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Sergio Perez Zu schnell für Alonso

 ·  Unglaublich! Ein Mexikaner schießt in einem Rennwagen aus der Schweiz in die Spitzengruppe der Formel 1: Sauber-Pilot Sergio Perez ist der nächste Siegkandidat.

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© dpa Noch keine Lichtgestalt, aber ein strahlender Aufsteiger: Sergio Perez

Jedes Kompliment könnte eine Gefahr sein, denn zu viele Komplimente und Erfolge machen aus einem Nobody schnell einen begehrten Mann. Trotzdem bleibt der Teamführung des Formel-1-Rennstalls Sauber nichts anderes übrig in diesen Tagen: „Sergio hat sich fast in Trance gefahren“, sagte Teammanager Beat Zehnder. Von Platz zwölf auf das Podium beim Großen Preis von Italien, Sergio Perez fuhr zum Teil zwei Sekunden pro Runde schneller als der Rest, und am Ende reichte dem Zweiundzwanzigjährigen ein Wort, um zu beschreiben, was er da gerade vollbracht hatte: „Incredibile!“

Unglaublich! Ein Mexikaner schießt in einem Rennwagen aus der Schweiz in die Spitzengruppe der Formel 1. Nun fragen sich die Etablierten der Branche: Wie machen die das bloß? Kaum ein anderer Fahrer kommt so gut mit den unberechenbaren Reifen der neuen Generation zurecht wie Perez, und kaum ein anderes Auto geht so sanftmütig mit den Pneus um wie der Sauber C31.

Schon bei den Testfahrten vor der Saison lobte Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey den weißen Renner der Konkurrenz. Inzwischen darf er sich in seinem Urteil bestätigt fühlen. Sauber belegt derzeit Platz sechs in der Konstrukteurswertung und liegt nur knapp hinter Mercedes. Ein kleines Wunder. Schließlich arbeiten die Schweizer nur mit etwa der Hälfte des Etats, den die Top-Teams zur Verfügung haben.

Zufrieden geben sich die Verantwortlichen von Sauber damit jedoch nicht, je weiter es das Team in der Gesamtwertung nach vorne schafft, desto mehr Geld gibt es aus dem Topf der Vermarktungseinnahmen: „Hinsichtlich der Prämie ist der Unterschied zwischen Platz sechs und Platz fünf signifikant“, sagt Geschäftsführerin Monisha Kaltenborn. „Wir wissen, dass wir es schaffen können, wenn die Dinge so laufen, wie wir uns das vorstellen.“

Perez ist dabei der entscheidende Faktor. Seit knapp zwei Jahren zählt der Mann aus Guadalajara zum Team. Seine Leistungen schwanken, aber den sogenannten „Grundspeed“ hat er. Im Fahrerlager nennt man ihn durchaus respektvoll „Speedy Gonzales“, die schnellste Rennmaus von Mexiko. Als Perez 2010 vorgestellt wurde, galt er als typischer Paydriver, der die Kasse von Sauber füllen sollte. Er war der Wunschfahrer von Carlos Slim, der sein Vermögen vor allem mit Unternehmen der Telekommunikationsbranche verdient hat, heute rund siebzig Milliarden Dollar besitzen soll und 2011 als Sponsor bei Sauber eingestiegen ist. Slim wünschte sich kaum etwas mehr, als einen seiner Landsmänner im Cockpit zu sehen. Die Wahl fiel auf Perez, der früh die Kart-Meisterschaften in Mexiko und den Vereinigten Staaten gewonnen hatte und dann auch in der Formel BMW, der Formel 3 und der GP2 überzeugte. Eine klassische Rennfahrerkarriere, die in der kommenden Saison ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen könnte.

Ferrari - zu den Roten aus Maranello wollen sie alle, und Perez könnte dort schon im kommenden Jahr Felipe Massa ersetzen. Oder hat er sich ausgerechnet in Italien all seiner Chancen beraubt, als er kurz vor dem Rennende noch an Fernando Alonso vorbeizog? „Keine Ahnung“, sagte Perez und lächelte. „Ich werde immer alles für mein Team geben. Und ich werde gegen jeden fahren, egal ob gegen Fernando oder Lewis (Hamilton). Ich werde kämpfen.“ Erst um einen Sieg, später vielleicht sogar um die Weltmeisterschaft? „Ich möchte gewinnen“, sagte Perez: „Hoffentlich passiert es noch vor dem Ende der Saison.“ Ein Wunder wäre es nicht.

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Jahrgang 1981, Sportredakteur.

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