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Schwimm-WM Drittes Gold für Hannah Stockbauer

26.07.2003 ·  Hannah Stockbauer ist Weltmeisterin über 800 m Freistil geworden. Mit ihrem insgesamt fünften Einzeltitel ist sie jetzt erfolgreichste deutsche WM- Starterin.

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Hannah Stockbauer ist die ungekrönte Schwimm-Königin von Barcelona und Deutschlands erfolgreichste WM-Schwimmerin: drittes Finale, dritter Sieg, fünftes Einzel-Gold bei einer Weltmeisterschaft. „Das war eines der härtesten Rennen, die ich je hatte“, sagte sie nach einem 800-m-Freistilkrimi gegen Diana Munz aus Amerika: „Echt Wahnsinn!“

Nach ihrer Vorlauf-Zitterpartie machte die 21-jährige Stockbauer am Samstag erst spät Ernst. Lange lagen sie und Diana Munz gleichauf, im Schlußspurt kämpfte sie ihre Rivalin nieder, schlug nach 8:23,66 Minuten als Erste an: „Ich habe einfach die Augen zugemacht und geballert.“ Ihren historischen Sieg konnte sie kaum fassen: „Ich war total nervös, aber jetzt habe ich es ja geschafft.“ Mit fünf WM-Einzeltiteln ist sie jetzt vor Kornelia Ender und Michael Groß beste Deutsche. Die gesundheitlich angeschlagene Europameisterin Jana Henke (Potsdam) wurde Fünfte.

Phelps geschlagen

Ian Crocker schwamm in einem amerikanischen Duell über 100 m Schmetterling in 50,98 Sekunden zum elften Weltrekord im Palau Sant Jordi, „Wunderknabe“ Michael Phelps blieb Platz 2 vor Andrej Serdinow (Ukraine), der den vierten Europarekord erzielte. Thomas Rupprath wurde Fünfter: „Ich habe alles gegeben. Aber das Rennen war der Hammer. Ich konnte nur auf die Zeiten schauen und staunen.“

Der 18-jährige Phelps wollte Australiens Superstar Ian Thorpe mit dem dritten Titel die Schau stehlen, doch der zwei Jahre ältere Crocker war noch schneller als der entthronte Weltrekordler. Die über 11 000 Zuschauer feierten Crocker frenetisch, und auch „Zar“ Alexander Popow ist bei der Rückkehr in die katalanische Metropole umjubelt wie 1992 bei seinem Doppel-Olympiasieg. In 21,92 Sekunden kraulte der 31 Jahre alte Russe nach 50 Metern zum dritten Titel.

Lagenstaffel nur auf Platz vier

Als Startfrau der Lagenstaffel schwamm Antje Buschschulte zwar in 1:00,33 Minuten deutschen Rekord, doch dem Quartett des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) mit Sarah Poewe, Annika Mehlhorn und Schlußschwimmerin Sandra Völker blieb in 4:02,01 Minuten wie 1998 und 2001 hinter China (3:59,89), Amerika (4:00,83) und Australien (4:01,37) nur Rang vier.

Ergebnisse:

Frauen:

50 m Schmetterling: 1. Inge de Brujin (Niederlande) 25,84 Sek.; 2. Jenny Thompson (USA) 26,00; 3. Anna-Karin Kämmerling (Schweden) 26,06; 4. Yafei Zhou (China) 26,85; 5. Chantal Groot (Niederlande) 26,92; 6. Vered Borochovsky (Israel) 26,98; 7. Natalia Chudjakowa (Ukraine) 27,10; 8. Angela San Juan (Spanien) 27,24

200 m Rücken: 1. Katy Sexton (Großbritannien) 2:08,74 Min.; 2. Margaret Hoelzer (USA) 2:09,24; 3. Stanislawa Komarowa (Russland) 2:10,17; 4. Irina Amschennikowa (Ukraine) 2:10,82; 5. Hanae Ito (Japan) 2:10,95; 6. Jennifer Fratesi (Kanada) 2:12,53; 7. Nicole Hetzer (Burghausen) 2:12,82; 8. Sarah Price (Großbritannien) 2:13,78

800 m Freistil: 1. Hannah Stockbauer (Erlangen) 8:23,66 Min.; 2. Diana Munz (USA) 8:24,19; 3. Rebecca Cooke (Großbritannien) 8:28,45; 4. Brittany Reimer (Kanada) 8:28,73; 5. Jana Henke (Potsdam) 8:30,12; 6. Eva Risztov (Ungarn) 8:35,70; 7. Regina Sitsch (Russland) 8:39,96; 8. Hua Chen (China) 8:46,78

4 x 100 m Lagen: 1. China 3:59,89 Min.; 2. USA 4:00,83; 3. Australien 4:01,37; 4. Deutschland (Antje Buschschulte/Magdeburg/1:00,33 Min. deutscher Rekord über 100 m Rücken; Sarah Poewe/Wuppertal; Annika Mehlhorn/Baunatal; Sandra Völker/Hamburg) 4:02,01; 5. Japan 4:06,25; 6. Niederlande 4:07,73; 7. Schweden 4:08,39; 8. Großbritannien 4:10,69

Männer:

50 m Freistil: 1. Alexander Popow (Russland) 21,92 Sek.; 2. Mark Foster (Großbritannien) 22,20; 3. Pieter van den Hoogenband (Niederlande) 22,29; 4. Johan Kenkhuis (Niederlande) 22,30; 5. Julien Sicot (Frankreich) 22,38; 6. Alexander Wolinets (Ukraine) 22,40; 7. Brett Hawke (Australien) 22,41; 8. Jason Lezak (USA) 22,44

100 m Schmetterling: 1. Ian Crocker (USA) 50,98 Sek. (Weltrekord); 2. Michael Phelps (USA) 51,10; 3. Andrej Serdinow (Ukraine) 51,59 (Europarekord); 4. Igor Martschenko (Russland) 51,95; 5. Thomas Rupprath (Wuppertal) 51,98; 6. Takashi Yamamoto (Japan) 52,27; 7. Franck Esposito (Frankreich) 52,68; 8. Jewgeni Korotischkin (Russland) 53,00

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