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Schefflers Golf-Kolumne „Sister Act“ ohne Fortsetzung

Bisher tingelten die Schwestern Moriya und Ariya Juntanugarn gemeinsam durch die Vereinigten Staaten und räumten bei Turnieren kräftig ab. Weil sie so erfolgreich sind, wird sie aber bald der Atlantik trennen.

© AFP Galt als eine der besten Juniorinnen in den Vereinigten Staaten: Moriya Jutanugarn

Zwei Schwestern, zwei Kontinente, zwei Profitouren im Golf, zwei Siege: Moriya Juntanugarn, gerademal 18 Jahre alt, teilte sich vor zwei Wochen zusammen mit der koreanisch-stämmigen Kanadierin Rebecca Lee-Bentham den Sieg bei der Qualifikation für die amerikanische LPGA Tour (Qualifying School oder kurz Q-School), der lukrativsten Turnierserie im Profigolf der Damen. Ihre ein Jahr jüngere Schwester Ariya setzte sich beim Pendant für die Ladies European Tour (LET) am Montag in Marrakesch (Marokko) nach Runden von 68, 70, 64, 65 und 69 (24 unter Par) souverän mit fünf Schlägen Vorsprung durch – ein bisher einmaliger „Sister Act” im Golf.

Aber einer, der die Familie aus Bangkok auseinander reißen wird, denn die beiden werden künftig auf verschiedenen Seiten des Atlantiks spielend ihr Geld verdienen. „Ich werde Moriya sehr vermissen. Wir haben uns immer gegenseitig geholfen - mit unserem Spiel und dabei, wie man den Platz strategisch angeht. Jetzt werde ich mit meinem Vater reisen und meine Mutter wird Moriya begleiten“, sagte Ariya nach ihrem Erfolg. Eine ganze neue Situation für die Familie, denn bisher traten Vater Somboon, Mutter Narumon und ihre beiden Töchter immer gemeinsam auf.

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Fünf Monate im Jahr verbrachten sie immer in den Vereinigten Staaaten und tingelten von Turnier zu Turnier. Wie die Familie das finanzierte, blieb ein Rätsel, zumal Vater Somboon lediglich ein ProShop in einem Bangkoker Golfclub betreibt. Da die beiden Jungtalente auch noch kräftig abräumten und sie zudem groß die Buchstaben SCG, was für Siam Cement Group steht, eine an der Bangkoker Börse gehandelte große Baufirma, auf ihren Golfhemden trugen, glaubte der amerikanische Golfverband USGA im Januar, dass die beiden einen Amateuren verbotenen Sponsorenvertrag besäßen und bestellte die Eltern ein. Daraufhin ersetzten die Töchter das Firmenlogo mit der Nationalflagge Thailands.

Das änderte nichts an ihrer sportlichen Dominanz. Die beiden galten als die beiden besten Juniorinnen in den Vereinigten Staaten, und sie setzten ihre Erfolgsserie nahtlos bei Amateurturnieren fort: Ariya bezwang im Juni bei den Western Amateur, einem der großen Veranstaltungen in den Vereinigten Staaten, Schwester Moriya im Finale. In der Amateur Weltrangliste stand Ariya zuletzt hinter Lydia Ko, einer in Korea geborenen Neuseeländerin und mit 14 Jahren schon Siegerin eines LPGA-Turniers, auf dem zweiten Platz. Moriya, die in diesem Jahr erst im Finale der US Amateur Championship, der wichtigsten Veranstaltung für Amateure, im Finale gescheitert war, wurde vor ihrem Übertritt ins Profilager im Dezember auf Rang sieben geführt.

Verdacht der Diskriminierung von Asiatinnen

Dass nun nur die ältere der beiden auf der LPGA spielen darf, zumal viele Ariya, die sich schon im Alter von 11 Jahren und 11 Tagen für ein Turnier der LPGA qualifiziert hatte und als das größere Talent der beiden gilt, um die viel höheren Preisgelder in Amerika (mit Abstechern nach Asien, China und Australien) spielen darf, hatte im Sommer für erhebliche Diskussionen gesorgt. Sogar der Vorwurf wurde laut, die von Koreanerinnen und Chinesinnen dominierte LPGA Tour diskriminiere Asiatinnen. Im Gegensatz zur Ladies European Tour weist die LPGA Tour für die Mitgliedschaft ihrer Veranstaltungsserie – und damit auch für die Teilnahme an der Qualifying School ein Alterslimit von 18 Jahren auf. Im Falle von Ariya Jutanugarn lehnte die LPGA Tour eine Ausnahmereglung für die Siebzehnjährige ab - und das obwohl sie in der Vergangenheit schon mehrfach Jüngere in ihren Kreis aufgenommen hatte, zuletzt die 16-jährige Amerikanerin Lexi Thompson.

Bild Masson Qualifizierte sich für die LPGA: Caroline Masson (hier beim Ladies Masters in Dubai) © dpa Bilderstrecke 

Während sich bei der LPGA-Qualifikation mit der Gladbeckerin Carolin Masson, die in diesem Jahr den zweiten Platz in der Geldrangliste der Ladies European Tour belegt hatte, als Vierte qualifizieren konnte, schaffte keine Deutsche in Marokko die so genannte „Tour Card“. Die deutschen Amateur Nationalspielerinnen Nina Holleder und Ann-Kathrin Lindner, die als erfolgreiche Kandidatin bei Gottschalks „Wetten dass“ bekannt wurde, scheiterten als 31. und 36. (nur die Top 30 qualifizieren sich). Immerhin erhalten sie damit eine „conditional membership“, also eine eingeschränkte Spielberechtigung, ein Schicksal, dass sie sich mit der 22 jährigen Cheyenne Woods, der Nichte von Tiger Woods teilten, die ebenfalls auf Platz 36 einkam. Während die Amerikanerin schon auf Grund ihres Namens mit zahlreichen Einladungen zu Turnieren der LET rechnen kann, müssen die beiden Deutschen darauf hoffen, dass sie wenigstens bei ein paar Veranstaltungen antreten dürfen.

Quelle: FAZ.NET

 
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