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Bayer zieht vor Cas Wirbel um Verstoß gegen Doping-Meldepflicht

Bayer Leverkusen sorgt wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Meldepflicht für Doping-Kontrollen für Aufsehen. Der Werksklub ruft den Internationalen Sportgerichtshof (Cas) an. Auch Michael Ballack soll in der Causa eine Rolle spielen.

© dpa Vergrößern Bayer Leverkusen: Erfolgreich in Bundesliga und DFB-Pokal, Sorgen mit dem Doping-Meldesystem

Ein Konflikt zwischen Bayer Leverkusen und der Europäischen Fußball-Union (Uefa) wegen Verstößen gegen die Meldepflicht für Doping-Kontrollen hat vor dem rheinischen Bundesliga-Derby gegen Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr / Live im Bundesliga-Ticker von FAZ.NET) für Wirbel gesorgt. Der Werksverein war bereits im März von der Uefa mit einer Geldstrafe von 25.000 Euro belegt worden, weil er mehrfach verspätete Meldungen abgegeben hat.

Die Leverkusener akzeptieren die Sanktion wegen dieser Versäumnisse, haben aber Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) gegen die Ahndung eines Vorfalls bei einem Doping-Trainingstest am 23. September 2011 eingelegt. Damals fehlte ein Bayer-Spieler, der die Anfahrt zur Übungseinheit im Auto wegen einer Erkrankung abgebrochen hatte. Der Cas will über den Bayer-Einspruch am 30. November entscheiden.

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„Bayer hat die Sanktion akzeptiert, wir wehren uns aber dagegen, dass wir vorsätzlich gehandelt haben sollen“, sagte Leverkusens Mediendirektor Meinolf Sprink der Nachrichtenagentur dpa in Bezug auf den bei der Kontrolle fehlenden Spieler. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ über die Angelegenheit berichtet, die erstaunlicherweise erst nach einem Jahr ans Licht der Öffentlichkeit gekommen ist.

Bei dem Trainingstest am 23. September, einen Tag vor dem Spiel beim FC Bayern München, waren gleichzeitig Kontrolleure der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) und der Uefa in Leverkusen erschienen. Zehn Spieler sollten getestet werden, doch einer der Akteure fehlte, obwohl er laut Meldesystem anwesend sein sollte. Die Uefa sanktionierte Bayer daraufhin für zwei Verstöße: Weil der Klub den Trainingsplan, den jeder Europa-League-Teilnehmer an jedem Freitag bis 12.00 Uhr melden muss, nicht rechtzeitig übermittelte, und zudem das Fehlen des erkrankten Spielers zu spät mitteilte.

Der Bundesligaverein hat Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas eingelegt © dpa Vergrößern Der Bundesligaverein hat Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas eingelegt

„Ein Spieler war im Auto auf dem Weg zum Training, da er aber an einer Grippe erkrankt war, haben die Ärzte ihm geraten, sofort nach Hause zurückzukehren“, berichtete Sprink. Bei dem Spieler soll es sich nach Informationen der „Bild am Sonntag“ um den ehemaligen Bayer-Star Michael Ballack gehandelt haben. Er hatte wegen einer Erkrankung auf die Reise nach München verzichten müssen, wo er eigentlich seinen 100. Ligaeinsatz für Bayer feiern wollte.

Laut Uefa-Regel muss eine solche Änderung unverzüglich gemeldet werden. Doch Bayer hatte das entsprechende Fax erst etwa eine Stunde später an die Uefa geschickt, und damit nachdem die Kontrolleure auf dem Trainingsgelände waren. „Wir haben die Uefa-Kontrolleure vor Ort über das Fehlen des Spielers sofort informiert und danach das Fax geschrieben“, sagte Sprink. Der Cas muss nun entscheiden, wie der Begriff „unverzüglich“ auszulegen ist.

Michael Ballack soll angeblich mit einer Erkältung nicht zum Training gekommen sein © dpa Vergrößern Michael Ballack soll angeblich wegen einer Erkältung nicht zum Training gekommen sein

Teilnehmer der Champions League und der Europa League sind nach dem Leitfaden der Uefa zur Meldepflicht für Doping-Kontrollen angehalten, jeden Freitag bis 12.00 Uhr mitzuteilen, wann und wo in der folgenden Woche die Trainingseinheiten absolviert werden. Dies ist die Grundlage für unangemeldete Tests. „Die Klubs können diese Informationen ändern, vorausgesetzt, dass die Änderungen der Uefa vor Beginn der entsprechenden Trainingseinheit unterbreitet werden“, heißt es in Paragraf 3 der Meldepflicht-Regeln.

Bayer hat inzwischen Konsequenzen aus dem Konflikt mit der Uefa gezogen. „Wir haben das jetzt alles etwas anders organisiert“, sagte Sprink. In der Bundesliga hatte zuletzt im Frühjahr 2009 die Doping-Affäre um den damaligen Herbstmeister 1899 Hoffenheim für Aufsehen gesorgt. Wegen um zehn Minuten verspätet abgegebener Doping-Proben der 1899-Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker war der Verein mit einer Geldstrafe von 75.000 Euro belegt worden.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 
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