Nar Zanolin ist weg vom Fenster. Der Mann sagt Ihnen nichts? Einverstanden. Er ist nicht gerade eine Berühmtheit. Aber als Generalsekretär des Europäischen Basketball-Verbandes berüchtigt gewesen für seinen Einfluss auf eine Welt-Sportart. Das Exekutiv-Board des Verbandes hat sich zu seiner fristlosen Entlassung durchgerungen.
Warum? So viel sickerte durch: Neben seiner Rolle in einem heftigen Machtkampf zwischen Europa- und Weltverband spielte auch die unrühmliche Vergabe der EM 2015 eine Rolle. Deutschland, Frankreich, Italien und Kroatien hatten sich mit einem zukunftsweisenden Gemeinschaftsprojekt bewerben wollen, das für alle bezahlbar erschien.
Unter Zanolins Leitung aber veränderten sich kurz vor der Wahl plötzlich die Modalitäten. Die Bewerber sollten dem Verband unter anderem gleich nach dem Zuschlag acht Millionen Euro garantieren, falls sie noch keinen Geldgeber vorweisen könnten. Wie aber soll man Sponsoren überzeugen, wenn man noch gar nicht im Besitz der Vermarktungsrechte ist?
Zanolin ignorierte den Protest. Stattdessen passten die veränderten Anforderungen plötzlich zum einzig verbliebenen Bewerber, der in die Staatskasse greift und dessen Machthaber es mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen: zur Ukraine. Sie hat die unfaire Partie gewonnen. Der Strippenzieher aber ist aus dem Spiel.