Seien wir ehrlich: Beim Namen Sergio Martínez wird es nicht gerade bei vielen von uns klingeln. Vermutlich auch nicht, wenn wir seinen - zugegeben sehr schönen - Spitznamen „Maravilla“, also Wunder, hinzufügen. Jener wundersame Martínez also ist Boxweltmeister im Mittelgewicht. Und in seiner Heimat Argentinien offenbar eine ziemlich große Nummer. So groß, dass er von den Sportjournalisten des Landes zum Sportler des Jahres gewählt worden ist.
Ist Messi den Argentiniern nicht mehr gut genug?
Was bei uns natürlich die Frage aufwirft, was eigentlich mit diesem anderen Mann ist, dessen Name einem bei der Kombination Sport und Argentinien jederzeit und sofort einfällt. Ist Lionel Messi, der wunderbarste, anmutigste, bescheidenste Fußballspieler der Welt, der seine Tore gerade in diesem Jahr in einer solchen Geschwindigkeit anhäuft, dass die Zahl schon in dem Moment, in dem man sie niederschreibt, überholt sein könnte - ist dieser Messi den Argentiniern etwa nicht (mehr) gut genug? Gut, ein paar Gründe gäbe es theoretisch schon, ihn nicht zu wählen. Vielleicht sind die Argentinier gelangweilt vom globalen Mainstream.
Vielleicht dulden sie im Fußball keine Götter außer dem einen, Maradona, der jetzt kurioserweise Nationaltrainer im Irak werden soll. Vielleicht machen sie sich in Wirklichkeit auch gar nichts aus Fußball. Und ganz vielleicht hat dieser Martínez auch einfach poetischer zugehauen, als das ein Dribbling von Messi jemals sein könnte. Aber wenn man mal ehrlich ist, kann die Sache nur diesen einen Grund haben: dass man in Argentinien davon ausgeht, dass Messi im nächsten Jahr noch viel, viel besser wird.
Macht Boxen Spaß?
Jessica Zhu (Jessica2012)
- 22.12.2012, 17:26 Uhr