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Skispringen Hannawald fliegt im Dauerregen zum ersten Saisonsieg

22.12.2002 ·  Mannschafts-Olympiasieger Sven Hannawald hat den Skisprung-Weltcup in Engelberg gewonnen. Martin Schmitt konnte sich nicht für den zweiten Durchgang qualifizieren.

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Erst flog Sven Hannawald der Konkurrenz beim Weltcup in Engelberg auf und davon, dann mit dem Learjet zur Auszeichnung der Sportler des Jahres. Nach dem befreienden ersten Saisonsieg düste der 28-Jährige im Eiltempo ins Kurhaus von Baden-Baden, wo er seine Rückkehr in die absolute Weltspitze gebührend feiern wollte.

„Das war eine Granate heute und das schönste Weihnachtsgeschenk für mich“, sagte Hannawald, der vor Freude am liebsten die ganze Welt umarmt hätte. „Das ist das Ergebnis, das er gebraucht hat“, erklärte Bundestrainer Reinhard Heß, der nun bei der am kommenden Sonntag beginnenden Vierschanzentournee fest mit Hannawald rechnet.

Hannawald: „Das gibt mir Auftrieb“

Der Hinterzartener ließ am Sonntag mit Sprüngen von 133 und 132,5 m nichts anbrennen, nachdem er bereits am Samstag als Dritter hinter Janne Ahonen (Finnland) und Mathias Hafele (Österreich) am Sieg geschnuppert hatte. „Das ich so schnell wieder auf dem Podest stehe ist phänomenal. Es macht enorm Spaß“, sagte Hannawald, der den schwierigen Bedingungen mit Nebel und Dauerregen trotzte.

Lediglich der starke Wind bremste ihn am Samstag. „Wichtig ist, dass ich wieder konstant meine Sprünge zeige. Das gibt Auftrieb“, meinte Hannawald. Während der Gewinner von Engelberg mit 27 000 Schweizer Franken im Gepäck entschwand, zog es Martin Schmitt nach dem durchwachsenen Comeback auf die heimische Couch. „Ich fühle mich müde, ich brauche ein paar Tage Ruhe“, gestand er nach dem 33. Platz am Sonntag. „Ich bin aber nicht enttäuscht“, meinte der Doppel-Weltmeister aus Tannheim, der am Samstag 16. geworden war.

Bundestrainer Heß auch mit Schmitt zufrieden

Starker Rückenwind hatte seine Hoffnungen auf eine Top-Ten-Platzierung hinweg geblasen. „Da kann auch Martin nichts machen“, sagte Heimtrainer Wolfgang Steiert. Schmitt tröstete sich mit der Erkenntnis, dass für ihn vom Potenzial her schon wieder vordere Platzierungen machbar sind. „Die Resultate spielen keine Rolle. Wichtig ist, dass die Sprünge technisch zufrieden stellend sind“, sagte er nach seinen ersten zwei Saison-Wettkämpfen.

Auch Reinhard Heß war nicht unzufrieden: „Man darf sich nicht von dem Ergebnis täuschen lassen. Sein aktuelles Leistungsbild ist mehr wert.“ Der Thüringer verhehlte allerdings nicht, dem Doppel-Weltmeister mehr zugetraut zu haben. „Ich habe insgeheim gedacht, dass eine Platzierung unter den Top 8 drin ist“, gestand der Bundestrainer.

Schock von Kuusamo überwunden

Dennoch haben die deutschen Ski-Adler rechtzeitig vor der Tournee ihren Sinkflug beendet und Hoffnungen für den ersten Saison-Höhepunkt geweckt. Denn in Michael Uhrmann (Rastbüchl), der in Engelberg 11. und 25. wurde, gibt es ein drittes heißes Eisen im Feuer. „Ich habe keine Bedenken, was die Drei angeht. Sie werden bei der Tournee präsent sein“, erklärte Heß zuversichtlich. Als 9. überzeugte am Sonntag auch Georg Späth (Oberstdorf).

Nummer eins ist aber wieder Hannawald, der den Schock von Kuusamo endgültig verdaut hat. „Ich habe ihn das erste Mal so richtig locker erlebt“, bestätigte Heß diesen Eindruck. Hannawald hat den Kopf wieder frei und kommt zudem mit seinem Material immer besser zurecht. Eine Umstellung auf die neuen Ski schließt er vor der Tournee aus. „Ich glaube nicht, dass ich über die Feiertage in Panik verfalle und auf Teufel komm' raus Material teste“, sagte er.

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