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Sebastian Vettel : Der nächste Fixstern

Zukunft und Vergangenheit: Vettel und Schumacher Bild: dpa

Schumacher und Vettel verkörpern die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Formel 1. Während der Stern des Altmeisters untergeht, könnte mit Vettel ein neuer aufsteigen. Ein Kommentar.

          Ein neuer Rekordmann? Ein neuer Schumacher gar? Prognosen sind schwierig in der Formel 1, in der der Mensch wie kein anderer Sportler von der Maschine abhängig ist. Und doch wird eines immer deutlicher: Das Unvorstellbare ist möglich - Sebastian Vettel könnte irgendwann den erfolgreichsten Fahrer in der Geschichte der Formel 1 übertrumpfen. Acht Titel? Einhundert Grand-Prix-Erfolge? Warum nicht?

          Vettel ist erst 25 Jahre alt, bis 2014 steht er bei Red Bull, dem derzeit besten Rennstall, unter Vertrag, nach seiner fünften kompletten Saison könnte er zum dritten Mal Weltmeister sein. Ein neuer Schumacher wäre er allerdings selbst dann noch nicht. Der Kerpener wird, am Sonntag im elend langsamen Mercedes 13., auch in seinem Ruhestand das Privileg genießen, der Erste gewesen zu sein, der Deutschland aus dem Motorsport-Tiefschlaf weckte. Und damit die Basis schaffte für die Entwicklung von Vettel.

          Ein erwachsener Champion

          Brüder im Geiste - den Junior und den Senior verbindet mehr als nur die Herkunft aus einfachen Verhältnissen und der unbedingte Wille auf den nächsten Erfolg. Sie sind die deutschen Gesichter dieser Sportart in den vergangenen zwanzig Jahren, verkörpern Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

          Im Abschiedsjahr von Schumacher könnte die Entwicklung Vettels noch einmal eine neue Dimension bekommen. Bisher war er in erster Linie stets der Jüngste. Das erste Rennen, die erste Pole-Position, der erste Sieg, der erste Titel - sein Aufstieg in die Elite der Rennfahrer gleicht einer perfekten Laufbahnplanung. Niederlagen kommen darin bisher kaum vor. In diesem Jahr allerdings musste Vettel glauben, wenn Experten den Glauben an ihn schon verloren hatten. Und er musste motivieren, wenn sein Team auch hätte resignieren können. Der Champion ist erwachsen geworden.

          Nach dem Rückzug

          Vettel, Rosberg, Hülkenberg und Glock - vier deutsche Fahrer stehen nach dem Rückzug Schumachers 2013 wieder in der Startaufstellung. Keine andere Nation ist so stark vertreten in der Formel 1. Und keine andere Fahrgemeinschaft liefert so viele unterschiedliche Geschichten und Spannungsmomente: Bleibt Vettel der Herrscher der Szene? Kann sich Rosberg bei Mercedes künftig gegen seinen neuen Teamkollegen Lewis Hamilton behaupten? Hat sich Hülkenberg durch seinen sechsten Platz in Korea ein Cockpit beim Überraschungsteam Sauber gesichert? Oder wann verliert Glock im schleppend langsamen Marussia die Lust?

          Ob allerdings im kommenden Sommer in Deutschland gefahren wird, ist nicht sicher. Das ist das Paradoxon: Schumacher interessiert noch immer die Massen. Mit ihm geht der Fixstern, ein neuer könnte aufsteigen. Falls es Vettel gelingt, das Schwungrad Formel 1 hierzulande künftig ohne seinen Freund in Bewegung zu halten.

          Quelle: F.A.Z.

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