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Golfer Dominic Foos : Das Wunderkind

  • -Aktualisiert am

Vater-Sohn-Team: Sam Foos ist als Caddie immer an der Seite von Dominic Bild: shotshaper

Wer auf einen deutschen Spieler wetten will, der eines Tages ein erfolgreicher Golfprofi wird, sollte sich Dominic Foos anschauen. Denn für Fachleute gehört der Badener in die Kategorie eines Rory McIlroy.

          Dominic Foos spielt pro Jahr rund 25 Turniere in aller Welt. Er trainiert pro Woche 35 Stunden, die deutschen Winter verbringt er immer in warmen Gefilden wie Dubai, Florida oder Spanien - das Programm eines Golfprofis. Aber es wird absolviert von einem 14 Jahre alten Amateur, der derzeit die neunte Klasse des Karlsruher Lessing-Gymnasiums besucht: „Ich bin gut in der Schule“, sagt der Junge selbstbewusst, „mein Notenschnitt liegt bei 2 oder 2,1.“ - erstaunlich für einen Gymnasiasten, der fast die Hälfte der Schulzeit vom Unterricht befreit ist, um seine Sportkarriere voranzutreiben. „Seit ich acht Jahre alt bin, kenne ich nur ein Ziel: Ich will Golfprofi werden. Mir kam es nie in den Sinn, irgendetwas anderes zu machen“, sagt der Badener, in dessen Zimmer ein Poster von Tiger Woods prangt. „Tiger, Rory McIlroy und Martin Kaymer sind meine Vorbilder - in dieser Reihenfolge.“

          Auf den Spuren seiner Idole

          Dass er eines nicht allzu fernen Tages wie seine erfolgreichen Idole - alles Profis, die es bis auf den Gipfel der Branche schafften - auf den Golfplätzen in aller Welt sein Geld spielend verdienen wird, ist für Ulrich Eckhardt, den für den männlichen Nachwuchs im Deutschen Golf Verband (DGV) zuständigen Nationaltrainer, eine ausgemachte Sache: „Wenn ich auf einen Spieler wetten müsste, der eines Tages ein erfolgreicher Tourspieler wird, würde ich mein Geld auf Dominic setzen.“ Eckhardt hat sich in jungen Jahren selbst kurz und mit wenig Erfolg in diesem schwierigen Metier versucht. „Dominic ist jetzt schon besser, als ich mit 21, 22 Jahren war“, sagt der Trainer.

          Wie gut Foos in jungen Jahren schon ist, demonstrierte er am 30. April in Frankfurt. Dort wurde der junge Mann mit Handicap +2,9 deutscher Lochspielmeister - bei den Herren. In der DGV-Amateur-Rangliste ist er aktuell schon die Nummer drei hinter dem Ludwigsburger Marcel Schneider (22 Jahre) und seinem St. Leon-Roter Klubkameraden Moritz Lampert (19), zwei Talenten, die nach der Amateur-Mannschafts-WM im Herbst in der Türkei wohl den Sprung ins Profilager wagen werden.

          „Er hat mit drei ganz spielerisch begonnen“

          In der Amateur-Weltrangliste, in der derzeit 6139 Spieler geführt werden, steht Foos auf Rang 422, in dem 13-jährigen Chinesen Guan Tian-lang ist nur ein jüngerer Spieler in diesem Ranking (204) höher eingestuft als die deutsche Nachwuchshoffnung. „In Europa ist Dominic in seiner Altersklasse mit Abstand der Beste. Er gehört definitiv in die Kategorie von Sergio Garcia, Rory McIlroy oder Matteo Manassero“, behauptet Eckhard - alles ehemalige Wunderkinder, die hielten, was ihre frühen Erfolge versprachen. Der Nordire McIlroy, der mit 15 Jahren ebenso wie der Spanier Garcia schon Amateur-Europameister der Herren wurde, ist heute gar laut Weltrangliste der Beste der Welt.

          Europameister war Foos auch schon: In den Altersklassen U 13 und U 14 in den Jahren 2010 und 2011 in Gullane (Schottland). Die Zeiten, sich mit Gleichaltrigen zu messen, sind aber vorbei: „Dominic spielt künftig eine Mischung von Herren- und Jugendturnieren, allerdings nur in der Altersklasse U 18“, sagt Vater Sam Foos. Der 43 Jahre alte promovierte Bauingenieur hat seinen Filius, seit er selbst im Jahre 2000 im GC Scheibenhardt in Karlsruhe mit dem Golf begann, unter seinen Fittichen. „Ich habe ihn, als er drei Jahre alt war, mit seiner zwei Jahre älteren Schwester auf den Golfplatz mitgenommen. Er hat mit drei ganz spielerisch begonnen.“

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