http://www.faz.net/-gtl-74sry
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 03.12.2012, 19:42 Uhr

Prügelattacke Fußball-Linienrichter stirbt

In den Niederlanden stirbt ein Linienrichter nach einer schweren Prügelattacke durch drei junge Amateurfußballer. Die Teenager aus Amsterdam werden festgenommen.

© dpa Das Vereinsheim des SC Buitenboys in Almere.

Ein 41 Jahre alter Linienrichter ist nach einer schweren Prügelattacke durch drei junge Amateurfußballspieler aus Amsterdam gestorben. Das teilte der Verein des Mannes, der SC Buitenboys, am Montagabend in Almere bei Amsterdam mit.

Die 15- und 16-Jährigen waren am Morgen unter dem Verdacht der schweren Körperverletzung festgenommen worden und sollen an diesem Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Sie sollen den ehrenamtlichen Linienrichter gegen den Kopf geschlagen und getreten haben, so dass er schwere Hirnverletzungen erlitt. Die jungen Amateure hatten den Familienvater am Sonntag nach einem Spiel in Almere angegriffen.

„Das ist entsetzlich für das Opfer und den Fußball“

„Er flüchtete, doch die Jungs liefen ihm hinterher und misshandelten ihn weiter“, teilte ein Polizeisprecher mit. Einige Stunden später sei er zusammengebrochen. Der Mann starb im Beisein seiner Familie. Die Polizei schließt weitere Festnahmen nicht aus.

Mehr zum Thema

Sportministerin Edith Schippers reagierte entsetzt. „Das hat nichts mit Sport zu tun und kann unter gar keinen Umständen toleriert werden“, sagte sie im niederländischen Radio. Abgeordnete fast aller Parteien forderten ein hartes Durchgreifen gegen die Gewalt im Amateurfußball. Auch der niederländische Fußballbund KNVB reagierte geschockt. „Das ist entsetzlich für das Opfer und entsetzlich für den Fußball in den Niederlanden“, sagte ein Sprecher.

„Vorläufig setzen wir alle Aktivitäten unseres Klubs aus“

Nach der tödlichen Prügelattacke hat der Verein der mutmaßlichen Täter seine umstrittene Jugendmannschaft vorerst aus der Liga genommen. Aus Respekt vor den Angehörigen des Opfers werde am kommenden Wochenende auch keine andere Mannschaft des Vereins spielen, teilte der Amsterdamer Amateurklub SV Nieuw Sloten am Dienstag mit.

„Vorläufig setzen wir alle Aktivitäten unseres Klubs aus“, heißt es in der Erklärung. Der niederländische Fußballbund begrüßte die Maßnahmen des Kubs. Nach den Regeln des Bundes können Jugendspieler maximal drei Jahre lang gesperrt werden.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Diskussion um Heilpraktiker Ohne Zulassung und trotzdem erlaubt

Nachdem drei Patienten einer alternativen Krebsklinik gestorben sind, konzentrieren sich die Ermittler auf den Behandlungswirkstoff 3-Bromopyruvat. Es werden Forderungen zur Reformierung des Heilpraktikerwesens laut. Mehr Von Reiner Burger

26.08.2016, 16:54 Uhr | Gesellschaft
Nach dem Beben Drohnenbilder zeigen die Zerstörung in Italien

Das kleine italienische Dorf Pescara del Tronto ist nach dem Erdbeben völlig zerstört. Nach Angaben der Behörden steigt die Zahl der Opfer weiter an, zuletzt war von knapp 250 Toten die Rede. Mehr

26.08.2016, 07:44 Uhr | Gesellschaft
Niederlande Wilders fordert Koranverbot und Schließung aller Moscheen

Der Rechtspopulist Geert Wilders macht im Wahlkampf Stimmung gegen muslimische Einwanderer. Im Zentrum seines Wahlprogramms steht eine Ent-Islamisierung der Niederlande. Verbieten will er nicht nur das Kopftuch. Mehr

26.08.2016, 05:17 Uhr | Politik
Für bessere Löhne Bolivianische Bergarbeiter protestieren mit Dynamit

Bei Zusammenstößen zwischen Minenarbeitern und der Polizei ist es in Bolivien zu schweren Auseinandersetzungen gekommen. Die Minenarbeiter fordern bessere Löhne und Arbeitsbedingungen. Mehr

25.08.2016, 02:00 Uhr | Politik
Reaktionen zur Auslosung Das ist eine Hammergruppe

Die Bayern freuen sich in der Champions League auf die schnelle Chance zur Revanche. Dortmund trifft alte Bekannte. Für Leverkusen ist alles möglich. Und die Gladbacher rechnen sich doch etwas aus. Mehr

25.08.2016, 20:04 Uhr | Sport

Guardiolas wahre Erben

Von Michael Horeni

Gegen Bremen eröffnet der FC Bayern die neue Bundesligasaison – und wieder wagt niemand zum Sturz des Meisters aufzurufen. Dabei gibt es einige Gründe, weshalb den Münchnern diesmal beizukommen wäre. Ein Kommentar. Mehr 8 11

Abonnieren Sie den Newsletter „Sport-Analysen“