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Schwimm-Kommentar : College statt Kohle

Abschied vom Glamour: Missy Franklin konzentriert sich aufs Studium Bild: dapd

Da wertschätzt jemand doch mal Bildung: Missy Franklin verzichtet für den Studienplatz auf zwei Millionen Dollar Werbeeinnahmen. Sie wird aber noch Zeit finden fürs Geldverdienen.

          Zwei Millionen Dollar, das ist kein Pappenstiel. Zumal für einen Schwimmsportler. Zwei Millionen Dollar, so viel hätte Missy Franklin nach den Olympischen Spielen in London durch Sponsorenverträge kassieren können, so rechnete es ihr Vater vor. Klar, könnte man denken, er ist ihr Vater, er sieht das alles ein bisschen rosiger als die meisten anderen Menschen.

          Im Fall Franklin aber sahen die Werbe-Fachleute das ganz genauso. Denn Missy Franklin war die erfolgreichste Schwimmerin der Spiele in London, sie gewann vier Mal Gold und einmal Bronze, mit 17 Jahren.

          Seit dieser Woche steht nun aber endgültig fest, dass die zwei Millionen ins Wasser fallen - vorerst zumindest. Denn Missy Franklin hat nun auch schriftlich festgelegt, dass sie künftig die University of California in Berkeley besuchen und für das dortige College-Team, die Golden Bears, schwimmen wird.

          Amateurstatus erhalten

          Das heißt: Sie wird ihren Amateur-Status behalten und darf gemäß den Statuten kein Geld mit ihrem Sport verdienen. College statt Kohle, so lauten ihre Prioritäten - wegen der persönlichen Erfahrung, der Freundschaften fürs Leben, der Teamerlebnisse, des Abschlusses und der späteren Perspektiven, die das College bietet.

          Die schnellste Frau im Wasser: Vierfachsiegerin Franklin
          Die schnellste Frau im Wasser: Vierfachsiegerin Franklin : Bild: dapd

          Und wohl auch ein bisschen, weil ihr danach immer noch Zeit bleibt zum Geldverdienen. 2015 will Missy Franklin Profi werden. Um 2016 bei Olympia in Rio ähnlich abzuräumen wie in London. Bestens vorbereitet. Auf die Spiele wie auf das Leben danach.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

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          Quelle: F.A.Z.

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