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Schach „Fritz“ kann noch viel vom Menschen lernen

19.11.2003 ·  Die vierte Partie zwischen dem elektronischen Schachprogramm „Fritz“ und dem Weltranglistenersten Kasparow endete Remis. Das werbeträchtige Duell Mensch-Maschine endete damit 2:2.

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Das werbeträchtige Schach-Duell „Mensch gegen Maschine“ entwickelt sich zu einer unendlichen Geschichte. Nach dem 2:2-Endstand zwischen Garri Kasparow (Rußland) und dem elektronischen Schachprogramm „X3D Fritz“ in New York zeigten sich beide Seiten zufrieden.

Ein erleichterter Kasparow erklärte nach der vierten und letzten Partie, daß der Computer noch viel vom Menschen lernen könne. „Es gibt viele Stellungen auf dem Brett, die die Maschine noch nicht analysieren kann“, sagte die Nummer 1 der Weltrangliste.

Mit 3D-Brille und Joystick

Die Fritz-Programmierer aus Hamburg sind hingegen der Meinung, daß es nur noch wenige Schachspieler auf der Welt gibt, die ihrem „Zögling“ in einem Duell gewachsen sind. Zudem spricht der Zeitfaktor für die Maschine. Die Computer können immer mehr und immer kompliziertere Stellungen berechnen, jede Partie speichern und damit auch ihre eigenen Fehler.

Im letzen Spiel hatte Kasparow die schwarzen Figuren und riskierte nichts mehr. Nach 27 Zügen trennte er sich vom Computer remis. Es war die kürzeste Parte eines abwechslungsreichen Matches, in dem der russische Großmeister erstmals mit einer 3D-Brille und einem Joystick in der Hand vor einem Bildschirm mit einem virtuellen
Schachbrett saß.

Wettkämpfe „Mensch - Maschine“ werden immer kürzer

Nach einem Unentschieden zum Auftakt war „X3D Fritz“ in der zweiten Partie, als Kasparow patzte, in Führung gegangen. Doch der Mensch konnte im dritten Spiel seine überlegene Strategie demonstrieren und im Gesamtklassement ausgleichen.

Nach Kasparows Niederlage gegen den IBM-Computer „Deep Blue“ 1997 haben die stärksten Großmeister keinen Zweikampf gegen einen Schach-Computer mehr verloren. Kasparows WM-Nachfolger Wladimir Kramnik (Rußland) spielte im Herbst 2002 in Bahrain gegen „Deep Fritz“ 4:4, Kasparow selbst Anfang 2003 in New York gegen „Deep Junior“ 3:3.

Es fällt allerdings auf, daß die Wettkämpfe „Mensch - Maschine“ immer kürzer werden. Experten verweisen auf den Ermüdungsfaktor beim Menschen. Mit zunehmender Spieldauer steigen die Chancen des Computers. Aus diesem Grund hat Kasparow, der rund 180.000 Dollar erhielt, nur noch vier Partien gegen seinen stummen Gegner gespielt.

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