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Sportbusiness : Teurer Schuhstreit: Fünf Millionen Mark Strafe für Adidas

  • Aktualisiert am

Drei Streifen für Frankreich Bild: dpa

Das Ringen um die Vorherrschaft auf dem Fußballmarkt hat adidas eine Fünf-Millionen-Mark-Strafe eingebracht. Den Versuch, die komplette französischen Liga auszurüsten, wertete ein Gericht als wettbewerbswidrig.

          Das erbitterte Ringen um die Vorherrschaft auf dem europäischen Fußballmarkt hat Adidas eine Fünf-Millionen-Mark-Strafe eingebracht. Den Versuch, Anfang der neunziger Jahre die erste französischen Liga exklusiv auszurüsten, wertete ein Gericht in Paris als wettbewerbswidriges Verhalten. Die in den USA üblichen Komplettverträge mit Ligen sind damit in Europa auch in Zukunft kaum denkbar.

          Durch einen Vertrag mit den Liga-Verband LNF (Ligue Nationale de Football) wollte der nach dem US-Konzern Nike weltweit zweitgößte Sportartikelunternehmen seine Konkurrenz verdrängen. Dagegen hatten Nike und Umbro 1995 geklagt. Ein Adidas-Sprecher sagte, dies sei der einzige derartige Versuch des Unternehmens gewesen. Zu der Zeit hatten sich alle großen Sportartikelkonzerne einen kostspieligen Wettstreit um möglichst flächendeckende Ausrüsterverträge geliefert. Als „Schuhkrieg“ fand die Auseinandersetzung sogar ihren Platz in der Boulevardpresse.

          Neue Strategie: Konzentration auf wenige Spitzenteams

          Kürzlich hat, nach den anderen Herstellern, auch der stellvertretende Adidas-Chef Herbert Hainer die Strategie geändert. Der Konzern konzentriert sich nun nur noch auf wenige Spitzenklubs, womit der Anteil der Marketingausgaben gesenkt werden soll. Bis vor einem Jahr hatte Adidas noch 14 der 20 Erstligaklubs in Frankreich mit Trikots ausgestattet, wovon mit Girondins Bordeaux, Olympique Marseille, Olympique Lyon und AC Le Havre nur vier geblieben sind.

          Profitiert hatte Adidas aber vor allem von der Ausstattung der französischen Nationalmannschaft. Die „Equipe Tricolore“ war 1998 Welt- und im vergangenen Jahr Europameister geworden und stellte 1998 und 2000 mit Zinedine Zidane den „Weltfußballer des Jahres". Zidane hat zudem einen persönlichen Sponsorenvertrag mit Adidas.

          Keine Komplettverträge wie in den USA

          Der Sprecher sagte, vor allem auf die Erfolge der französichen Nationalmannschaft sei zurückzuführen, dass Adidas die Spitzenposition nach Marktanteilen in Frankreich 1999 wieder von Nike zurück erobert habe. Die Verträge beziehen sich im Gegensatz zu Deutschland aber nur auf Trikots, die Verträge für Fußballschuhe werden im Ausland mit den einzelnen Spielern geschlossen.

          In Deutschland, wo Adidas in der Vergangenheit zwei Drittel der Bundesliga ausgerüstet hatte, beschränkt man sich auf Rekordmeister Bayern München, Bayer Leverkusen, Schalke 04, den VfB Stuttgart und die SpVgg Unterhaching.

          In den USA sind Komplettverträge der Hersteller mit den Verbänden im Football (NFL), Baseball (MLB) und Basketball (NBA) üblich. Dort partizipiert Adidas an einem Vertrag mit der NFL und rüstet vier Teams aus. Vom nächsten Jahr an wird Reebok jedoch alleiniger Ausrüster der NFL. Davon ist auch Puma betroffen. Der kleinere Herzogenauracher Sportartikelhersteller rüstet bislang 13 Teams aus.

          Quelle: @phi, mit Material von reuters

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