Home
http://www.faz.net/-gtl-74sry
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Prügelattacke Fußball-Linienrichter stirbt

In den Niederlanden stirbt ein Linienrichter nach einer schweren Prügelattacke durch drei junge Amateurfußballer. Die Teenager aus Amsterdam werden festgenommen.

© dpa Vergrößern Das Vereinsheim des SC Buitenboys in Almere.

Ein 41 Jahre alter Linienrichter ist nach einer schweren Prügelattacke durch drei junge Amateurfußballspieler aus Amsterdam gestorben. Das teilte der Verein des Mannes, der SC Buitenboys, am Montagabend in Almere bei Amsterdam mit.

Die 15- und 16-Jährigen waren am Morgen unter dem Verdacht der schweren Körperverletzung festgenommen worden und sollen an diesem Dienstag dem Haftrichter vorgeführt werden. Sie sollen den ehrenamtlichen Linienrichter gegen den Kopf geschlagen und getreten haben, so dass er schwere Hirnverletzungen erlitt. Die jungen Amateure hatten den Familienvater am Sonntag nach einem Spiel in Almere angegriffen.

„Das ist entsetzlich für das Opfer und den Fußball“

„Er flüchtete, doch die Jungs liefen ihm hinterher und misshandelten ihn weiter“, teilte ein Polizeisprecher mit. Einige Stunden später sei er zusammengebrochen. Der Mann starb im Beisein seiner Familie. Die Polizei schließt weitere Festnahmen nicht aus.

Mehr zum Thema

Sportministerin Edith Schippers reagierte entsetzt. „Das hat nichts mit Sport zu tun und kann unter gar keinen Umständen toleriert werden“, sagte sie im niederländischen Radio. Abgeordnete fast aller Parteien forderten ein hartes Durchgreifen gegen die Gewalt im Amateurfußball. Auch der niederländische Fußballbund KNVB reagierte geschockt. „Das ist entsetzlich für das Opfer und entsetzlich für den Fußball in den Niederlanden“, sagte ein Sprecher.

„Vorläufig setzen wir alle Aktivitäten unseres Klubs aus“

Nach der tödlichen Prügelattacke hat der Verein der mutmaßlichen Täter seine umstrittene Jugendmannschaft vorerst aus der Liga genommen. Aus Respekt vor den Angehörigen des Opfers werde am kommenden Wochenende auch keine andere Mannschaft des Vereins spielen, teilte der Amsterdamer Amateurklub SV Nieuw Sloten am Dienstag mit.

„Vorläufig setzen wir alle Aktivitäten unseres Klubs aus“, heißt es in der Erklärung. Der niederländische Fußballbund begrüßte die Maßnahmen des Kubs. Nach den Regeln des Bundes können Jugendspieler maximal drei Jahre lang gesperrt werden.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach Absturz von Flug MH17 Russland spricht von Informationskrieg

Der russische UN-Botschafter fordert die Vereinten Nationen zu einer objektiven Untersuchung des Abschusses von Flug MH17 auf. Er kritisiert, seinem Land werde ohne Beweise die Schuld an dem Absturz gegeben. Unterdessen wurden weitere Leichen identifiziert. Mehr

19.09.2014, 23:37 Uhr | Politik
Niederländer gedenken der Opfer von Flug MH17

Die niederländische Regierung hatte einen nationalen Tag der Trauer ausgerufen. Tausende Menschen zogen in Amsterdam schweigend durch die Stadt, um der 298 Opfer zu gedenken. Mehr

24.07.2014, 09:34 Uhr | Politik
Niederlande Drei Tote nach Unfall mit Monster-Truck

In Haaksbergen ist bei einer Autoshow ein Monster-Truck ins Publikum gerast. Hunderte Menschen, darunter auch Kinder, hätten während der Vorführung viel zu nah am Parcours gestanden, berichten niederländische Medien. Mehr

29.09.2014, 09:12 Uhr | Gesellschaft
Niederlande und Costa Rica ziehen ins Viertelfinale ein

Jubel in Amsterdam und San José: Die Niederlande hat Mexiko kurz vor Abpfiff aus dem Turnier geworfen. Costa Rica setzt sich gegen Griechenland im Elfmeterschießen durch. Mehr

30.06.2014, 08:44 Uhr | Sport
Syrien-Rückkehrer Mutmaßlicher IS-Terrorist in Berlin festgenommen

Nach seiner Rückkehr aus Syrien ist ein junger Mann in Berlin festgenommen worden. Er soll für die Terrororganisation Islamischer Staat gekämpft haben. Mehr

22.09.2014, 15:26 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 03.12.2012, 19:42 Uhr

Kein Staats-Geld für Steuer

Von Anno Hecker

Die Eislauf-Trainerkarriere des ehemaligen Stasi-Spitzels Ingo Steuer ist gefährdet. Wer im Fall Ingo Steuer von einem Berufsverbot für den Eislauftrainer spricht, verkennt die Realität. Mehr