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Solheim Cup Spektakulärer Debütantinnen-Ball

Zum ersten Mal gewinnen die europäischen Golferinnen den Kontinentalvergleich auf des Gegners Platz. Den entscheidenden Punkt holt die Schwedin Caroline Hedwall. Am Ende fällt der Sieg deutlich aus.

© REUTERS Vergrößern Jubelstimmung in blau und weiß: Europas Golf-Ladies triumphieren in Amerika

Ein Putt aus eineinhalb Metern mitten ins Loch – und rein in die Golfannalen: Die Schwedin Caroline Hedwall schob am Sonntagabend den Ball zum Birdie am 18. Grün zum Sieg gegen die Amerikanerin Michelle Wie ins Loch. Es war der Schlag, der den ersten Erfolg der Europa-Auswahl im Solheim Cup auf amerikanischem Boden besiegelte. Die überragende Spielerin der drei Tage im Colorado Golf Club in Parker holte schon im fünften der zwölf Einzel am Sonntagabend den entscheidenden 14. Punkt, der sicherstellte, dass der Pokalverteidiger die wichtigste Team-Trophäe im Damengolf wieder mit nach Hause nehmen darf. Was danach kam, war nur noch eine Zugabe und machte mit dem Endstand die Überlegenheit der ursprünglich als Außenseiter gehandelten Europäerinnen auch in Zahlen deutlich: 18:10, der bisher höchste Erfolg eines Teams in diesem Wettbewerb.

Caroline Hedwall, in der Weltrangliste auf Rang 22 notiert, gelang es zudem als erster Spielerin in der 23 Jahre langen Geschichte dieses Kontinental-Wettstreits, ihre fünf Matches alle zu gewinnen. Der Schlag des Wettbewerbs ging auf das Konto der Norwegerin Suzann Pettersen. Am Samstag hatte sie im Klassischen Vierer ihr Match am 17. Loch mit einem Hole-in-one entschieden, noch ein Novum in diesem Prestigeduell. „Es hat Spaß gemacht, das mitzuerleben: Suzanns Ass und Carolines fünfter Punkt. Wir haben damit noch mehr Geschichte geschrieben“, sagte die schwedische Team-Kapitänin Liselotte Neumann.

The Solheim Cup - Day Three © AFP Vergrößern Die „Säge“ nach dem Putt: Caroline Hedwall spielt überragend und punktet zum Gesamtsieg

Die 24-Jährige aus Löddeköpingen hatte am Freitag und Samstag mit ihrer Landsmännin Anna Nordqvist und der Gladbeckerin Caroline Masson ihre vier Vierer gewonnen. Doch im Solheim Cup treten wie beim männlichen Pendant Ryder Cup Einzelleistungen hinter das Mannschaftserlebnis zurück. „Jeder hat Großartiges für das Team geleistet. Alle haben gut gespielt“, sagte Liselotte Neumann, „ich kann gar nicht ausdrücken, wie stolz auf alle bin.“ Dazu hatte die 47-jährige Schwedin, die sechs Mal als Spielerin teilgenommen hatte, auch allen Grund. Ihr junges Team, das aus sechs Neulingen bestand, hatte schon in den Vierern, der Golf-Version des Doppels, den Grundstein gelegt.

Vor allem am Samstagnachmittag hatten die Europäerinnen gegen die favorisierten Amerikanerinnen alle vier Matches gewonnen und sich mit 10,5:5,5 den größten Vorsprung nach zwei Tagen verschafft.

Meg Mellon, die amerikanische Kapitänin, hatte darauf reagiert, wie es Teams, die zurückliegen, immer tun: Sie schickte ihre vermeintlich Besten als Erste auf die Runde. Vergebens. Anna Nordqvist rang der Weltranglistenzweiten und British-Open-Siegerin Stacy Lewis ein Remis ab.

Wie of Team USA slumps to her knees as Team Europe looks on after missing a birdie putt on the 18th green in the singles matches at the 2013 Solheim Cup at Colorado Golf Club in Parker, Colorado © REUTERS Vergrößern Michelle Wie fällt auf die Knie: Amerikas Team am Boden

Charley Hull, mit 17 Jahren die jüngste Spielerin, die je an diesem Wettbewerb teilnahm, benötigte nur 14 Löcher, um die Solheim-Cup-Veteranin Paula Creamer zu besiegen. Die Engländerin, die erst seit Beginn des Jahres professionell Golf spielt, ließ sich von der besonderen Atmosphäre, von den Zuschauern, die das Heimteam frenetisch anfeuerten, nicht im Geringsten beeinflussen: „Ich war nicht besonders nervös“, sagte die Britin, die in ihren ersten fünf Profiturnieren auf der Ladies European Tour fünfmal den zweiten Platz belegt hatte. „Man stirbt nicht, wenn ein Schlag missglückt. Golf ist für mich einfach: Ich schlage den Ball, finde ihn und schlage ihn wieder.“

Das Küken im Team war nach dem Coup gegen Paula Creamer, die als Weltranglisten-Elfte 136 Plätze höher eingestuft wird, sogar noch so cool, ihre Gegnerin um ein Autogramm für ihren Freund James auf ihrem Golfball zu bitten. „Er ist ein Fan von ihr“, begründete der Teenager die ungewöhnliche Aktion. Da wenig später auch noch die Spanierin Carlotta Ciganda ihre Gegnerin Morgan Pressel deutlich besiegte, war die Bühne für den großen Auftritt von Caroline Hedwall bereitet.

The Solheim Cup - Day Three © AFP Vergrößern Die Jüngste auf dem Platz: Charley Hull lässt sich nicht irritieren

Da fiel es nicht weiter ins Gewicht, dass anschließend die einzige Deutsche im Team eine von nur zwei Einzelniederlagen kassierte. Caroline Masson unterlag Lexi Thompson deutlich, aber das verdarb der 24-Jährigen nicht die Feierlaune. „Ich habe heute nicht so schlecht gespielt, aber überhaupt keine Putts lochen können. Aber mit zweieinhalb Punkten habe ich genug beigetragen, glaube ich.“

Die Gladbeckerin verlegte vor kurzem ihren Wohnsitz nach Mannheim. Dort will sie von den Trainingsbedingungen im Golf Club St. Leon-Rot profitieren, der auch der nächste Austragungsort des Solheim Cup im September 2015 ist. Masson erlebte in Colorado eine „Hammerwoche“: „Ich werde alles tun, um auch das nächste Mal wieder dabei zu sein.“

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Golf, Solheim Cup der Damen in Parker (Colorado)

Endstand: Amerika - Europa 10:18
Einzel: Amerika - Europa 4½:7½
- Lewis - Nordqvist (Schweden) halbiert,
- Hull (England) - Creamer 5 & 4,
- Lang - Munoz (Spanien) 2 & 1,
- Ciganda (Spanien) - Pressel 4 & 2, 
- Hedwall (Schweden) - Wie 1 auf,
- Piller - Matthew (Schottland) halbiert,
- Salas - Pettersen (Norwegen) halbiert,
- Sergas (Italien) - Korda halbiert,
- Thompson - Masson (Gladbeck) 4 &3,
- Ewart Shadoff (England) - Lincicome 3 & 2,
- Recari (Spanien) - Stanford 2 & 1,
- Kerr - Icher (Frankreich) halbiert.

Die Reise nach Parker wurde unterstützt vom Golf Club St. Leon-Rot.

Quelle: FAZ.NET

 
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