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Schwimm-EM Sandra Völker erst zu schnell, dann zu langsam

02.08.2002 ·  Erstmals blieben die deutschen Schwimmer bei der EM ohne Titelerfolg. Sandra Völker und Antje Buschschulte mussten sich über 100 m Rücken mit den Plätzen zwei und drei begnügen.

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Zum ersten Mal seit die Schwimm-Wettbewerbe der Europameisterschaft in der modernen Arena an der Landsberger Alle in Berlin laufen, konnte der Tonmeister die deutsche Nationalhymne in der CD-Hülle lassen. Am fünften Finaltag gab es erstmals kein Gold für die Athleten des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV).

Mit einem Sieg hatten vor allem die beiden Rückenschwimmerinnen Sandra Völker und Antje Buschschulte gleichermaßen gerechnet. Doch die Russin Stanislawa Komarowa war auf den letzten Metern die siegende Dritte. Im Endspurt blieb sie mit 2/100 Sekunden vor Sandra Völker (1:01,42 Minuten). „Ich bin leider zu schnell angegangen“, sagte die 28-Jährige, „ich dachte, ich kann das halten, aber es war sehr hart. Hinten heraus habe ich gestanden wie ein Eimer.“ Ihre Kontrahentin Antje Buschschulte war mit Bronze unzufrieden: „Mit der Zeit aus dem Halbfinale hätte ich gewonnen. Was soll's, es war alles ganz knapp.“

Franzi-Managerin: „Rücktritt abwegig“

Franziska van Almsick strahlte dagegen nach dem lockeren 200 m Freistil-Halbfinale über das ganze Gesicht. „Ich habe verdammt viel Spaß gehabt, ich hatte meine Konkurrenten gut im Griff“, sagte sie, „ich glaube, dass ich ihnen ein wenig Angst machen konnte.“ An diesem Samstag will sie ihren Weltrekord angreifen und zum vierten Gold anschlagen. Managerin Regine Eichhorn machte allen Rücktrittsgerüchten ein Ende: „Ich halte das im Moment für abwegig.“

Beim 32 Jahre alten Potsdamer Jörg Hofmann rückt er dagegen immer näher. Er konnte sich bei seiner neunten EM-Teilnahme den Traum von einer Medaille über 1.500 m Freistil nicht erfüllen. In 15:11,16 Minuten musste sich der Diplom- Forstwirt mit Rang fünf vor dem zehn Jahre jüngeren Elmshorner Heiko Hell (15:14,41) begnügen. Europameister wurde in 15:03,88 Minuten der Russe Juri Prilukow. „Ich denke, das war mein letztes Langbahnrennen“, sagte Hoffmann.

Chefcoach Beckmann fordert Disziplin

Für das Highlight des Tages sorgte der Ukrainer Oleg Lisogor mit seinem Weltrekord in 27,18 Sekunden über die 50 m Brust. Titelverteidiger Mark Warnecke aus Schwäbisch-Gmünd blieb nur Platz vier. Mit Europarekord in 1:44,89 Minuten gewann der Niederländer Pieter van den Hoogenband die 200 m Freistil.

Für den Schlussakkord fordert Cheftrainer Ralf Beckmann noch einmal eiserne Disziplin: „Wir sind schon unheimlich genau im Soll. Der Sonntag soll diese EM für uns krönen. Alle müssen sich zusammenreißen für ein erfolgreiches Final-Wochenende.“

Die Zwischenbilanz der Schwimmer: Sieben Mal Gold, vier Mal Silber und drei Mal Bronze. Beckmann: „Wir haben einen heimlichen Traum: So, wie wir mit zwei Staffel-Erfolgen angefangen haben, so würden wir am liebsten auch mit zwei Staffel-Erfolgen aufhören.“

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