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Radsport „Ich habe mit der Tour noch nicht abgeschlossen“

31.07.2004 ·  Lance Armstrong will die Tour de France noch einmal gewinnen. Das sagte der sechsfache Sieger beim Paarzeitfahren im badischen Bühl, das der Berliner Jens Voigt gemeinsam mit Bobby Julich gewann.

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Jens Voigt hat Lance Armstrong bei dessen einzigem Auftritt in Deutschland in diesem Jahr nach dem historischen sechsten Tour-Triumph die Show gestohlen. Der 32jährige Berliner gewann am Samstag im badischen Bühl mit Bobby Julich das Paarzeitfahren vor über 120.000 Zuschauern. Das deutsch-amerikanische Duo vom dänischen CSC-Rennstall setzte sich nach 82,2 km (6 Runden à 13,7 km) klar um 1:22 Minuten gegen Uwe Peschel (Scheidegg) und Michael Rich (Emmendingen) vom Team Gerolsteiner durch.

Sechs Tage nach seinem sechsten Tour-de-France-Triumph kündigte Armstrong unterdessen zuerst einen weiteren Start bei der „Großen Schleife“ an und kam dann an der Seite von Landsmann George Hincapie mit über dreieinhalb Minuten Rückstand nur auf den vierten Platz. Rang drei belegte das zweite Gerolsteiner Duo, Markus Fothen (Kaarst-Vorst)/Sebastian Lang (1:52,67 zurück).

„Harmonie gab den Ausschlag“

„Das ist natürlich eine tolle Sache. Ich kann aber auch verstehen, daß Lance hier nicht hundertprozentig fährt“, sagte Voigt nach seinem Erfolg, der sein sechster Sieg in dieser Saison war. Der Berliner trat mit Julich die Nachfolge von Lang/Rich antrat, die im Vorjahr das noch in Karlsruhe ausgetragene Contre-la-montre für sich entschieden hatten.

Von der Rampe weg fanden Voigt und seine Kompagnon sofort ihren Rhythmus. Bereits nach der ersten Runde lagen sie mit acht Sekunden in Front. „Die Harmonie hat den Ausschlag gegeben“, meinte Voigt. Das letzte Mal sei es 1999 mit Chris Boardman so rund gelaufen. Auch damals gewann der Berliner. „Das ist einfach eine prima Gelegenheit, sich nach der Tour dem deutschen Publikum zu präsentieren.“

Fans feiern Armstrong

Dagegen ließ es Armstrong - bei der Frankreich-Rundfahrt noch überlegener Sieger beider Zeitfahren - etwas ruhiger angehen. Noch am Vortag hatte er ein Rennen in Prag bestritten, erst wenige Stunden vor dem Start im hochsommerlich-heißen Bühl landete der Amerikaner
begleitet von Freundin Sheryl Crow am Samstag auf dem Baden-Airport. Mit einer Polizeieskorte ging es zum Rennen, wo er von tausenden Fans begeistert empfangen wurde.

Locker und entspannt ließ sich Armstrong dann sogar seine Zukunftspläne entlocken, ehe er nach dem Rennen via Paris wieder in seine amerikanische Heimat flog. Vorher verriet der 32jährige aber noch: „Ich denke, ich habe mit der Tour noch nicht abgeschlossen.“ Ob
er schon im nächsten Jahr seinen Siegeszug nach seinem bereits historischen sechsten Erfolg fortsetzen wird, ließ Armstrong jedoch offen. „Wenn nicht im nächsten Jahr, dann aber bevor ich aufhöre“, kündigte der Radstar ausgerechnet in der ehemaligen, badischen
Wahlheimat von Dauerrivale Jan Ullrich (Team T-Mobile) an, der am Sonntag beim Weltcuprennen in Hamburg antritt.

Er werde auch älter, räumte Armstrong zwar ein. Er hoffe aber, sein Leistungsniveau halten zu können. Und wenn er bei der Tour de France erneut an den Start gehe, dann wieder um zu gewinnen: „Die Tour ist zu lang und zu hart, um nur im Peloton mitzurollen.“

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