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Sport-Sonntagsfrage (6) „Und sie bleiben immer Betrüger“

Die Sport-Sonntagsfrage bezog sich auf den Umgang mit Dopern. Das Votum ist nicht eindeutig: Viele Leser fordern, dass Doper länger als zwei Jahre gesperrt werden sollten. Unsinn, sagt der Rest: Jeder hat ein Recht auf Resozialisierung.

© dpa Wie soll es weitergehen, wenn Doper erwischt werden

Einmal Betrüger, immer Betrüger? Dürfen Athleten sich weigern, gegen überführte Doper anzutreten? Oder hat jeder nach Verbüßen seiner Strafe eine zweite Chance verdient? Was meinen Sie? Hier eine Auswahl der Antworten:

Fatale Vorbilder

Inzwischen halte ich einen konsequenten Wettbewerbsausschluss von aktiven oder ehemaligen Dopern für unvermeidlich. Das gesamte Thema wurde über viele Jahre derart verharmlost, dass es inzwischen tief im Breiten- und Amateursport angekommen ist. Ich behaupte, dass 70 bis 80 Prozent der auf dem Markt befindlichen Doping-Substanzen nicht mehr von Profis geschluckt werden, sondern von Amateuren, die die Gefahren nicht sehen oder nicht sehen wollen. Ein konsequenter Ausschluss der Profidoper würde den Amateurdopern ihre Vorbilder rauben. Roland Malter, Flörsheim/Weilbach

Kriminelle Energie

Ein Doper plant den Betrug lange und gründlich und investiert viel Zeit, Geld und kriminelle Energie, um nicht ertappt zu werden. Wer dopt, hat den Grundgedanken des Fairplay aus seinen Werten gestrichen. Deshalb steht es für mich außer Frage, dass ein Doper zu keinem offiziellen Sportwettbewerb mehr zugelassen werden sollte, selbst wenn er danach auf Basis von Testwerten „clean“ erscheint. Im Grunde seines Herzens bleibt der Doper immer ein Betrüger, und Betrüger haben im Sport nichts zu suchen. Dass gesetzliche Hürden im Arbeitsrecht und dergleichen einer lebenslangen Sperre im Wege stehen sollen, kann man nur schwer nachvollziehen. Marco Moser, Frankfurt/Main

Null Toleranz

Wenn ich als Athlet weiß oder vermute, dass mein Gegner gedopt ist, kann ich den Kampf auch gleich lassen. Wer dopen will oder manipuliert, hat daher nichts im Sport zu suchen, er zerstört den Wettkampf und eine tolle kulturelle Idee. Ich wünschte mir daher ein klares Bekenntnis (kein Lippenbekenntnis) aller Verantwortlichen, eine Null-Toleranz-Haltung, eine lebenslange Sperre, um nicht nur die wahren, ehrlichen Sportler zu schützen, sondern vor allen Dingen auch die Idee des Sports. Robin Kähler, Mannheim

Zulassung entziehen

Doping soll und muss bestraft werden, schärfer und anders als bisher. Bei schweren Vergehen und nachhaltigem Doping sollte auch eine lebenslängliche Sperre möglich sein. So wie einem Arzt nach deutlichem Fehlverhalten die Berufsausübung laut Approbationsordnung untersagt und in entsprechenden Fällen auch einem Rechtsanwalt die Zulassung von der zuständigen Kammer entzogen werden kann, sollte Ähnliches bei entsprechend schwerwiegenden Vergehen auch bei Sportlern möglich sein. Wie dem Arzt oder Anwalt stehen auch den Dopern sämtliche Berufslaufbahnen offen, nur eben nicht die des Sportlers. Das hat er sich selbst verbaut. Wenn aber nicht lebenslänglich, was ist mit den Strafen auf Zeit? Trotz des Krabbe-Urteils sollten heutzutage auch Sperren von vier Jahren juristisch durchsetzbar sein, zumal sportwissenschaftliche Erkenntnisse inzwischen klar sagen, dass intensives, gezieltes Doping Vorteile nicht nur für zwei, sondern für drei bis vier Jahre bringt. Ansonsten startet der Doper weiter mit Vorteilen. Trotz alledem freue ich mich auf die Leichtathletik-WM in Moskau. Bruno Hidding, Roßdorf

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