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Rückrundenstart Nur Mut

30.01.2009 ·  Wer stoppt Hoffenheim? Die Frage ist tatsächlich gestellt worden, doch das muss lange her sein. Inzwischen spricht weder dort noch in Leverkusen, Hamburg oder Berlin jemand von der Meisterschaft. Dabei muss die Rückrunde kein einseitiges Bayern-Festival werden.

Von Roland Zorn
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Wer stoppt Hoffenheim? Die Frage ist tatsächlich gestellt worden, doch das muss lange her sein. Der Bundesliga-Aufsteiger aus dem Kraichgau führt zwar die Tabelle an, doch im Mittelpunkt der Hoffnungen und Befürchtungen steht der kleine Klub mit dem großen Geldgeber nicht mehr. Wenn an diesem Freitag der deutsche Fußballprofi-Musterbetrieb seine Winterruhe endlich beendet, bleibt die Eingangsfrage gleich, doch der Adressat ist ein anderer: Wer stoppt die Bayern?

Darauf mag derzeit niemand eine ermutigende Antwort geben. So gut wie jeder, der die Verhältnisse beim Rekordmeister und Titelverteidiger im Vergleich zur Konkurrenz einschätzen soll, sagt: Die Bayern hält keiner mehr auf. Soll also schon vor dem 18. Spieltag, der mit dem Nord-Süd-Klassiker Hamburger SV gegen Bayern München eingeläutet wird, die weiße Fahne gehisst werden?

Von der Meisterschaft spricht kein Mensch - außer bei Bayern

Ehe die größten Bewunderer der Münchner Fußball-Serienmeister wieder einmal ins Schwärmen geraten und notorische Skeptiker aus Erfahrung einwenden, hinter den Bayern klaffe im nationalen Fußball auf Dauer ein uneinholbarer Abstand, lohnt ein Blick auf die aktuelle Tabelle. Hoffenheim ist erstaunlicherweise immer noch Erster auf einer Höhe mit den punktgleichen Bayern; dahinter dürfen Hertha BSC Berlin und der Hamburger SV (jeweils zwei Punkte Abstand) sowie Bayer Leverkusen (drei) tabellarisch gesehen ebenfalls Titelträume hegen. Doch vom Ziel, selbst die Meisterschale hochhalten zu wollen, spricht in Hoffenheim, Berlin, Hamburg oder Leverkusen kein Mensch – zumindest nicht in aller Öffentlichkeit.

Die Bayern dagegen haben während der fast siebenwöchigen Bundesliga-Auszeit jede Gelegenheit genutzt, sich selbst zum ersten, eigentlich zum einzigen Titelkandidaten zu erklären. Für diese Vermutung gibt es gute Gründe, zumal den Hoffenheimern neben der Erfahrung im Schlussspurt der Meisterschaft auch ihr wichtigster Spieler fehlen wird: Vedad Ibisevic, mit 18 Toren spektakulärer Schützenkönig der Hinserie, fällt für die Rückrunde mit einem Kreuzbandriss aus.

Freie Köpfe sind gefragt

Trotzdem: Auch jenseits von München hätte ein bisschen mehr Herausforderermut an den Schauplätzen mit den immer noch besten Aussichten nicht schaden können. Wie Außerirdische, Galaktische oder wie ein weißes, rotes oder schwarzes (je nach Trikotfarbe) Ballett werden auch die Bayern nicht Woche für Woche durch die Bundesliga schweben. Zumal diese Mannschaft mehr als alle anderen auf höchstem Niveau auch noch in der Champions League gefordert sein wird. Da wird auch der beste Kader hier und da kürzertreten müssen.

Was in dieser 46. Bundesliga-Saison so lebhaft, turbulent und unterhaltsam begonnen hat, muss in der zweiten Halbzeit noch lange kein einseitiges Bayern-Festival werden. „Vieles spielt sich im Kopf ab“, hat der Münchner Trainer Jürgen Klinsmann nach dem 5:1 seiner Stars beim Pokaltriumph in Stuttgart gesagt. Von diesem Freitag an sind an allen Ligastandorten freie Köpfe gefragt. Nur so bleibt die Bundesliga unter Wettbewerbsgesichtspunkten ein europäischer Modellfall.

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