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Auszeichnungen : Sterne für eine Sache des Herzens

  • Aktualisiert am

Moderator Kürten mit Petra Roth und Thomas Hofmann vom Budo-Club Mühlheim Bild: Deutscher Sportbund

Die "Sterne des Sports" werden nicht für sportliche Höchstleistungen, sondern für gesellschaftliches und soziales Engagement verliehen. Elf Vereine haben sich in einem zehnmonatigen Auswahlprozeß gegen mehr als tausend Mitbewerber durchgesetzt.

          So sollte man öfter Preise verleihen. Mit Charme und Witz, mit launigen Worten, ein bißchen Show und einem gut aufgelegten Dieter Kürten als Moderator, dem die Sache offenbar großen Spaß machte. So präsentierten der Deutsche Sportbund (DSB) und der Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Plenarsaal der Frankfurter Börse zum ersten Mal die "Sterne des Sports".

          Elf Vereine aus ganz Deutschland hatten sich in einem zehnmonatigen Auswahlprozeß gegen mehr als tausend Mitbewerber durchgesetzt. Dabei ging es nicht um die Ehrung sportlicher Höchstleistungen, sondern um Vereine, die sich durch ihr gesellschaftliches und soziales Engagement auszeichnen. Wie der hessische Budo-Club Mühlheim, der nun erster Träger des "Großen Sterns des Sports" ist und neben einer Urkunde aus den Händen des früheren Zehnkämpfers Frank Busemann auch einen Scheck über 7.500 Euro erhielt. In dem kleinen Verein in der Nähe von Offenbach trainieren seit Jahren geistig und körperlich Behinderte mit Nichtbehinderten zusammen.

          Große Bühne für die Kleinen des Sports

          "Wir haben uns die Entscheidung nicht leichtgemacht", sagte Busemann. Am Ende aber hat das hohe ehrenamtliche Engagement in Mühlheim die neunköpfige Jury unter Vorsitz des DSB-Präsidenten Manfred von Richthofen überzeugt. Knapp dahinter kamen die TSG Großburgwedel für ihre Aktion "Region der starken Herzen" und der TuS Sohren aus dem Hunsrück, der in der 3.000 Einwohner kleinen Gemeinde eine Stütze für die Integration von Aussiedlern ist. "Das zeigt das qualitativ hochwertige Angebot, das unsere Vereine tagtäglich und oftmals unbemerkt auf die Beine stellen", sagte Busemann.

          Genau das ist die Idee: Eine große Bühne für die Kleinen des Sports soll die neu ins Leben gerufene Auszeichnung sein, um die soziale Dimensionen der Arbeit in den Vereinen zu würdigen. Dafür waren auch die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth, der hessiche Innenminister Volker Bouffier, DSB-Vizepräsident Herbert Hartmann und als "Sponsor" Christopher Pleister, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken gekommen, dessen Mitglieder den Wettbewerb vor Ort organisieren. Wohl nach dem Motto: Auf diese Sterne kann man bauen.

          Den größten Fürsprecher der Politik hatte die Auszeichnung an diesem Tag in Volker Bouffier: "Die Vereine sind der Kitt unserer Gesellschaft, und der Sport ist dabei ganz vorne." Denn, so der hessische Innenminister weiter: "Sport ist klassenlos, rassenlos und als Integrationsfaktor konkurrenzlos. Jedes Bekenntnis zu Vereinen und dem Ehrenamt ist wichtig. Sich dafür einzusetzen, ist nicht nur ein Pflicht, sondern auch eine Sache des Herzens."

          Quelle: fn., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. März 2005

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