Home
http://www.faz.net/-gtl-vx16
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Freitag, 17. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Sportler und Bücher Ohne Star keine Story

15.10.2007 ·  Ralf Schumacher, Dirk Nowitzki, Michael Ballack: die drei Top-Verdiener im deutschen Sport schaffen keinen Durchbruch im Buchmarkt. Doch Sportler müssen nicht viel schreiben, um gut zu leben. Nur zwei Wörter: den eigenen Namen unter den richtigen Vertrag.

Von Christian Eichler
Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (1)

Zehntausende Schriftsteller und Hunderttausende Bücher suchen Millionen Leser. Man nennt das Buchmesse, und normalerweise ist jeder da, der lesen und schreiben kann und mit einem von beidem Geld verdient. Allerdings sucht man die drei bestverdienenden deutschen Buchautoren auf der Messe vergeblich. Warum? Weil sie die Literatur zum Leben nicht brauchen.

Ralf Schumacher, 14 Millionen Euro pro Jahr, legte sein dichterisches Debüt bereits 2001 als Co-Pilot des Titels „Formel 1 - Stars und Newcomer“ vor. Ein Newcomer ist er längst nicht mehr, ein Star wurde er auch nicht. Kein Wunder, dass der Titel nicht mehr lieferbar ist und dass der weltgrößte Buchversand von ihm nur noch Angebote hat wie das „Ralf Schumacher After Shave“ für 20,75 Euro („technische Details: citrisch - holzig - würzig“).

T-Shirts, Rasierwässer und Promi-Plätzchen

Dirk Nowitzki, 12 Millionen Euro pro Jahr, ist derzeit als Co-Autor des Buches „Nowitzki“ angekündigt - leider noch nicht lieferbar. Schon vergriffen ist, ausgerechnet da der Advent naht, sein Erstlingswerk „Plätzchen“. Es erschien 2006 mit dem Untertitel „Tim Mälzer, Sabine Christiansen, Dirk Nowitzki und andere Prominente mit ihren schönsten Rezepten“. Der Erlös kam einem guten Zweck zu.

Michael Ballack, 10 Millionen Euro pro Jahr, hat einen unter seinem Namen veröffentlichten Kalender auf dem Markt. Den wird aber wohl noch kaum jemand kaufen, denn es ist ein Kalender für 2007, und anders als die französischen Rugbyspieler auf ihren Bestsellerkalendern ist der Kicker bekleidet. Die drei Ballack-Biographien laufen derzeit auch kaum besser als der fußkranke Fußballer. Und Amazon verkaufte das „adidas Hero“-Shirt mit Ballack drauf, einst für 25 Euro, nun für 4,95.

Team-Geschichten, nicht Typen-Geschichten

Der Buchmarkt und seine Ränder, an denen T-Shirts und Rasierwässer und Promi-Plätzchen verkauft werden, mag mit dem Sportmarkt nur eine kleine Schnittmenge gemein haben. Dass aber die global bestvermarkteten deutschen Sportler auf diesem Buchmarkt nur solch marginale Rollen spielen, hat Aussagekraft: darüber, dass der deutsche Sport nicht mehr die Stars produziert, deren Storys man wissen will. Nicht, dass es an Geschichten fehlte, doch sind es Team-Geschichten, nicht Typen-Geschichten: das „Sommermärchen“ der Klinsmann-Kicker, das „Wintermärchen“ der Handballer, das „Herbstmärchen“ der Fußballerinnen. Schöner Stoff fürs Herz und für einen saisonalen Medien-Boom, aber keine Story für ein großes Buch: Das braucht immer einen Helden, der ein Mensch ist und keine Mannschaft. Und der neugierig macht.

Ralf Schumacher, Dirk Nowitzki, Michael Ballack: ein Rennfahrer auf WM-Platz 16; ein Basketballer, der in der ersten Play-off-Runde rausflog; ein Kicker, der noch immer den Durchbruch jenseits der Bundesliga sucht. Es sind die drei Top-Verdiener im deutschen Sport, und man ahnt, warum der Buchmarkt an ihnen nicht viel Freude hat. Sie nutzen ihren Marktwert in einem engen, lukrativen Segment - und schaffen keinen großen Mehrwert für die Branche der Geschichtenerzähler. Natürlich wissen sie, dass man, um gut zu leben, nicht viel schreiben muss. Nur zwei Wörter: den eigenen Namen unter den richtigen Vertrag.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.10.2007, Nr. 41 / Seite 22
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Live-Ticker 2.Bundesliga
Um diesen Sportticker sehen zu können müssen Sie mindestens Flash 8 verwenden. Die aktuelle Flash Version finden Sie hier

Ums letzte Hemd

Von Jörg Hahn

Trikots sind die individuellen Trophäen des Fußballspielers. Das von Messi war auch diese Woche heißbegehrt. Und die Trikottausch-Aktionen sorgen für Diskussionen. Mehr

Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   21  32   46 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   21  35   44 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   21  22   43 Verbesserung zur Vorwoche
4.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   21  18   41 Verschlechterung zur Vorwoche
5.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   21  -1   33 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   21  0   31 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   21  -2   31 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   21  -11   27 Verbesserung zur Vorwoche
9.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   21  3   26 Verbesserung zur Vorwoche
10.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   21  -8   26 Verbesserung zur Vorwoche
11.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   21  -2   25 Verschlechterung zur Vorwoche
12.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   21  -12   24 Verschlechterung zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   21  -6   23 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   21  -12   22 Gleichheit zur Vorwoche
15.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   21  -11   20 Gleichheit zur Vorwoche
16.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   21  -11   18 Gleichheit zur Vorwoche
17.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   21  -14   18 Gleichheit zur Vorwoche
18.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   21  -20   17 Gleichheit zur Vorwoche