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Schwimm-WM Deutsches Motto: Alles wird gut

20.07.2005 ·  Nach schlechtem Essen und miserablen Trainingsbedingungen während der Vorbereitung sind die deutschen Schwimmer froh, vorzeitig in die WM-Stadt Montreal reisen zu dürfen. Nur Stev Theloke sorgt weiter für Ärger.

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Der Countdown für die Schwimmer bei der WM in Montreal läuft. Am kommenden Sonntag greifen sie erstmals in die Wettkämpfe ein. Der Frust über die Probleme im Trainingslager der deutschen Starter ist verflogen, nun wollen sie endlich angreifen. „Es paßt. Jetzt, wo wir hier sind, ist alles klar“, sagte Aktivensprecherin Anne Poleska nach dem vorgezogenen Umzug von Ottawa in die WM-Gastgeberstadt.

Spätestens bei der Ankunft im Mannschaftsquartier war die mangelnde Versorgung und das schlechte Essen des Trainingslagers vergessen. „Es war schon richtig, daß Kritik angebracht wurde. Jetzt ist Schluß damit, es geht nach vorne“, sagte Poleska. Gleichzeitig konnte sich die 25jährige Brustschwimmerin aus Essen, die in den Vereinigten Staaten studiert, einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen und nannte die Bedingungen nach ihren ersten Bahnen im Rennbecken und dem Abendessen in Montreal „fantastisch“.

„Das wird niemand als Ausrede verwenden“

Dennoch blieb für großartige Schuldzuweisungen keine Zeit. Cheftrainer Ralf Beckmann fiebert dem Auftakt entgegen: „Die Mannschaft will ran. Schließlich arbeiten wir seit einem Jahr auf diese WM hin.“ Auch Anne Poleska freut sich auf den Beginn der Wettkämpfe: „Wenn die kritischen Tage überwunden sind, ist auch alles wieder gut.“ Petra Dallmann, Olympia-Dritte 2004 von Athen mit der Freistil-Staffel begrüßt den Umzug: „Hier können wir über nichts klagen.“

Trotz aller Turbulenzen soll es eine erfolgreiche Weltmeisterschaft für die deutschen Schwimmer werden. Sprecherin Poleska ist zuversichtlich: „Das Team ist eine homogene Truppe. So ein Killefitz wird niemanden von einer Bestleistung abbringen, das wird niemandem im Wege stehen. Wir sind professionell genug, damit umgehen zu können.“ Sie sei sich sicher, daß Sport auf höchstem Niveau geboten werde - auch von den Deutschen. Und Petra Dallmann ergänzt: „Das wird niemand als Ausrede verwenden.“

Selbstbewußtsein im deutschen Lager

Längst hat sich wieder positive Stimmung und Selbstbewußtsein im deutschen Lager breit gemacht. Europameister Stev Theloke blickt optimistisch auf den Wettbewerb über 50 Meter Rücken: „Thomas Rupprath holt eine Medaille, und Theo holt eine Medaille.“ Auch auf Funktionärsebene ist man erleichtert, daß die Zeit in Ottawa beendet ist: „Die Stimmung steigt wieder. Hier geht alles wieder ganz normale Bahnen“, sagte Jürgen Fornoff, Generalsekretär des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV).

Horst Melzer, Trainer von Anne Poleska und Medaillenhoffnung Mark Warnecke, war „froh, daß wir endlich hier sind. Jetzt kommt der Spirit dieser Veranstaltung endlich rüber.“ Zugleich lobte er die Führung des DSV für ihren Umgang mit den Problemen: „Die Teamleitung hat sofort reagiert und alles positiv geregelt.“ Chefcoach Beckmann nimmt sogar Erfreuliches aus Ottawa mit, positive Spannung tue gut. „Sonst hätten wir sie ja hineintragen müssen.“

Mit Ärger und Konsequenzen muß Stev Theloke rechnen, der in einem Interview der „Sport Bild“ harte Kritik an Beckmann übte. „Letztendlich verarscht er doch permanent auch die Medien, wobei der Sportler am Ende der Dumme ist“, sagte der Rückenspezialist aus Chemnitz. So seien vor Olympia in Athen Medaillen-Prämien versprochen werden. „Dabei war schon vorher offenbar klar, daß das Geld gar nicht ausgezahlt werden kann, weil es nichts gibt.“ Das Vertrauen zu Beckmann sei „etwas angekratzt“. Zudem würden Schwimmer aus dem Osten benachteiligt, so Theloke.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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