Bundesinnenminister Otto Schily hat die geplante Sportförderung des Bundes für 2004 verteidigt und ist kritischen Stimmen über die Kürzung von 133,2 auf 110,3 Millionen Euro energisch entgegen getreten. „Das Engagement für den Leistungssport ist beispielhaft. Natürlich muss in Zeiten knapper Kassen auch gespart werden“, meinte Schily bei einem Pressegespräch am Donnerstag in Berlin.
Schily stellte klar, daß der Staat die finanzielle Beteiligung an den Baumaßnahmen im Berliner Olympiastadion und im Leipziger Zentralstadion nicht gekürzt habe. „Es war seit langem klar, dass die Förderung der Stadien auslaufen und deshalb im Haushaltsjahr 2004 nicht mehr auftauchen würde“, erläuterte der Minister.
Verständnis zeigte der Innenminister für die Kritik, dass der der Bund vorerst für ein Jahr aus der Finanzierung des Goldenen Planes Ost aussteigen wolle. im laufenden Jahr schießt der Staat für die Erneuerung der Sportstätten in den neuen Bundesländern noch 10 Millionen Euro hinzu. „Natürlich sind die Sportanlagen im Osten oftmals in keinem guten Zustand, doch es müssen Kürzungen vorgenommen werden. Vielleicht ist in diesem Punkt aber noch nicht das letzte Wort gesprochen“, meinte Schily.
Die geplante Streichung des Sonderförderung des Goldenes Plans Ost durch die Bundesregierung hatte zu empörten Reaktionen unter deutschen Sportpolitikern geführt. „Ich bin geschockt, weil uns versprochen wurde, daß diese Förderung weiter geführt wird“, empörte sich Wolfgang Remer, der Präsident des Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommern. „Meine letzte Hoffnung ist, daß jetzt die Abgeordneten im Parlament diese Pläne scheitern lassen. Aber jeder weiß, daß es schwer ist, wieder in den Haushalt einzustellen, was einmal aus dem Etatentwurf herausgenommen wurde“, ergänzte Remer. „Dies alles paßt hervorragend zur Olympia- Bewerbung. Jetzt ist doch die Frage: Was passiert bis 2005 tatsächlich, schaffen wir vollendete Tatsachen oder wollen wir der Evaluierungskommission des IOC nur bunte Bilder zeigen?“ fragte er.
„Wenn das tatsächlich so ist, dass sich der Bund aus der Finanzierung des Goldenen Plans und aus der Beteiligung am Umbau des Leipziger Zentralstadions zurückzieht, wäre das eine Katastrophe für den Sport in Sachsen. Wenn das die Unterstützung für die Leipziger Olympia-Bewerbung sein soll, wäre das ein grobes Foul“, ärgerte sich auch Sachsens Landessportbund-Chef Hermann Winkler. Z
uvor hatten auch Bundespolitiker ihren Unmut mit den Ankündigungen kundgetan. „Wir werden uns gegen diese Streichung heftig zur Wehr setzen“, kündigte der SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Danckert an, der zugleich Präsident des Landesreitsportverbandes Berlin/Brandenburg ist. Der Sportsprecher der CDU/CSU-Fraktion, Klaus Riegert, sprach von großem Bedarf an Nachbesserungen. „Nach großen Ankündigungen, kleinen Taten folgt nun das Aus. Gerade in den neuen Ländern brauchen wir jeden Euro für die Sportstätten. Hier zu kürzen, ist das falsche Signal“, meinte Riegert.