Home
http://www.faz.net/-gtl-75vzz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Schefflers Golf-Kolumne Der Bus ist diesmal nicht zu stoppen

Für die Superstars Tiger Woods und Rory McIlroy ist das erste große Kräftemessen der Golf-Elite in diesem Jahr in Abu Dhabi früh zu Ende. Den Sieg holt sich Jamie Donaldson aus Wales.

© AFP Stargast mit dicker Antrittsgage: Tiger Woods

Elf Jahre und exakt 255 Turniere hat Jamie Donaldson auf seinen ersten Sieg auf der European Tour warten müssen, ehe er am 1. Juli des Vorjahres bei den Irish Open in Portrush (Nordirland) seinen ersten Sieg auf der zweitgrößten Turnierserie im Profigolf feiern konnte. Der zweite Erfolg stellte sich schon nach 14 weiteren Turnierteilnahmen ein. Am Sonntag gewann der 37-jährige Waliser die Abu Dhabi HSBC Golf Championship, das erste große Kräftemessen der Weltelite des neuen Jahres. „Es ist wie mit einem Bus“, sagte der 47. der Weltrangliste, „wenn er erst einmal in Fahrt kommt, ist er schwer zu stoppen.“

Dabei hätte sich Donaldson auf dem letzten Grün fast selbst gebremst. Denn mit einem Bogey nach drei Putts auf dem 18. Grün öffnete er seinen Verfolgern die Chance, ihn ins Stechen zu zwingen. Doch erst verfehlte der 23-jährige Dänen Thorbjörn Olesen das Loch aus fünf Metern, dann brachte auch der englische Weltranglistenfünfte Justin Rose, der das Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor der Schlussrunde angeführt hatte, den Ball aus 1,80 Meter nicht ins Loch.

Die Rückkehr der Giganten

„Ich bin noch einmal ungestraft davongekommen“, sagte der Sieger erleichtert, der sich mit einer Schlussrunde von 68 und insgesamt 274 Schlägen (14 unter Par) den Siegesscheck über 336 725 Euro sicherte. Rose (71 Schläge am Schlusstag) und Olesen (69/beide 275 Schläge) teilten sich den zweiten Rang.

Aber nicht nur das spannende Ende wird von diesem Turnier am Persischen Golf in Erinnerung bleiben. In der ganzen Stadt hingen schon seit Wochen riesige Plakate mit den Konterfeis von Rory McIlroy und Tiger Woods unter der Headline „The Return of the Giants“. Die Riesen des Golf, die Nummern eins und zwei der Weltrangliste, kehrten zwar wie im Vorjahr, als McIlroy auf dem zweiten und Woods auf dem dritten Rang gelandet war, in den größten der sieben Teilstaaten der Vereinigten Arabischen Emirate zurück - für ein Antrittsgeld von drei Millionen Dollar für den 37-jährigen Amerikaner und eine Million für den 23-jährigen Nordiren.

Rory McIlroy, Tiger Woods Es wird nur eine kurze Stippvisite: Tiger Woods (links) und Rory McIlroy verpassen im Nahen Osten den Cut © AP Bilderstrecke 

Der Veranstalter schickte die beiden Superstars in Begleitung von Martin Kaymer, der dieses Turnier zwischen 2008 und 2010 drei Mal gewonnen hatte und in diesem Jahr mit fünf Schlägen Rückstand den geteilten sechsten Platz belegte, auf die ersten beiden Runden. Die überwältigende Mehrheit der Fans verfolgte dieses Star-Ensemble, die Veranstalter freuten sich über einen Rekordbesuch. Doch für McIlroy und Woods geriet die Dienstreise in den Nahen Osten zu einer Stippvisite. Als das Turnier am Sonntag in die Schlussphase ging, trainierte McIlroy im benachbarten Dubai, um sich weiter an seine neuen Schläger zu gewöhnen.

„Stallkamerad“ Woods hat ein spielfreies Wochenende

Der Weltranglistenerste war zu Anfang der Woche von seinem neuen Sponsor Nike, der ihm für einen Zehnjahresvertrag 250 Millionen Dollar zahlt, mit großem Brimborium als neue Werbe-Ikone präsentiert wurden. Auch wenn der Jungstar seine beiden schwachen Runden von 76 Schlägen, mit denen er den Cut um vier Schläge verfehlte, nicht auf sein neues Arbeitsmaterial schieben wollte, stach es dennoch ins Auge, wie unsicher McIlroy mit dem neuen Driver agierte und kaum ein Fairway traf. Immerhin hat er jetzt vier Wochen Zeit, sich an das neue Material zu gewöhnen. Er wird erst wieder bei der Accenture World Matchplay im Februar in Arizona antreten.

Sein neuer „Stallkamerad“ Woods war mit seinem Privatjet schon wieder in die Heimat entschwunden, wo er sich auf sein Debüt auf der PGA Tour in dieser Woche auf den beiden Plätzen von Torey Pines in La Jolla (Südkalifornien) vorbereiten kann. Woods hatte zwar nach Runden von 72 und 73 Schlägen den Cut (zwei über Par) vermeintlich geschafft, doch nach einem Regelverstoß (irreguläres Fallenlassen - „Droppen“- eines eingebohrten Balls im Sand) brummte ihm Platzrichter Andy McFee zwei Strafschläge auf. Aus 73 wurden 75 Schläge, und der Superstar hatte damit erstmals bei einem Turnier der European Tour ein spielfreies Wochenende.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.Z.

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Golf-Star Jordan Spieth Besser als alle anderen

Jordan Spieth ist erst 21 Jahre alt. Der Golfprofi könnte aber bei den British Open die vorletzte Hürde zum Grand Slam nehmen – und nebenbei Weltranglistenerster werden. In Runde eins hat Spieth seine Chancen gewahrt - anders als Tiger Woods Mehr Von Wolfgang Scheffler, St. Andrews

16.07.2015, 17:03 Uhr | Sport
Golf Tiger Woods spielt in Augusta

Golfprofi Tiger Woods hat seine Teilnahme beim Masters in Augusta angekündigt. Rückenprobleme hatten die ehemalige Nummer 1 zwei Monate vom Rasen ferngehalten. Mehr

09.04.2015, 14:16 Uhr | Sport
Golf Stürmischer Start in die British Open für Martin Kaymer

Die British Open an der schottischen Nordsee beginnen mit niedrigen Temperaturen und starkem Wind. Nicht nur Golfstar Martin Kaymer setzt der raue Auftakt zur 144. Ausgabe des Turniers zu. Mehr

16.07.2015, 22:46 Uhr | Sport
Aus nach drei Jahren Beziehung Vonn und Woods geben Trennung bekannt

Die amerikanischen Sportstars Lindsey Vonn und Tiger Woods haben am Wochenende ihre Trennung nach rund drei Jahren Partnerschaft bekanntgegeben. Den Stress als Spitzensportler und die zahlreichen Wettkampfreisen gaben beide als Hauptgründe für ihre Trennung an. Mehr

04.05.2015, 10:33 Uhr | Gesellschaft
British Open Tiger Woods verpasst wieder Halbzeitcut

Zum zweiten Mal hintereinander hat Tiger Woods den Cut bei einem wichtigen Golfturnier verpasst. Die British Open sind für den einstigen Weltranglisten-Ersten vorbei. Mehr

18.07.2015, 20:55 Uhr | Sport

Veröffentlicht: 23.01.2013, 11:38 Uhr

Türkisches Rentnerparadies für Fußballprofis

Von Christian Eichler

Und nun auch noch Mario Gomez: Viele ehemalige Torjäger wechseln vor der kommenden Saison in die türkische „Süper Lig“. Das ist beachtlich, denn wirklich gut geht es dem türkischen Fußball nicht. Mehr 2 2