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Qatar : Noch mehr Tote auf WM-Baustellen

  • Aktualisiert am

Todesfallen: Die WM-Baustellen in Qatar fordern Todesopfer Bild: dpa

Die Zustände auf den WM-Baustellen in Qatar sind offenkundig noch schlimmer als befürchtet: Hunderte Gastarbeiter sollen sich dort zu Tode gearbeitet haben. DFB-Chef Niersbach fordert endlich konkrete Maßnahmen.

          Die Zahl der Todesopfer auf den Baustellen der WM 2022 in Qatar ist offenkundig noch höher als zunächst befürchtet. Der englische Guardian berichtet, dass allein im vergangenen Jahr mindestens 185 Nepalesen meist an Herzversagen starben, weil sie unter schweren klimatischen Bedingungen bis zu zwölf Stunden arbeiten mussten. Der Guardian beruft sich bei seinen Zahlen auf Statistiken einer nepalesischen Hilfsorganisation, die den Familien der Verstorbenen dabei hilft, die Leichen in die Heimat zu überführen.

          Niersbach zeigt sich schockiert

          In einer Reaktion auf die Berichterstattung des „Guardian“ hat der Weltverband Fifa von Qatar mit deutlichen Worten bessere und sicherere Arbeitsbedingungen auf den Baustellen gefordert. „In Qatar müssen zügig und dauerhaft durchweg faire Arbeitsbedingungen eingeführt werden, und zwar auf einer nachhaltigen Basis“, teilte die Fifa am Samstag mit. Die Fifa arbeite „auf eine Dringlichkeitslösung hin“.

          DFB-Präsident Wolfgang Niersbach zeigte sich schockiert. „Es ist furchtbar, die erschütternden Meldungen von den Baustellen in Katar zu lesen. Es reicht nicht aus, diese Missstände immer wieder zu beklagen, es muss schnellstens etwas Konkretes passieren“, sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS / ab 20 Uhr im e-Paper).

          Im vergangenen September hatte der Guardian von 44 Toten allein in der Zeit vom 4. Juni bis zum 8. August berichtet. Da die Zahl der Opfer in diesem Zeitraum mittlerweile auf 65 nach oben korrigiert wurde, ist davon auszugehen, dass auch die Zahl von 185 verstorbenen Bauarbeitern im Jahr 2013 noch steigen dürfte. Nepalesen machen ungefähr ein Sechstel der rund zwei Millionen Gastarbeiter aus, die in Qatar arbeiten. Zahlen von Opfern aus anderen Ländern wie Indien, Pakistan oder Sri Lanka sind bislang nicht ähnlich verifiziert wie bei den Nepalesen.

          Gegen Schwielen an den Händen wäre nichts einzuwenden: In Qatar sind die Arbeitsbedingungen umstritten
          Gegen Schwielen an den Händen wäre nichts einzuwenden: In Qatar sind die Arbeitsbedingungen umstritten : Bild: dpa

          Niersbach hofft auf ein Einschreiten von Fifa und Internationalem Gewerkschaftsbund, „weil beide zusammen die Möglichkeiten haben, den Druck zu erhöhen und über diesen Weg hoffentlich die dringend nötigen Änderungen herbeizuführen“, sagte er.

          Die Fifa hat mehrfach zugesichert, seinen Einfluss auf die Organisatoren geltend zu machen, um bessere Arbeitsbedingungen  sicher zu stellen. Auch der qatarische Organisationschef Hassan al-Thawadi behauptete, dass die Veröffentlichungen mit größter Ernsthaftigkeit behandelt würden. Er  schwor, dass das Turnier nicht „auf dem Blut Unschuldiger“ veranstaltet würde. Laut „Guardian“ ging die Zahl der Todesopfer aber auch nach dem weltweiten Aufschrei nicht zurück. Nach Angaben der zeitung starben in den vergangenen zwei Jahren 382
          Nepalesen bei Arbeiten in Qatar.

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