http://www.faz.net/-gtl-6ou14
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 09.06.2004, 13:39 Uhr

Schwimmen DSV schlägt 35 Athleten für Athen vor

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) schlägt dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) 35 Schwimmer - 19 Frauen und 16 Männer - für einen Start bei den Olympischen Spielen in Athen vor.

Nach nur 90minütiger Diskussion am Mittwochmorgen in Berlin schlägt der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) 35 Schwimmer - 19 Frauen und 16 Männer - für einen Start bei den Olympischen Spielen in Athen vor.

Das erklärte DSV-Sportdirektor Ralf Beckmann. Das vom DSV nominierte Team wird von den Weltmeistern Hannah Stockbauer, Antje Buschschulte, Thomas Rupprath und Weltrekordlerin Franziska van Almsick angeführt. Für „Franzi“ und den Essener Christian Keller (31) werden Athen jeweils die vierten Spiele. Das NOK beruft die Athleten am 28. Juni.

Mehr zum Thema

Drei Disziplinen unbesetzt

Einen Tag nach dem Ende der deutschen Meisterschaften in Berlin setzte der DSV die Beckmann-Formel „32 plus X“ erwartungsgemäß problemlos um. „Härtefälle“ waren nur Steffen Driesen (Wuppertal) und Brustschwimmer René Kolonko aus Riesa. Driesen, WM-Vierter 2003 über 100 m Rücken, und der ehemalige Jugend-Europameister Kolonko wurden vom DSV trotz nicht erfüllter Qualifikationsnorm für einen Start in Athen vorgeschlagen. „Das dient der Absicherung der Lagenstaffel. Ob es für den einen oder anderen zudem Einzelstarts geben wird, werden wir erst in der kommenden Woche besprechen“, sagte Beckmann.

Neben erfahrenen Sportlern wie 200-m-Freistil-Weltrekordlerin Franziska van Almsick (Berlin) oder Sandra Völker (Leipzig), Olympia-Zweite von Atlanta 1996, sollen auch die 16jährige Teresa Rohmann aus Erlangen und zwei 19 Jahre alte Überraschungsmeister von Berlin in Athen starten: Helge Meeuw aus Wiesbaden hatte sich über 100 und 200 m Schmetterling qualifiziert, Marco di Carli aus Sögel im Emsland die 100 m Rücken mit erfüllter Norm gewonnen. In den olympischen Disziplinen wurden lediglich die deutschen Meister Carsten Dehmlow (Hamburg/50 m Freistil), Sebastian Halgasch (Riesa/200 m Rücken) und Jochen Hanz (Berlin/400 m Lagen) nicht nominiert.

„Im Vergleich zu Sydney wollen wir in Athen ein Gewinner-Team sein“, hatte Beckmann zum Abschluß der Olympia-Qualifikation in der deutschen Hauptstadt als Ziel genannt. Vor vier Jahren waren Bronzemedaillen der Frauenstaffel über 4 x 200 m Freistil, des
Männerquartetts über 4 x 100 m Lagen und des Chemnitzers Stev Theloke (100 m Rücken) die enttäuschende deutsche Medaillen-Ausbeute.

Männer (16): Jens Schreiber, Lars Conrad (beide Wfr. 98 Hannover), Stefan Kunzelmann (SGS Hannover), Stefan Herbst (SSV Leutzsch), Torsten Spanneberg (SG Neukölln), Johannes Oesterling (TSV Eintracht Stadtallendorf), Christian Keller (SG Essen), Heiko Hell (SGS Hamburg), Thomas Lurz, Christian Hein (beide SV Würzburg 05), Jens Kruppa, René Kolonko (beide SC Riesa), Helge Meeuw (SC Wiesbaden), Marco di Carli (SV Sigiltra Sögel), Thomas Rupprath, Steffen Driesen (beide SG Bayer Wuppertal/Uerdingen/Dormagen)

Frauen (19): Sandra Völker, Janina-Kristin Götz (beide SC DHfK Leipzig), Franziska van Almsick, Dorothea Brandt, Britta Steffen (alle SG Neukölln), Antje Buschschulte (SC Magdeburg), Petra Dallmann (SV Nikar Heidelberg), Sara Harstick (SG Hildesheim),
Daniela Götz (TSV Katzwang), Hannah Stockbauer, Teresa Rohmann (beide SSG 81 Erlangen), Jana Henke (OSC Potsdam), Sarah Poewe (SG Bayer Wuppertal/Uerdingen/Dormagen), Vipa Bernhardt (SG Frankfurt), Birte Steven (SGS Hannover), Anne Poleska (SG Essen), Annika Mehlhorn (SG ACT/Baunatal), Janine Pietsch (SC Delphin Ingolstadt), Nicole Hetzer (SV Wacker Burghausen

Quelle: dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Weltverband greift durch Russische Gewichtheber werden von Olympia ausgeschlossen

Nach den Vorwürfen des systematischen Dopings gegen das Olympia-Team aus Russland hat der Weltverband der Gewichtheber Konsequenzen gezogen: die russischen Gewichtheber dürfen nicht teilnehmen. Mehr

29.07.2016, 20:46 Uhr | Sport
Fackellauf Olympisches Feuer kurz vor Rio

Das Olympische Feuer erreichte in dieser Woche den brasilianischen Küstenstaat Rio de Janeiro, begleitet auch von Protesten. Mehr

30.07.2016, 14:02 Uhr | Sport
Das IOC in der Krise Olympia ist am Boden

Zu teuer, zu intransparent, ohne moralische Kraft: Die Reputation Olympias könnte derzeit schlechter nicht sein. Die Milliarden sprudeln zwar wie eh und je – aber das Geschäftsmodell des IOC gerät an seine Grenzen. Mehr Von Michael Ashelm

30.07.2016, 21:36 Uhr | Wirtschaft
Achtung Spion! Satellit zur Überwachung ins All geschickt

Eine amerikanische Trägerrakete hat einen Satelliten zur geheimdienstlichen Überwachung über der Erde positioniert. Die Atlas-V-Rakete startete von Cape Canaveral in Florida aus. Der Satellit soll Daten für das Nationale Aufklärungsamt der Vereinigten Staaten sammeln. Das ist eine von mehreren Geheimdienstbehörden in Amerika und versorgt auch das Verteidigungsministerium mit Informationen. Mehr

29.07.2016, 13:57 Uhr | Wissen
Gewichtheber Max Lang Wir schauen zu, wie Doper Gold abholen

Gewichtheber Max Lang hofft noch immer auf Olympia und Gerechtigkeit – wenn die Dauer-Doper in seiner Sportart gesperrt werden. Im F.A.Z.-Interview spricht er über absichtlich langsame Funktionäre und den schlechten Witz des IOC. Mehr Von Christoph Becker

29.07.2016, 17:10 Uhr | Sport

Gold für Klempner, Lob für Stümper

Von Evi Simeoni

Hämmern und Bohren sollte olympische Disziplin werden - dann dürfen auch die mit Hammer und Sicherl in der Flagge ruhig teilnehmen. Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Sport-Analysen“