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Solheim Cup Großer europäischer Vorsprung

Zum ersten Mal seit elf Jahren gingen alle vier Matches einer Session beim 13. Solheim Cup komplett an Europa. Die Gäste vom Alten Kontinent führen vor den zwölf Schlusseinzeln an diesem Sonntag mit 10 ½ : 5 ½.

© AFP Feierstimmung im europäischen Team.

Karine Ichers Ball fand aus 14 Metern vom Vorgrün den Weg ins Loch. Mit diesem spektakulären Birdie  am 18. Loch des Colorado Golf Club gewann die Französin mit ihrer spanischen Partnerin Beatriz Recari auch dieses vierte und letzte Vierball-Match des zweiten Tages gegen die Amerikanerinnen Christie Kerr und Morgan Pressel. Dieser spektakuläre Schlussakt krönte einen Tag beim 13. Solheim Cup in Parker (Colorado), einen Tag, an dem zum ersten Mal seit elf Jahren alle vier Matches einer Session komplett an Europa gingen, ein Tag, an dem die Schwedin Caroline Hedwall am Morgen am 17. Loch ein Match im Klassischen Vierer mit einem As entschieden hatte. Die Gäste vom Alten Kontinent führen vor den zwölf Schlusseinzeln an diesem Sonntag mit 10 ½ : 5 ½. Noch nie in der Geschichte dieses seit 1990 ausgetragenen Prestigeduells der besten Golferinnen von beiden Seiten des Atlantiks hatte ein Team nach zwei Tagen einen so großen Vorsprung.

Um den Pokal wieder mitzunehmen, müssen die europäischen Profigolferinnen nur drei Einzel gewinnen und eines teilen, denn als Pokalverteidiger reicht ihnen auch ein 14:14-Unentschieden. Aber die Proetten, der aus sieben Ländern (Spanien, Schweden, England, Norwegen, Frankreich, Deutschland, Italien, Schottland)  zusammen gesetzten Europa-Auswahl wollen mehr: den ersten Sieg auf amerikanischem Boden.

„Die Mädels haben alles gegeben“

Die Aussichten dafür stehen gut. Denn bisher gelang es noch keinem Team, am Schlusstag einen Rückstand von mehr als zwei Punkten wett zu machen. „Es ist ein wundervolles Gefühl“, sagte die europäische Kapitänin Liselotte Neumann (Schweden) „die Mädels haben alles gegeben. Es war ein phantastischer Nachmittag.“

Dazu trug auch die einzige Deutsche im Team bei. Nachdem sie am Freitag bei den Klassischen Vierern noch pausierte, durfte Caroline Masson am Samstag gleich zwei Mal ran. Am Morgen, als diese Variante des Golf-Doppels, bei der beide Spielerinnen abwechselnd einen Ball spielen, ausgetragen wurde, bereitete die 24-jährige Gladbeckerin am 18. Loch mit einem Schlag, der zwei Meter vom Loch landete für ihre schottische Partnerin Catriona Matthews das Birdie vor, mit dem die beiden gegen Brittany Lincicome und Lizette Salas noch zu einem Remis kamen oder, wie es in der Golfsprache heißt, das Match teilten. „Dieser halbe Punkt fühlte sich wie ein Sieg an“, sagte die Tochter eines Tennislehrers. Gemeinsam mit der Schottin aus North Berwick, mit knapp 44 Jahren die Team-Seniorin, holten sie auf den beiden letzten Spielbahnen noch einen Zwei-Loch-Rückstand auf und sorgten dafür, dass die Amerikanerinnen die Klassischen Vierer am Morgen nur knapp mit 2 ½ : 1 ½ gewannen.

Die beiden „Caros“ ergänzten sich ideal

Am Nachmittag behielt Carolin Masson  auch in ihrem zweiten Vierball-Match mit Caroline Hedwall die Oberhand. Diesmal mit 2 & 1 gegen Michelle Wie und Jennifer Korda, die Tochter des ehemaligen tschechischen Tennisprofis Petr Korda. Michelle Wie brachte es auf den Punkt: „Wir haben gut gespielt, aber sie spielten besser.“  Caroline Masson gelangen vier Birdies, ihrer Partnerin drei – und wieder ergänzten sich die beiden „Caros“ ideal. „Ich habe toll gespielt, und hatte auch gute Partnerinnen. Es war eine Hammerwoche“, sagte Caroline Masson, die am Sonntag in ihrem Einzel auf die 18-jährige Lexi Thompson trifft.

Caroline Masson war  mit zweieinhalb Punkten in den Vierern nach ihrer schwedischen Partnerin Caroline Hedwall, die alle vier Vierer gewann, die eifrigsten Punktesammlerin an den ersten beiden Tagen. Der Schwedin winkt jetzt sogar noch die Chance auf ein weiteren Meilenstein: Sollte sie am Sonntag ihr Einzel gegen Michelle Wie gewinnen (Beginn der Einzel 20:30 MESZ), wäre sie die erste Spielerin im Solheim Cup, die in allen fünf Partien siegte.

Mehr zum Thema

Golf, Solheim Cup

Klassischer Vierer (beide Spielerinnen spielen abwechseln einen Ball):

- Nordqvist/Hedwall (Schweden) schlagen Pressel/Korda 2 & 1
- Lewis/Creamer schlagen Munoz/Icher (Spanien/Frankreich) 1 auf
- Matthew/Masson (Schottland/Gladbeck) gegen Lincicome/Salas all square (remis)
- Wie/Lang schlagen Pettersen/Recari (Norwegen/Spanien) 2 & 1

Vierball (beide Spielerinnen spielen ihren Ball, das bessere Ergebnis pro Loch zählt):

- Ewart Shadoff/Hull (England) schlagen Creamer/Thompson 2 auf
- Hedwall/Masson (Schweden/Gladbeck) schlagen Wie/Korda 2 & 1
- Ciganda/Munoz (Spanien) schlagen Stanford/Piller 1 auf
- Recari/Icher (Spanien/Frankreich) schlagen Kerr/Pressel 1 auf

Quelle: FAZ.NET

 
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