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Reiten Beerbaum und Salzgeber Sieger in Aachen

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Auf dem Abreitplatz ballte Ludger Beerbaum die Fäuste und schrie seine Freude heraus. Als der Amerikaner Chris Kappler als letzter Reiter des Stechens den ersten Abwurf kassierte, durfte der Weltranglisten-Erste befreit jubeln, denn es war klar: Mit seinem Hengst Goldfever ist dem 39jährigen Springreiter beim Großen Preis von Aachen der zweite Sieg in Folge gelungen. Die unumstrittene Dressur-Königin von Aachen war Ulla Salzgeber. Die Weltranglisten-Erste aus Bad Wörishofen legte mit insgesamt sieben Erfolgen eine beeindruckende Siegesserie hin. Überschattet wurde das „Wimbledon des Reitsports“ allerdings durch den Tod von drei Pferden.

Nach einer mäßig erfolgreichen Woche beim bedeutendsten Reitturnier der Welt gelang Beerbaum zum Abschluß der große Wurf. Als einziger von fünf Reitern im Stechen blieb er mit Goldfever fehlerfrei und verwies so den schnelleren Marcus Ehning (Borken) mit For Pleasure auf Platz zwei. „Das war knapp“, sagte der Sieger. „Das muß ich erstmal verdauen und dann genießen.“ Mit seinem Sieg sicherte er sich 76.000 Euro Prämie und schraubte seine CHIO-Gewinnsumme nach zwei Siegen in kleineren Springen auf 115.725 Euro.

313.500 Zuschauern - Rekord

Ehning ritt riskanter als Beerbaum, doch dem Weltcup-Sieger unterlief ein Fehler. „Mein Vorteil war, daß ich nach Marcus reiten konnte“, kommentierte der Sieger. Dritter wurde der Franzose Michael Robert mit Galet d'Auzay. Der Amerikaner Chris Kappler hatte als letzter Starter die Chance, Beerbaum einzuholen, doch er patzte gleich zweimal und wurde am Ende nur Vierter vor Sören von Rönne (Hamburg) mit Chandra. 45.000 Zuschauer verfolgten die spannende Entscheidung im ausverkauften Springstadion. Mit 313.500 Besuchern stellte das CHIO drei Jahre vor der WM in Aachen einen neuen Besucherrekord auf.

In der Dressur ließ Ulla Salzgeber sich von den Streitereien um Doppel- Weltmeisterin Nadine Capellmann nicht beirren und ritt die Konkurrenz geradezu in Grund und Boden. „Es ist unglaublich gut gelaufen“, schwärmte die glückliche Siegerin. Die 42Jährige krönte ihren Triumph-Marsch am Sonntag durch den Sieg in der Kür. Im Sattel von Rusty setzte sie sich unangefochten mit 83,51 Prozentpunkten vor den Amerikanerinnen Lisa Wilcox mit Relevant (82,39) und Debbie McDonald mit Brentina (82,02) durch. Es war ihr fünfter Einzelsieg in Aachen; drei errang sie mit Rusty, zwei mit Wall Street. Dazu gewann Ulla Salzgeber mit dem deutschen Team den Nationenpreis sowie die Gesamtwertung. Dafür kassierte sie insgesamt 68.400 Euro.

Der Bundestrainer sah ein „Kunstwerk“

„Das war ein Kunstwerk“, schwärmte Bundestrainer Holger Schmezer. Er war ebenso begeistert wie die Reiterin selbst. „Es lief vom Feinsten“, jubelte Salzgeber und entschuldigte sich augenzwinkernd bei den Kollegen. „Es ist einfach ein gutes Gefühl.“ Überschwänglich lobte sie ihren Rusty, den 13jährigen Wallach aus lettischer Zucht. Eine gute Figur gaben neben Salzgeber auch Klaus Husenbeth (Sottrum) mit Piccolino und Heike Kemmer (Winsen/Aller) mit Bonaparte als Fünfte und Siebte der Gesamtwertung ab.

Neben den hervorragenden sportlichen Leistungen gab es in Aachen allerdings auch einen traurigen Rekord. Mindestens drei Pferde starben während der Turnierwoche. Am Samstag mußte das Kutsch-Pferd Erek des Fahrers Peter Tischer (Neu-Isenburg) nach einem Unfall auf der Geländestrecke eingeschläfert werden. In den Tagen zuvor waren ein Fahrpferd, das nicht am Wettbewerb teilnahm, und das Pferd Landfürst des britischen Springreiters Michael Whitaker getötet worden. Zudem soll ein Pferd aus dem Showprogramm des CHIO-Partnerlandes Ungarn schon am Montag gestorben sein. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür aber nicht.

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