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Schefflers Golf-Kolumne Ein Frühaufsteher startet als Aufsteiger durch

Der Golfer Maximilian Kieffer erinnert an Martin Kaymer. Zum Auftakt der European Tour 2013 belegt der Aufsteiger in Durban den geteilten vierten Platz. Vergleiche mit dem ehemaligen Weltranglistenersten möchte er jedoch nicht gelten lassen.

© FAZ Erinnert mit seinem Talent an Martin Kaymer: der 22-jährige Golfprofi Maximilian Kieffer

Maximilian Kieffer ist nicht nur in aller Herrgottsfrühe hellwach, er kommt auch immer blendend aus den Startlöchern. Ende Januar gewann der 22 Jahre alte Golfprofi in Indien gleich das erste Turnier der Challenge Tour. Am vergangenen Sonntag schlug der Düsseldorfer als Erster in der Schlussrunde der Nelson Mandela Championship um 6:30 Uhr ab. Danach musste er Stunden warten, bis seine Plazierung bei diesem wegen schlechten Wetters auf zwei Runden verkürzten Turniers feststand. Auch diesmal gelang dem Rheinländer ein Saisonauftakt nach Maß.

Bei der ersten Veranstaltung der European Tour der Saison 2013 belegte er in Durban den geteilten vierten Platz - nur ein einziger Schlag hatte gefehlt, um am Stechen um den Sieg teilzunehmen, den sich der Schotte Scott Jamieson gegen den Engländer Steve Webster und den Spanier Eduardo de la Riva sicherte.

„Man will sehen, wie gut man wirklich ist“

Auch wenn in Südafrika nicht die erste Garde am Start war, ein vierter Platz und 29.118,75 Euro - das Preisgeld wurde wegen der Verkürzung auf zwei Runden auf 75 Prozent reduziert - sind für einen Aufsteiger aus der zweiten Liga aller Ehren wert. „Er hat zwar kurz darüber nachgedacht, dass er so knapp am Stechen vorbei geschrammt ist, aber hinterher war er total happy“, erzählt Christian Reimbold, der seinen ehemaligen Clubkameraden aus dem Golf Club Hubbelrath in Durban für eine Managementagentur betreute. „Viele Spieler haben mir gesagt, dass man, wenn man sich über die Challenge Tour qualifiziert, gut genug für die European Tour sei. Aber es ist doch eine ganz andere Welt. Man ist nervös und will sehen, wie gut man wirklich ist“, sagt Kieffer.

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Ob er, der Ende 2010 mit Handicap +4 und als bester deutscher Amateur ins Profilager wechselte und sich über Rang 13 der Geldrangliste der Challenge Tour für höhere Aufgaben empfahl, in der ersten Liga mithalten kann, wird die Zukunft zeigen. „Er arbeitet akribisch, ist sehr fokussiert, fleißig und tut alles, um als Profi Erfolg zu haben“, lobt Reimbold, ebenfalls ein ehemaliger Spitzenamateur, der seine Profikarriere mittlerweile aufgegeben hat, „im Gegensatz zu mir, ist er unter Druck sehr gut. Er hat es weggesteckt, als ihn gegen Ende der Schlussrunde plötzlich erstmals Kamerateams begleiteten. Und er hat am letzten Loch aus einer schweren Lage im Bunker das Par gerettet.“

Vergleiche mit Kaymer will er nicht zulassen

Alles Parallelen zu Martin Kaymer, aber mehr an Vergleichen mit dem ehemaligen Weltranglistenersten und Major-Sieger aus Mettmann will Reimbold nicht zulassen. Für Kieffer gehe es erst einmal darum, die Spielberechtigung auf der Tour zu behalten. Dazu muss er am Ende zu den 115 gewinnreichsten Spielern zählen. Dafür musste man in den vergangenen Jahren immer etwas mehr als 200 000 Euro Preisgeld einspielen. In dieser Woche kann Kieffer - diesmal von seinem langjährigen Trainer Roland Becker aus Hubbelrath unterstützt - bei der Dunhill Championship in Leopard Creek, einem der schönsten Golfplätze Südafrikas, von Donnerstag bis Sonntag den nächsten Schritt tun.

Um dieses Ziel zu erreichen, verzichtet der hervorragende Skiläufer Kieffer in diesem Jahr wegen der Verletzungsgefahr auf sein liebstes Hobby - und das, obwohl er im Januar als Neuling kaum eine Chance hat, bei den Turnieren des „Desert Swing“ in Abu Dhabi, Dubai und Qatar ins Feld zu kommen. Aber den Pistenverzicht wird selbst seine Patentante und Hobbygolferin Christa Kinshofer verstehen, die 1980 und 1988 im Slalom und Riesenslalom zwei Silber- und eine Bronzemedaille gewann.

Quelle: F.A.Z.

 
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