http://www.faz.net/-gtl-11ebh

Sportler des Jahres 2008 : Steffen, Steiner und die Hockey-Herren

  • Aktualisiert am

Der Sportler und die Sportlerin des Jahres: Gewichtheber Matthias Steiner und Schwimmerin Britta Steffen Bild: ddp

Schwimmerin Britta Steffen, Gewichtheber Matthias Steiner und die Hockey-Nationalmannschaft der Herren sind die „Sportler des Jahres“ 2008. Sie setzten sich bei der Wahl, an der sich etwa 1500 Sportjournalisten beteiligt hatten, überlegen durch.

          Gold-Fisch Britta Steffen, Gewichtheber Matthias Steiner und die Hockey-Nationalmannschaft der Herren sind die „Sportler des Jahres“ 2008. Sie erhielten bei der von der Internationalen Sport-Korrespondenz (ISK) organisierten 62. Wahl von den etwa 1500 Sportjournalisten jeweils mit großem Vorsprung die meisten Stimmen. Damit brachte das in China Glück verheißende „Jahr der Ratte“ diesem Trio nicht nur bei den Olympischen Spielen in Peking Gold, sondern auch bei der traditionellen Gala am Sonntagabend im Kurhaus Baden-Baden den erwarteten Sieg. Etwa 750 Gäste feierten mit zahlreichen Spitzenathleten im Benazét-Saal diesen Höhepunkt und Ausklang der Saison.

          Schwimm-Star Steffen hatte die lange Durststrecke der Deutschen im Pekinger „Wasserwürfel“ mit ihren zwei Goldmedaillen über 100 und 50 Meter Freistil beendet. Mit ihrem äußerst emotionalen Schluchzer „Ich bin dir so dankbar“ - gerichtet an ihre ehemalige Konkurrentin Franziska van Almsick - sorgte sie vor einem Millionenpublikum vor dem TV-Bildschirm für bewegte Momente. Die 25 Jahre alte Schwimm- Königin aus Berlin kam bei der Wahl auf 3683 Stimmen und hatte 1600 Punkten Vorsprung vor Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann (2076).

          Von 1 auf 3: Magdalena Neuner

          Die mehrfache Biathlon-Weltmeisterin Magdalena Neuner (1545), im Vorjahr noch strahlende „Sportlerin des Jahres“, belegte den dritten Platz. Damit endete bei dieser Auszeichnung auch eine Serie der Skijägerinnen: Erstmals seit drei Jahren setzte sich wieder eine Athletin aus einer anderen Sportart durch.

          So sehen Sieger aus: Gewichtheber Matthias Steiner, Sportler des Jahres
          So sehen Sieger aus: Gewichtheber Matthias Steiner, Sportler des Jahres : Bild: AP

          Tragik, Trauer, und dann der Triumph: Die Geschichte des Gewichthebers Matthias Steiner rührte Hunderttausende. Der gebürtige Österreicher, der am 1. Januar 2008 die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, hatte am 16. Juli bei einem tödlichen Unfall seine junge Frau Susann verloren. Wenige Wochen später stemmte der 26 Jahre alte 145-Kilogramm-Koloss in China die höchste Last im Superschwergewicht.

          Er küsste tief bewegt das Foto seiner Frau

          Der stärkste Mann der Welt küsste tief bewegt das Foto seiner Frau, hüpfte - von Emotionen überwältigt - wie wild auf der Bühne herum und verdrückte ein paar Tränen. Steiners Leben hat sich durch sein persönliches Schicksal und den sensationellen Olympia-Sieg „um 180 Grad gedreht“, wie er einmal sagte: „Mein Bekanntheitsgrad hat Ballack-Dimensionen erreicht.“

          Dies verdeutlicht auch seine Wahl: Steiner (3665 Stimmen) ist der erste Gewichtheber, der „Sportler des Jahres“ wurde. Er löste Turn-Floh Fabian Hambüchen ab, der sich diesmal mit Platz acht begnügen musste. Tischtennis-Virtuose Timo Boll (2383), der drei EM-Titel und Mannschafts-Silber in Peking geholt hatte, belegte wie im Vorjahr Rang zwei vor Jan Frodeno (1647), dem Überraschungs- Goldmedaillengewinner im Triathlon.

          Erst nach einer Krisensitzung ohne Coach rauften sich die Hockey-Herren wieder zusammen und vermieden nach einem Kraftakt das frühe Aus. Gold war schließlich der Lohn für den neu gewonnenen Teamgeist. So knapp sich die Truppe von Erfolgstrainer Markus Weise in Peking durchgesetzt hatte, so klar triumphierte sie bei der Wahl zur „Mannschaft des Jahres“: Mit 3381 Stimmen siegte die Nationalmannschaft klar vor Fußball-Herbstmeister 1899 Hoffenheim (2467). Die Tischtennis-Herren kamen auf Rang drei (1494).

          Ergebnisse der Wahl zum „Sportler des Jahres“

          „Sportlerin des Jahres“:

          1. Britta Steffen (Schwimmen) 3683 Stimmen; 2. Britta Heidemann (Fechten) 2076; 3. Magdalena Neuner (Biathlon) 1545; 4. Lena Schöneborn (Moderner Fünfkampf) 1334; 5. Andrea Henkel (Biathlon) 1219; 6. Sabine Spitz (Mountainbike) 1053; 7. Isabell Werth (Dressurreiten) 627; 8. Anni Friesinger (Eisschnelllauf) 610; 9. Maria Riesch (Aki alpin) 509; 10. Jenny Wolf (Eisschnelllauf) 439

          „Sportler des Jahres“:

          1. Matthias Steiner (Gewichtheben) 3665; 2. Timo Boll (Tischtennis) 2383; 3. 3. Jan Frodeno (Triathlon) 1647; 4. Hinrich Romeike (Vielseitigkeitsreiten) 1293; 5. Sebastian Vettel (Motorsport) 1205; 6. Ole Bischof (Judo) 792; 7. André Lange (Bob) 791; 8. Fabian Hambüchen (Turnen) 751; 9. Alexander Grimm (Kanuslalom) 600; 10. Dirk Nowitzki (Basketball) 560

          „Mannschaft des Jahres“:

          1. Hockey-Nationalmannschaft Männer 3381; 2. TSG 1899 Hoffenheim (Fußball) 2467; 3. Tischtennis-Team Männer 1494; 4. Vielseitigkeits-Equipe 1078; 5. Biathlon-Staffel Frauen 1032; 6. Kajak-Vierer Frauen 827; 7. Fußball-Nationalteam Männer 819; 8. Dressur-Equipe 803; 9. THW Kiel (Handball) 792; 10. Savchenko/Szolkowy (Eiskunstlauf) 764

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Merkels CDU siegt schwach : Krampf statt Zauber

          Merkel kann Kanzlerin bleiben, wenn es ihr gelingt, ein schwarz-gelb-grünes Bündnis zu schmieden. Das wird nicht einfach werden. Merkels Flüchtlingspolitik erwies sich schon für die untergegangene große Koalition als Ballast, der beiden Partnern schwere Verluste einbrachte. Ein Kommentar.
          Gute Laune auf der Wahlparty der AfD in Berlin

          Dritte Kraft im Bundestag : Tabubrecher AfD

          Nun ist die AfD im Bundestag, mit demokratischem Gütesiegel und Millionen an Staatsgeldern. Doch im Parlament wären sie nicht die erste Partei, die vorgeführt wird. Ein Kommentar.

          FAZ.NET live um 19:30 Uhr : Deutschland hat gewählt - was jetzt?

          Volksparteien schwach, AfD und FDP stark. Was bedeutet das für die Republik? Im FAZ.NET-Livestream beantworten Jasper von Altenbockum, Ressortleiter Politik Inland, und Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur digital die wichtigsten Fragen zur Bundestagswahl.

          Hochrechnungen : Merkel kann weiter regieren, SPD geht in Opposition

          CDU und CSU verlieren laut Hochrechnungen viele Stimmen, werden aber wieder stärkste Kraft. Die SPD erzielt ein historisch schlechtes Ergebnis und geht in die Opposition. Die AfD ist Dritter und die FDP wieder im Bundestag. Grüne und Linkspartei legen zu.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.