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Rafael Nadal Körper im Dauerstreik

 ·  Nach der Absage Rafael Nadals für die US Open lautet die bange Frage der Tennisfans nicht mehr, wann der spanische Star wieder spielt - sondern ob er überhaupt zurückkehrt.

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„Es tut mir leid, euch mitteilen zu müssen, dass ich leider noch nicht bereit bin, bei den US Open mitspielen zu können“. Seine elf Millionen Facebook-Freunde erfuhren am Mittwoch aus erster Hand, was in der Branche schon längst getuschelt wurde. Die Pause von Rafael Nadal wegen seiner Sehnenschmerzen im Knie verlängert sich, und der Spanier hat auch keinerlei Andeutungen gemacht, wann er wieder auf die Tennistour zurückkehren wird.

Und die bange Frage der Tennisfans lautet auch nicht mehr, wann Nadal, sondern ob Nadal überhaupt zurückkehrt. „Wenn er so früh vor den US Open seine Entscheidung mitteilt, dass er in New York nicht spielen kann, dann muss es eine ernste Sache sein“, sagte Roger Federer. Das letzte Grand-Slam-Turnier des Jahres beginnt am 27. August. Der Weltranglistenerste wusste schon länger, dass es um die Gesundheitsfortschritte seines spanischen Kollegen nicht zum Besten steht. „Ich habe ihm geschrieben, und er hat mir geantwortet, dass es nicht besonders toll aussieht“, sagt der Schweizer.

Nadal hat seit dem frühen Wimbledon-Ausscheiden in der zweiten Runde gegen Lukas Rosol kein Spiel mehr bestritten. Das war am 28. Juni, aber früheren Befürchtungen, es könne sich abermals um eine langwierige Geschichte halten, hatte sein Onkel und Trainer Tony Nadal flugs widersprochen. „Er hat schon schwierigere Situationen überstanden“, sagte der Coach damals.

Kurz danach aber musste sein Neffe ein Charity-Match gegen Novak Djokovic absagen, das am 14. Juli vor 80.000 Zuschauern im Bernabeu-Stadion in Madrid hätte stattfinden sollen. Dies wurde noch als Vorsichtsmaßnahme gedeutet, um die Teilnahme an den Olympischen Spielen nicht zu gefährden. Dort sollte Nadal die spanische Flagge bei der Eröffnungsfeier tragen - dass er auch für London absagen sollte, bezeichnete er danach als die schlimmste Entscheidung seines Lebens.

2009 hatte der Spanier schon einmal über einen längeren Zeitraum pausieren müssen. Nach den French Open fehlte Nadal neun Wochen lang, er konnte seinen Titel in Wimbledon nicht verteidigen und verlor daraufhin die Spitzenposition. Schon damals mehrten sich die Gerüchte, dass ihm möglicherweise ein frühes Karriere-Ende wegen seiner kraftraubenden Spielweise drohen könnte.

Aber Nadal kehrte vor drei Jahren noch vor den US Open wieder auf die Tennisplätze zurück, und statt des baldigen Endes der Laufbahn folgte 2010 sein bislang erfolgreichstes Jahr: Nadal gewann drei von vier Grand-Slam-Turnieren (French Open, Wimbledon, US Open), und als er im Januar 2011 nach Melbourne reiste, war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich danach zum ersten Mal seit Rod Laver 1969 alle vier Grand-Slam-Titel in einer Hand befinden würden. Stattdessen wurde Nadal aber in Australien von einer Verletzung gestoppt - eine Oberschenkelzerrung war der maßgebliche Grund, warum er sein Viertelfinalspiel gegen seinen Landsmann David Ferrer verlor.

Dinner mit dem König

Sein Körper hat Nadal, der immer mal wieder kurze Pausen einlegen musste, also schon mehrfach den Dienst versagt - kein Vergleich zu seinem großen Schweizer Konkurrenten Federer, der seit dem Jahr 2000 alle 51 Grand-Slam-Turniere mitgespielt hat. In seiner Autobiographie hat der Spanier beschrieben, welchen Torturen er sich bisweilen unterziehen muss, um die chronische Sehnenentzündung im Knie einigermaßen erträglich zu machen.

Diesmal allerdings scheint das Ausmaß größer zu sein - Nadal fehlt nun schon sieben Wochen, und mit der Absage für New York summiert sich die Abwesenheit zur längsten Auszeit seiner Karriere. „Ich hoffe, dass wir eines Tages auf lange Sicht sagen können, dass es die beste Entscheidung seiner Karriere war, diese Verletzung auszukurieren“, sagt Federer, der ganz offenbar mit einer viel längeren Pause rechnet. Die Spanier bemühen sich derweil, ihrem Liebling die schwere Zeit so angenehm wie möglich zu machen: In der vergangenen Woche war er zum Dinner mit König Juan Carlos geladen.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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