Home
http://www.faz.net/-gtl-74eiu
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Schwimm-Kommentar College statt Kohle

Da wertschätzt jemand doch mal Bildung: Missy Franklin verzichtet für den Studienplatz auf zwei Millionen Dollar Werbeeinnahmen. Sie wird aber noch Zeit finden fürs Geldverdienen.

© dapd Vergrößern Abschied vom Glamour: Missy Franklin konzentriert sich aufs Studium

Zwei Millionen Dollar, das ist kein Pappenstiel. Zumal für einen Schwimmsportler. Zwei Millionen Dollar, so viel hätte Missy Franklin nach den Olympischen Spielen in London durch Sponsorenverträge kassieren können, so rechnete es ihr Vater vor. Klar, könnte man denken, er ist ihr Vater, er sieht das alles ein bisschen rosiger als die meisten anderen Menschen.

Bernd Steinle Folgen:  

Im Fall Franklin aber sahen die Werbe-Fachleute das ganz genauso. Denn Missy Franklin war die erfolgreichste Schwimmerin der Spiele in London, sie gewann vier Mal Gold und einmal Bronze, mit 17 Jahren.

Seit dieser Woche steht nun aber endgültig fest, dass die zwei Millionen ins Wasser fallen - vorerst zumindest. Denn Missy Franklin hat nun auch schriftlich festgelegt, dass sie künftig die University of California in Berkeley besuchen und für das dortige College-Team, die Golden Bears, schwimmen wird.

Mehr zum Thema

Amateurstatus erhalten

Das heißt: Sie wird ihren Amateur-Status behalten und darf gemäß den Statuten kein Geld mit ihrem Sport verdienen. College statt Kohle, so lauten ihre Prioritäten - wegen der persönlichen Erfahrung, der Freundschaften fürs Leben, der Teamerlebnisse, des Abschlusses und der späteren Perspektiven, die das College bietet.

USA Grand Prix Swimming © dapd Vergrößern Die schnellste Frau im Wasser: Vierfachsiegerin Franklin

Und wohl auch ein bisschen, weil ihr danach immer noch Zeit bleibt zum Geldverdienen. 2015 will Missy Franklin Profi werden. Um 2016 bei Olympia in Rio ähnlich abzuräumen wie in London. Bestens vorbereitet. Auf die Spiele wie auf das Leben danach.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.11.2012, 12:07 Uhr

Superstars und Schurken

Von Christoph Becker

Da werden Träume wahr: Die englische FA und der DFB können sich über die EM-Vergabe 2020 genauso freuen wie Wladimir Putin und der aserbaidschanische Alijew-Clan. Deren Oberhaupt erinnert Diplomaten schon mal an Film-Paten. Mehr 1 4