Die Deutsche Telekom beendet zum 31. Dezember ihre Sponsorentätigkeit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Vertrag zum Jahresende ausläuft und nicht verlängert wird“, bestätigte DFB-Sprecher Harald Stenger.
Der DFB sei aber bereits in aussichtsreichen Verhandlungen mit einem Konkurrenten der Telekom, der ab 2003 in ähnlicher Form den weltgrößten Sportfachverband (6,3 Millionen Mitglieder) unterstützen wird. Ganz offensichtlich handelt es sich hierbei um den Mobilfunk-Anbieter E-Plus.
Konflikte bei den Bayern-Spielern drohen
Doch das könnte neue Konflikte produzieren: Gerade erst hat sich der DFB mit den Vereinen darüber verständigt, Überschneidungen und Kontroversen mit den Vereinen zu vermeiden. „Wir werden alle Aktionen mit den Clubs abstimmen“, hatte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder angekündigt.
E-Plus steht in direkter Konkurrenz zum Bayern-Sponsor T-Mobile, so dass es bei Werbeaufnahmen und -maßnahmen bereits zur Interessenskollision kommen könnte. Hier soll in Zukunft besonders sensibel miteinander umgegangen werden, kündigte der DFB an. Ohnehin will der Verband in naher Zukunft sein Sponsorenpaket bündeln.
Six-Pack für die Zukunft
Derzeit sind DaimlerChrysler, adidas, Bitburger, Coca-Cola, Telekom und Fujitsu/Siemens direkte und wichtigste Vertragspartner. Die Zusammenarbeit mit DaimlerChrysler und adidas ist nicht zuletzt wegen der WM im eigenen Land bis 2006 schon schriftlich fixiert. Sechs Werbepartner sollen es am Ende sein.
Auch Bitburger soll dabei bleiben, ferner möchte Marketingchef Horst Lichtner ein Technologie-, ein Telekommunikationsunternehmen wie E-Plus und eine Bank einbinden. Damit wäre ein finanz- wie werbestarkes „Six-Pack“ zusammen.
Lieber WM 2006 als DFB
Neben dem Engagement beim DFB ist Telekom im Fußball-Bereich zudem Sponsor beim deutschen Organisationskomitee für die WM 2006 und bei Bayern München. Darüber hinaus ist der Konzern auch einer von 15 offiziellen Geldgebern des Weltverbandes Fifa bei der Weltmeisterschaft in vier Jahren in Deutschland. Der Konzern zählt zu feststehenden Fifa-Geldgeber, die rund 40 Millionen Dollar zahlen.
Nach Angaben der Wirtschaftswoche will die Telekom, die auch ihr Engagement für den Formel-1-Rennstall Mercedes McLaren einstellen will, ihre Sponsor-Aktivitäten künftig nur noch auf ihren Radrennstall „Team Telekomm“, den deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München und die Korbjäger von Telekom Baskets Bonn beschränken.