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Sport und Gesundheit : Ins Herz geschaut

DFB-Arzt Tim Meyer: „Welche Ursachen gibt es in Deutschland für den plötzlichen Herztod im Sport?“ Bild: dpa

Wie kann es sein, dass kraftstrotzende Sportler an plötzlichem Herztod sterben? Obwohl Sport doch so gesund ist? Mit einem Online-Register will die Universität des Saarlandes Ursachen ermitteln.

          Sport ist Leben. Das sieht man in diesen Tagen, wo man hinschaut. Menschen, die sich fröhlich aufmachen, den letzten Zügen des Winters in neuen Joggingschuhen davonzulaufen ins Frühjahr hinein. Radfahrer, die in von Woche zu Woche wachsenden Gruppen auf ihren blitzblanken Velos munter die Berge hinaufstrampeln, um dann jauchzend in die Täler zu sausen. Sport macht gute Laune und hält gesund.

          Deshalb erschrecken wir immer wieder, wenn es ganz anders kommt. Wenn ein eben noch kerngesund wirkender, vor Kraft strotzender Athlet daniedersinkt: mitten auf dem Fußballfeld, mitten im Spiel, mitten aus dem Leben gerissen. Dann fragen die Angehörigen: Wie kann das sein? Dass ein Sportler einen Herzinfarkt erleidet? Wenn doch das Ausdauertraining - wie längst wissenschaftlich bewiesen - Herz und Kreislauf stärkt, lebensgefährlichen Erkrankungen vorbeugt und das Risiko bei Veranlagungen deutlich reduziert. Es gibt plausible Antworten, wenn eindeutige Schädigungen festzustellen sind, verschleppte Entzündungen das Herz angegriffen hatten. Es tauchen aber viel zu viele Fälle auf, die Rätsel aufgeben. Von erfolgreichen Sportlern, die abends voller Pläne zu Bett gingen und morgens nicht mehr aufwachten.

          Die schönste aller Perspektiven

          Tim Meyer, Arzt der Fußball-Nationalmannschaft und im Hauptberuf Leiter des Instituts für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes, will das ändern. Der Internist hat eine Online-Datenbank eingerichtet, die über die nächsten zwei, drei Jahre anonym gelieferte Informationen aufnehmen soll. Der Chefarzt des Internationalen Fußball-Verbandes, Jiri Dvorak, ist dabei, eine Untersuchung des Herztodes auf den Weg zu bringen. Das ist eine gute Nachricht aus einer verrufenen Welt. Dort, wo es meistens um das Betäuben von Schmerzen, um die angebliche Super-Pille für den guten Kick und eine möglichst rasche Gesundung der Gladiatoren zur Freude des Publikums geht, spielt nun die schönste aller Perspektiven eine Rolle: lebenslanger Sport.

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          Die Doktoren haben sich einer schwierigen Aufgabe zugewendet. Falls Meyer und Dvorak aber Erfolg haben mit ihrem Engagement, dann werden die Ergebnisse allen Sportlern dienen, von der Kreis- bis zur Weltklasse. Denn die beiden suchen nach Risiken und Chancen, eindeutigen Urteilen. Dabei werden sie wohl auch feststellen, dass manches Virus im Kopf eines Überehrgeizigen seinen Nährboden fand. Sei es, weil er Warnungen des Körpers oder wohlmeinende Ratgeber ignorierte. Denn jeder Herztod hat einen Grund. Nicht immer ist die Leidenschaft für den Sport schuld. Manchmal soll es auch das Verlangen sein, um jeden Preis zu gewinnen.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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