01.12.2004 · Der am Burn-Out-Syndrom leidende Skispringer Sven Hannawald sinnierte über die Ursachen seiner Krankheit und sieht es bereits als Fortschritt, daß er sich nicht mehr an seinen Sport klammert.
Der am Burn-out-Syndrom leidende Sven Hannawald hat die Gründe für seine Krankheit offenbar erkannt, einen Ausweg aus der Lebenskrise aber noch nicht gefunden.
In einem Interview mit dem Magazin „Stern“ sprach der Vierschanzentourneesieger von 2002 erstmals ausführlich über Probleme seiner Kindheit, seine bisherige Beziehungsunfähigkeit, den täglichen Druck als Spitzensportler sowie seinen Kampf um die Rückkehr in ein normales Leben. „Ich wünsche mir oft, etwas Sinnvolles vorzuhaben. Aber ich habe keine neue Aufgabe für mich gefunden. Ich bin noch weit davon entfernt, locker und gelöst zu sein“, sagte Hannawald, der sich seit einem halben Jahr in ärztlicher Behandlung befindet.
Das ganze Leben aufgerollt
Auf der Suche nach den Gründen für seinen Zusammenbruch habe er während einer zweimonatigen Therapie in einer Klinik sein ganzes Leben aufgerollt, berichtete Hannawald. „Wir haben über mein Aufwachsen geredet, das Verhältnis zu meinen Eltern, über die Dinge, die früher zu kurz gekommen sind - und die ich nur überspielt habe“, sagte der Hinterzartener, der seit dem zwölften Lebensjahr auf eigenen Füßen stehen mußte. „Durch das Sportinternat war ich früh allein, deshalb fehlte mir die Nähe zu meinen Eltern, was einem schon von klein auf die Kraft gibt“, sagte der 30jährige.
Für seine sportliche Karriere hat Hannawald in den vergangenen Jahren weitgehend auf soziale Bindungen verzichtet, was ihm in der Skisprung-Szene den Ruf eines Einzelgängers einbrachte. „Ich habe mich immer nur wie in einem abgesperrten Gebiet bewegt, immer nur geradeaus gelebt, mich durchbeißen müssen und auf vieles verzichtet. Ich wollte nie Gefühle zulassen, die es mir erschweren, meinen Weg so rigoros zu gehen“, erklärte der zweimalige Skiflug-Weltmeister, der sich nach der Entlassung aus der Spezialklinik von seiner Freundin Suska getrennt hatte. „In meinem Leben gibt es in Wahrheit noch keinen Platz dafür“, bekannte Hannawald.
„Man muß sich noch mal neu selbst kennenlernen“
Was konkret seinen Zusammenbruch auslöste, weiß der Mannschafts-Olympiasieger immer noch nicht. „Ich mußte manchmal zu viel Verantwortung tragen, mir war das nur nie so bewußt. Und plötzlich kamen ein paar Kleinigkeiten dazu, und mein kleines Kartenhaus ist komplett zusammengefallen. Irgendwann kam ich an den Punkt, an dem ich all diese Anforderungen nicht mehr bewältigen konnte“, sagte der Schwarzwälder, der sich ein- bis zweimal in der Woche zur Therapie an die Uniklinik in Freiburg begibt. „An so einem Punkt, an dem alles explodiert ist, weißt du gar nicht, wo vorne und hinten ist. Man muß sich noch mal ganz neu selbst kennenlernen. Als Mensch, nicht als Sportler“, berichtete Hannawald. „Ich hab' morgens in den Spiegel geguckt und mich gefragt: Wer bist du denn?“
Dessen Probleme wurden offensichtlich auch beim Deutschen Skiverband (DSV) nicht erkannt. Obwohl Hannawald nach der verpatzten Vierschanzentournee eine Weltcup-Pause eingelegt hatte, wurde er wenige Wochen danach für die Skiflug-WM nominiert. „Der Trainer hat gesagt, die Mannschaft brauche mich. Da habe ich mich überreden lassen“, sagte Hannawald, der schon zu diesem Zeitpunkt an Panikattacken litt. „Ich wollte dauernd weglaufen. Mir blieb richtig die Luft weg, kein Sauerstoff mehr. Es hat mich sogar überfordert, für drei Tage Klamotten einzupacken. Und das immer unter dem Druck, Wettkämpfe bestreiten zu müssen. Das ging gar nicht“, erzählte er.
In der Öffentlichkeit habe er daher nur noch eine Rolle gespielt, die mit ihm wenig zu tun hatte. „Das war grausam. Du lächelst, fürs Fernsehen, für die Fans, die ja auch deinetwegen kommen. Ich hab mich selbst nicht erkannt und mir echt gewünscht, daß es einen Doppelgänger von mir gibt“, sagte Hannawald, der derzeit wenig Hoffnung auf ein Comeback hat: „Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, oben auf der Schanze zu stehen.“
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 21 | 32 | 46 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 21 | 35 | 44 | ![]() |
| 3. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 21 | 22 | 43 | ![]() |
| 4. | ![]() |
FC Schalke 04 | 21 | 18 | 41 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Werder Bremen | 21 | -1 | 33 | ![]() |
| 6. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 21 | 0 | 31 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 21 | -2 | 31 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 21 | -11 | 27 | ![]() |
| 9. | ![]() |
VfB Stuttgart | 21 | 3 | 26 | ![]() |
| 10. | ![]() |
Hamburger SV | 21 | -8 | 26 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 21 | -2 | 25 | ![]() |
| 12. | ![]() |
1. FC Köln | 21 | -12 | 24 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 21 | -6 | 23 | ![]() |
| 14. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 21 | -12 | 22 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hertha BSC | 21 | -11 | 20 | ![]() |
| 16. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 21 | -11 | 18 | ![]() |
| 17. | ![]() |
FC Augsburg | 21 | -14 | 18 | ![]() |
| 18. | ![]() |
SC Freiburg | 21 | -20 | 17 | ![]() |