaltschaft hervor, berichtet das Magazin. Die Beamten ermitteln gegen Beckenbauer und weitere deutsche Fußball-Funktionäre wegen des Verdachts der Geldwäsche, der Untreue und des Betrugs.

          Bislang hatte Beckenbauer stets behauptet, die dubiose Zehn-Millionen-Franken-Zahlung an den früheren Fifa-Funktionär Mohamed Bin Hammam aus Katar im Jahr 2002 sei von seinem damaligen Manager Robert Schwan organisiert worden. Über ein Konto bei der Raiffeisenbank Kitzbühel waren ab Ende Mai 2002, in mehreren Tranchen, Gelder zunächst an einen Schweizer Anwalt und von dort auf ein Konto Bin Hammams bei der Doha Bank geflossen.

          Nun zeigen Dokumente, die dem „Spiegel“ nach dessen Angaben vorliegen, dass Beckenbauer nach Schwans Tod am 13. Juli 2002 aus seinem eigenen Depot bei der Raiffeisenbank Kitzbühel 4000 Aktien verkaufte, um ein Minus auf dem Konto 509125 auszugleichen. Der Verkaufsbeleg der Bank ging an die Adresse „Franz Beckenbauer“.

          Das Konto mit der Nummer 509125 war erst am 24. Mai 2002 eröffnet worden. Zeichnungsberechtigt waren Schwan und Beckenbauer. Allerdings deutet ein Vermerk des Bankberaters darauf hin, dass das Konto in erster Linie für Beckenbauer angelegt war. Der Berater hatte bei Kontoeröffnung in einer Spalte „Deviseninländer“ angekreuzt. In Österreich lebte seinerzeit aber nur Beckenbauer. Schwan wohnt in der Schweiz.

          In seiner Vernehmung sagte Beckenbauer, er habe „keine Ahnung“, wer den Auftrag zum Aktienverkauf gegeben habe. Vielleicht sei es ja die Bank selber gewesen. Der Aktienverkauf ist nur eines von mehreren Indizien, die darauf hinweisen, dass Beckenbauer nach dem Tod seines Managers Schwan Bankgeschäfte im Zusammenhang mit den Zahlungen an den Fußballfunktionär Bin Hammam tätigte. So findet sich in den Ermittlungsakten die Notiz eines Bankberaters, dass Beckenbauer rund vier Wochen nach Schwans Tod um einen Kredit bei seinem Freund Robert Louis-Dreyfus bat. Beckenbauer hielt dieses Papier in der Vernehmung für ein „böhmisches Dorf“ – ihm unerklärlich.

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