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Reformen im Weltverband Keine Altersgrenze für Fifa-Präsidenten

Die Fifa ringt um Reformen. Bei einer Sitzung in Zürich sprechen sich die Funktionäre für eine Amtszeitbeschränkung für den Präsidenten, aber gegen eine Altersgrenze aus.

© AFP Schon seit 1998 im Amt: Fifa-Präsident Joseph Blatter

Im Ringen um die Reformen im Fußball-Weltverband Fifa deutet sich ein Punktsieg von Uefa-Präsident Michel Platini an. Bei einer Sitzung der Generalsekretäre der sechs Konföderationen am Dienstag in Zürich habe sich eine Mehrheit für eine Amtszeitbeschränkung des Fifa-Präsidenten ausgesprochen, sagte Theo Zwanziger in einem Interview auf der Fifa-Internetseite.

„Über die maximale Länge der Amtszeit des Fifa-Präsidenten gibt es ein Einvernehmen: diese soll zwölf Jahre betragen“, erläuterte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe und frühere DFB-Präsident. Dies hatte die Europäische Fußball-Union Uefa in ihrem Reformvorschlag gefordert und damit die Limitierung von acht Jahren im Amt aufgeweicht, die die Fifa zunächst angestrebt hatte.

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Es gebe unterschiedliche Modelle, in welche Perioden diese zwölf Jahre aufgeteilt werden sollen, sagte Zwanziger. Dies werde noch geklärt. Eine Altersgrenze für den Fifa-Chef sei hingegen „allgemein als diskriminierend empfunden“ und abgelehnt worden. Bei der Wahl des Ausrichters der Weltmeisterschaft soll in Zukunft der Fifa-Kongress, in dem alle Mitgliedsverbände vertreten sind, das letzte Wort haben.

Das bislang bestimmende Exekutivkomitee solle eine „Vorauswahl auf fachlicher Ebene“ treffen - dafür gebe „es eine breite Mehrheit“, sagte Zwanziger. Alle Konföderationen stimmten zudem einer Integritätsprüfung für den Fifa-Präsidenten, Mitglieder der Exekutive und anderer Gremien zu.

Theo Zwanziger © dpa Vergrößern „Über die maximale Länge der Amtszeit des Fifa-Präsidenten gibt es ein Einvernehmen: diese soll zwölf Jahre betragen“: Theo Zwanziger

Diese „müssen einen Leumund aufweisen, der uns die Gewähr gibt, dass sie in ihrer Amtszeit sauber und korrekt anhand der Fifa-Vorschriften ihre Ämter ausüben“, betonte Zwanziger. Dabei sollten Fragen von Misswirtschaft und Korruption eine Rolle spielen, so der ehemalige DFB-Chef weiter.

Es gehe aber nicht darum, in der Privatsphäre herumzustöbern. Das Treffen in Zürich war die letzte große Zusammenkunft vor der entscheidenden Sitzung der Fifa-Exekutive am 21. März an gleicher Stelle. Dann sollen die konkreten Anträge formuliert werden, über die wiederum der Fifa-Kongress am 31. Mai auf Mauritius abstimmen wird.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
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