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Schefflers Golfkolumne : Gastspiel daheim

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„Ich liebe es einfach hier“ - Der Engländer Luke Donald fühlt sich in Chicago sehr wohl Bild: dpa

Seit 15 Jahren ist Luke Donald in Chicago zu Hause. Beim am Freitag startenden Ryder Cup hat der Golfer als einziger Teilnehmer ein Heimspiel. Im sportlichen Wettstreit mit den Vereinigten Staaten tritt Donald trotzdem für das Team aus Europa an.

          Luke Donald fühlt er sich als echter „Chicagoan“, wie sich die Bewohner der Metropole am Lake Michigan nennen. „Ich lebe seit 15 Jahren in Chicago. Ich liebe es einfach hier“, sagt der Mann, der 1997 mit einem Golfstipendium an die Northwestern University nach Evanston kam, einem Vorort der „Windy City“. Während des vierjährigen Studiums, das er 2001 mit dem Hauptfach Kunst abschloss, lernte er seine Frau Diane kennen, natürlich ein echtes Kind der Stadt.

          Der Hobby-Maler liebt Chicago, das vielfältige kulturelle und sportliche Angebot. Er leidet wie viele Sportfans der Stadt mit dem Baseball-Team der Chicago Cubs. Von Freitag bis Sonntag spielt Donald in Medinah, einem rund 45 Minuten von der Innenstadt Chicagos entfernt gelegenen Vorort, im Ryder Cup mit - und hat als einziger der 24 Golfprofis ein Heimspiel. Allerdings: Donald tritt für die Gastmannschaft, für das Team von Europa an, ein Novum in der Geschichte des seit 1927 ausgetragenen Kontinentalwettstreits.

          Es wird laut - sehr laut

          „Einmalig, nicht wahr“, sagt der 34-jährige Engländer, „ich habe hier viele Fans. Ich hoffe, dass die Zuschauer in Medinah mich nicht ausbuhen.“ Damit ist kaum zu rechnen, denn der Engländer hat im Vorfeld in allen Interviews vor dem alle zwei Jahre stattfindenden Kontinentalwettstreit seine Verbundenheit mit seiner Wahlheimat immer wieder betont. Dennoch, große Hoffnungen, dass er für den Titelverteidiger Europa einen großen Sympathie-Bonus bei den amerikanischen Fans verbuchen kann, macht er sich nicht: „Es wird sehr, sehr laut werden in Medinah.“

          Donald residiert mittlerweile standesgemäß in Northfield, einem der noblen Vororte im Nordwesten Chicagos. Bis zum Medinah Country Club sind es für ihn rund 45 Kilometer, aber Donald hat den kurzen Trip in den letzten fünf Wochen nur zwei Mal gemacht, um sich mit dem Platz vertraut zu machen. Er trainiert, wenn er in der Stadt weilt, noch immer mit Pat Goss, seinem College-Coach an der Northwestern University.

          In dieser Woche schläft er trotz der Nähe zum Austragungsort nicht im eigenen Bett, sondern wie die Teamkameraden der Europa-Auswahl in einem Hotel nahe des Golfplatzes: „Es ist schon ein komisches Gefühl, in einem Hotel zu schlafen, das nur zwanzig Minuten vom eigenen Haus entfernt ist.“ Dieses Haus bewohnt die Familie Donald allerdings nur sechs Monate im Jahr.

          Denn für einen Golfprofi ist Chicago trotz der vielen grandiosen Golfplätze kein idealer Standort. Denn die Winter sind im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten lang und kalt. Deshalb erwarb Donald in Jupiter in Florida, wo auch Tiger Woods wohnt, ein weiteres Domizil. Aber auch das ändert nichts daran, dass der in der Nähe von London geborene ehemalige Weltranglistenerste ganz bestimmt sagt: „In Chicago bin ich zu Hause.“

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