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Radsport Ullrich schweigt weiter zu Dopingvorwürfen

18.07.2006 ·  Radprofi Jan Ullrich hat Beweise für seine angebliche Verstrickung in das spanische Doping-Netz gefordert. Einen Gentest lehnt er weiterhin ab. Auch für ihn gelte die Unschuldsvermutung, heißt es in einer Erklärung.

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Radprofi Jan Ullrich hat sich zwei Wochen nach seiner Suspendierung erstmals zu Wort gemeldet und eindeutige Beweise zu seiner angeblichen Verstrickung im spanischen Doping-Netzwerk gefordert. „In einem Rechtsstaat gilt nicht nur für mich, sondern für jeden anderen Menschen auch die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen wurde.“

Das erklärte Ullrich in einer am Montag in Gap von seinem Team am Rande der Tour de France verteilten Stellungnahme. Zuvor hatte T-Mobile von Ullrich einen eindeutigen Beleg dafür verlangt, daß er nicht in den Skandal verwickelt ist.

„Juristische Geplänkel“

Seine Anwälte hätten Kontakt zu den spanischen Ermittlungsbehörden aufgenommen, um festzustellen, ob und in welcher Form tatsächlich gegen ihn konkrete Vorwürfe erhoben werden, teilte Ullrich in seiner 24-Zeilen-Erklärung mit. Entgegen anders lautender Meldungen hätten die Anwälte dem T-Mobile-Rennstallbetreiber Olaf Ludwig am vergangenen Donnerstag fristgerecht eine Stellungnahme zukommen lassen.

Teamsprecher Christian Frommert sagte dazu: „Sowohl Jan Ullrich als auch der ebenfalls suspendierte Oscar Sevilla haben nach der Suspendierung vor Fernseh-Kameras gesagt, sie würden einen Unschuldsbeweis erbringen. Das ist nach wie vor nicht geschehen.“ Die Erklärung der Anwälte besage lediglich, daß die Umkehrung der Beweislast juristisch nicht zu erbringen sei. T-Mobile wolle sich aber nicht „auf juristische Geplänkel“ einlassen und erwarte wie die Fans eine eindeutige Stellungnahme Ullrichs zu den Vorwürfen.

Ullrich: Habe mich nicht zurückgezogen

Zuvor hatte Ullrichs Manager Wolfgang Strohband bestätigt, daß die Anwälte dem Fahrer von einer DNA-Analyse abgeraten haben. Ein solcher Gentest wäre die einfachste Methode, die Vorwürfe aus der Welt zu räumen, die besagen, der Tour-Sieger von 1997 habe mit roten Blutkörperchen angereichertes Eigenblut von den Ärzten Eufemiano Fuentes und Jose Merino Bartes erhalten. Die Mediziner stehen im Mittelpunkt des spanischen Doping-Falles.

Ullrich betonte in seiner Erklärung, er sei nicht abgetaucht, sondern lebe an seinem Wohnsitz in der Schweiz und nehme weiter am öffentlichen Leben teil. Ullrich hatte sich nach seiner Abreise einen Tag vor dem Start der 93. Tour de France in seinem Haus in Scherzigen auf der Schweizer Seite des Bodensees zurückgezogen. Er trainiere regelmäßig, teilte Manager Strohband mit.

Im Gegensatz zum ehemaligen sportlichen Leiter Rudy Pevenage wurde Ullrich und dem ebenfalls des Dopings verdächtigten Spanier Oscar Sevilla noch nicht gekündigt. Ullrich droht allerdings ein Verfahren mit möglicher Sperre von zwei Jahren durch den Schweizer Radverband Swiss Cycling, der den Untersuchungsbericht der spanischen Ermittler angefordert hat.

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