20.07.2005 · Britta Kamrau hat bei der WM in Montreal im Langstreckenschwimmen Bronze über 10 Kilometer gewonnen. Die Rostockerin lag im Ziel 3,5 Sekunden hinter der Niderländerin Edith van Dijk, die in 1:56:00,5 Stunden Gold gewann.
Mit Wut im Bauch hat sich Langstreckenschwimmerin Britta Kamrau bei der WM in Montreal ihre erste Medaille gegriffen, die Titelverteidigung über 10 Kilometer aber um 3,5 Sekunden verpaßt.
„Nach dem verpatzten Auftakt über 5 Kilometer wollte ich es unbedingt wissen. Natürlich habe ich auf Gold spekuliert, aber auch Bronze ist in Ordnung“, meinte die 26jährige nach ihrem dritten Platz. In unmittelbarer Nähe des Formel-1-Kurses startete Kamrau einen Kilometer vor dem Ziel durch, hatte dem Konter ihrer schärfsten Rivalin Edith van Dijk aber nichts entgegensetzen. Die Niederländerin triumphierte in 1:56:00,5 Stunden und sicherte sich ihre 13. Medaille bei einer WM. Silber ging an die Italienerin Federica Vitale (1:56:02,5). Als Zwölfte schwamm die zweite deutsche Starterin Gina Mohr (Elmshorn) durchs Ziel.
„Britta hat alles richtig gemacht“
„Die harten Weltcup-Rennen fordern jetzt doch ihren Tribut. Mir fehlt einfach die Kraft und die Grundschnelligkeit“, meinte Kamrau. Langstrecken-Coach Christian Bartsch nahm Platz drei hingegen auf seine Kappe. „Britta hat alles richtig gemacht. Daß sie den Spurt so früh angezogen hat, war mein Fehler. Ich habe sie so eingestellt“, sagte Bartsch. Bei Sonnenschein und 27 Grad warmen Wasser - optimale Bedingungen für die selbsternannte „Frostbeule“ - hielt sich die Welt-Langstreckenschwimmerin zunächst in der Verfolgergruppe auf. „Es sieht gut aus. Britta hält sich an die Taktik. Sie soll sich zunächst ein bisschen zurückhalten“, meinte Kamraus Betreuer und künftiger Ehemann Augusto Corestein nach der Hälfte der Strecke zuversichtlich. „Das unglückliche Rennen am Sonntag mit diesem Hauen und Stechen der Konkurrenz motiviert mich zusätzlich“, hatte die Rostockerin vor dem Start erklärt.
Nun hofft Kamrau zumindest auf die erfolgreiche Titelverteidigung am Freitag über die „Marathonstrecke“ von 25 Kilometer. „Natürlich möchte ich zumindest diesen Titel verteidigen“, meinte die Blondine: „Zumal ich durch die Weltcup-Saison über die langen Strecken durchaus noch besser geworden bin.“ Zum Auftakt hatte Kamrau über 5 Kilometer Platz sechs belegt.