http://www.faz.net/-gtl-7796f
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 26.02.2013, 20:29 Uhr

Reformen im Weltverband Keine Altersgrenze für Fifa-Präsidenten

Die Fifa ringt um Reformen. Bei einer Sitzung in Zürich sprechen sich die Funktionäre für eine Amtszeitbeschränkung für den Präsidenten, aber gegen eine Altersgrenze aus.

© AFP Schon seit 1998 im Amt: Fifa-Präsident Joseph Blatter

Im Ringen um die Reformen im Fußball-Weltverband Fifa deutet sich ein Punktsieg von Uefa-Präsident Michel Platini an. Bei einer Sitzung der Generalsekretäre der sechs Konföderationen am Dienstag in Zürich habe sich eine Mehrheit für eine Amtszeitbeschränkung des Fifa-Präsidenten ausgesprochen, sagte Theo Zwanziger in einem Interview auf der Fifa-Internetseite.

„Über die maximale Länge der Amtszeit des Fifa-Präsidenten gibt es ein Einvernehmen: diese soll zwölf Jahre betragen“, erläuterte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe und frühere DFB-Präsident. Dies hatte die Europäische Fußball-Union Uefa in ihrem Reformvorschlag gefordert und damit die Limitierung von acht Jahren im Amt aufgeweicht, die die Fifa zunächst angestrebt hatte.

Mehr zum Thema

Es gebe unterschiedliche Modelle, in welche Perioden diese zwölf Jahre aufgeteilt werden sollen, sagte Zwanziger. Dies werde noch geklärt. Eine Altersgrenze für den Fifa-Chef sei hingegen „allgemein als diskriminierend empfunden“ und abgelehnt worden. Bei der Wahl des Ausrichters der Weltmeisterschaft soll in Zukunft der Fifa-Kongress, in dem alle Mitgliedsverbände vertreten sind, das letzte Wort haben.

Das bislang bestimmende Exekutivkomitee solle eine „Vorauswahl auf fachlicher Ebene“ treffen - dafür gebe „es eine breite Mehrheit“, sagte Zwanziger. Alle Konföderationen stimmten zudem einer Integritätsprüfung für den Fifa-Präsidenten, Mitglieder der Exekutive und anderer Gremien zu.

Theo Zwanziger © dpa Vergrößern „Über die maximale Länge der Amtszeit des Fifa-Präsidenten gibt es ein Einvernehmen: diese soll zwölf Jahre betragen“: Theo Zwanziger

Diese „müssen einen Leumund aufweisen, der uns die Gewähr gibt, dass sie in ihrer Amtszeit sauber und korrekt anhand der Fifa-Vorschriften ihre Ämter ausüben“, betonte Zwanziger. Dabei sollten Fragen von Misswirtschaft und Korruption eine Rolle spielen, so der ehemalige DFB-Chef weiter.

Es gehe aber nicht darum, in der Privatsphäre herumzustöbern. Das Treffen in Zürich war die letzte große Zusammenkunft vor der entscheidenden Sitzung der Fifa-Exekutive am 21. März an gleicher Stelle. Dann sollen die konkreten Anträge formuliert werden, über die wiederum der Fifa-Kongress am 31. Mai auf Mauritius abstimmen wird.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Olympia Kommt der Russen-Deal vor Gericht?

Eine russische Schwimmerin und zwei Ruderer wollen gegen ihren Ausschluss von Olympia klagen. Die Aussichten auf Erfolg stehen gar nicht schlecht. Mehr Von Evi Simeoni

27.07.2016, 08:29 Uhr | Sport
IOC-Präsident Harting kritisiert Bach als Teil des Doping-Systems

Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat den IOC-Präsidenten Thomas Bach deutlich kritisiert: Für mich ist er eigentlich Teil des Dopingsystems, nicht des Anti-Dopingsystems. Der IOC-Präsident erwidert dem Diskus-Olympiasieger, dass dies eine nicht akzeptable Entgleisung sei. Mehr

27.07.2016, 14:09 Uhr | Sport
Russland bei Olympia Das IOC hat kapituliert

Schwimmer und Gewichtheber üben Kritik an der Teilnahme Russlands in Rio. Einer hofft noch auf eine Wende, ein anderer wirft dem IOC vor, fällige Sperren vor Olympia zu verhindern. Mehr Von Christoph Becker

27.07.2016, 17:48 Uhr | Sport
Krakau Der Papst besucht Polen

Auf dem Programm steht in den kommenden Tagen nicht nur der Weltjugendtag sondern auch ein Treffen mit dem polnischen Präsidenten und ein Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Mehr

27.07.2016, 20:02 Uhr | Politik
Harting zu IOC-Entscheid Im IOC herrschen Zustände wie bei der Fifa

Robert Harting fällt ein hartes Urteil über IOC-Chef Thomas Bach. Der reagiert in einem Interview erstaunlich scharf auf die Kritik des Diskuswerfers. Julija Stepanowa bezichtigt das IOC derweil der Lüge. Mehr Von Michael Reinsch, Kienbaum

26.07.2016, 17:32 Uhr | Sport

Alles so, wie es sein soll?

Von Michael Reinsch

Fast könnte Thomas Bach einem leidtun: Die Kritik am IOC-Präsidenten wird in den nächsten Tagen wohl nicht abklingen. Denn mit seinen jüngsten Äußerungen in Richtung Harting und Stepanowa provoziert er weiteren Widerspruch. Ein Kommentar. Mehr 12 27

Abonnieren Sie den Newsletter „Sport-Analysen“