Home
http://www.faz.net/-gtl-7796f
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Reformen im Weltverband Keine Altersgrenze für Fifa-Präsidenten

Die Fifa ringt um Reformen. Bei einer Sitzung in Zürich sprechen sich die Funktionäre für eine Amtszeitbeschränkung für den Präsidenten, aber gegen eine Altersgrenze aus.

© AFP Vergrößern Schon seit 1998 im Amt: Fifa-Präsident Joseph Blatter

Im Ringen um die Reformen im Fußball-Weltverband Fifa deutet sich ein Punktsieg von Uefa-Präsident Michel Platini an. Bei einer Sitzung der Generalsekretäre der sechs Konföderationen am Dienstag in Zürich habe sich eine Mehrheit für eine Amtszeitbeschränkung des Fifa-Präsidenten ausgesprochen, sagte Theo Zwanziger in einem Interview auf der Fifa-Internetseite.

„Über die maximale Länge der Amtszeit des Fifa-Präsidenten gibt es ein Einvernehmen: diese soll zwölf Jahre betragen“, erläuterte der Vorsitzende der Arbeitsgruppe und frühere DFB-Präsident. Dies hatte die Europäische Fußball-Union Uefa in ihrem Reformvorschlag gefordert und damit die Limitierung von acht Jahren im Amt aufgeweicht, die die Fifa zunächst angestrebt hatte.

Mehr zum Thema

Es gebe unterschiedliche Modelle, in welche Perioden diese zwölf Jahre aufgeteilt werden sollen, sagte Zwanziger. Dies werde noch geklärt. Eine Altersgrenze für den Fifa-Chef sei hingegen „allgemein als diskriminierend empfunden“ und abgelehnt worden. Bei der Wahl des Ausrichters der Weltmeisterschaft soll in Zukunft der Fifa-Kongress, in dem alle Mitgliedsverbände vertreten sind, das letzte Wort haben.

Das bislang bestimmende Exekutivkomitee solle eine „Vorauswahl auf fachlicher Ebene“ treffen - dafür gebe „es eine breite Mehrheit“, sagte Zwanziger. Alle Konföderationen stimmten zudem einer Integritätsprüfung für den Fifa-Präsidenten, Mitglieder der Exekutive und anderer Gremien zu.

Theo Zwanziger © dpa Vergrößern „Über die maximale Länge der Amtszeit des Fifa-Präsidenten gibt es ein Einvernehmen: diese soll zwölf Jahre betragen“: Theo Zwanziger

Diese „müssen einen Leumund aufweisen, der uns die Gewähr gibt, dass sie in ihrer Amtszeit sauber und korrekt anhand der Fifa-Vorschriften ihre Ämter ausüben“, betonte Zwanziger. Dabei sollten Fragen von Misswirtschaft und Korruption eine Rolle spielen, so der ehemalige DFB-Chef weiter.

Es gehe aber nicht darum, in der Privatsphäre herumzustöbern. Das Treffen in Zürich war die letzte große Zusammenkunft vor der entscheidenden Sitzung der Fifa-Exekutive am 21. März an gleicher Stelle. Dann sollen die konkreten Anträge formuliert werden, über die wiederum der Fifa-Kongress am 31. Mai auf Mauritius abstimmen wird.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Wahl des Fifa-Präsidenten Auch Figo zieht zurück

Da waren es nur noch zwei: Wenige Stunden nach dem Niederländer van Praag verzichtet auch Luis Figo auf seine Kandidatur bei der Wahl zum Fifa-Präsidenten. Ob nun der verbliebene Ali bin al-Hussein Amtsinhaber Blatter vom Thron des Weltfußballs verstoßen kann? Mehr

21.05.2015, 20:26 Uhr | Sport
Amsterdam Andrang auf Fifa-Chefposten

Gleich mehrere Bewerber möchten den 78-jährigen Sepp Blatter Ende Mai an der Spitze des Weltfußballverbandes Fifa ablösen. Die Bewerber für das Amt des Fifa-Präsidenten brauchen jeweils fünf Nominierungen von Fußballverbänden. Mehr

29.01.2015, 09:59 Uhr | Sport
Blatter in Ramallah Mission impossible

Auch wenn der Fifa-Präsident nur für die Fußballverbände der beiden Mitgliedsländer zuständig ist, so erreicht ihn doch der ganze Konflikt mit voller Wucht. Blatter muss zwischen Israel und Palästina vermitteln. Mehr

20.05.2015, 17:40 Uhr | Sport
Uefa gegen Fifa Wir haben die Nase voll

Die Fifa hat sich in ihrem Bericht vom Korruptionsvorwurf reingewaschen, der Uefa gefällt das nicht: Wir haben die Nase voll von diesen Geschichten, sagt Generalsekretär Gianni Infantino. Mehr

09.12.2014, 16:40 Uhr | Sport
Kauf-Interessent Hoffnung für die Prokon-Gläubiger

Mit dem insolventen Windpark-Betreiber Prokon haben Anleger viel Geld verloren. Jetzt bekommen sie eine Chance auf Geld: Für das Unternehmen hat sich ein Kaufinteressent gefunden. Mehr

09.05.2015, 11:14 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 26.02.2013, 20:29 Uhr

Lebensraum für freche Zwerge

Von Christian Eichler

Steigt ein Traditionsklub wie der Hamburger SV oder der VfB Stuttgart aus der Fußball-Bundesliga ab, wäre das ein wirtschaftlicher Verlust für alle Beteiligten. Doch die Liga ist kein Reservat für träge gewordene Dinosaurier. Mehr 1 1