Home
http://www.faz.net/-gtl-znyk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Prozess gewonnen, Schlacht beginnt Mosleys Revisionsverfahren

25.07.2008 ·  Max Mosley hat es schriftlich: Die sadomasochistische Sexorgie des Verkehrsrichters der Formel 1 hatte keine Nazi-Konnotation. Mit diesem Urteil nimmt der Regelmacher nun Fahrt auf. Der Kurs ist auf Konfrontation getrimmt.

Von Anno Hecker
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (2)

Der Prozess ist gewonnen, die Schlacht kann beginnen. Kaum hat Max Mosley sein Verfahren gegen das englische Boulevard-Blatt „News of the World“ gewonnen, da wurde die Strafanzeige des Briten gegen den Vorstand des Springer-Verlages bekannt. Aufforderungen zu Unterlassungserklärungen hat der Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) bereits vor Wochen in die halbe Republik geschickt.

Nun hat er noch einen schriftlichen Nachtrag vom Londoner High Court in der Tasche: Die sadomasochistische Sexorgie des Regelmachers und Verkehrsrichters der Formel 1 hatte demnach keine Nazi-Konnotation. Mit diesem Urteil, Mosley erhält mehr als 75.000 Euro, nimmt der FIA-Chef nun Fahrt auf. Der Kurs ist eindeutig auf Konfrontation getrimmt.

Die Rache des Rechtsanwaltes

In den nächsten Wochen werden vermutlich nicht nur Verlagsjuristen die Kampfbereitschaft Mosleys zu spüren bekommen. Die Rache des wohlhabenden Rechtsanwaltes könnte nun jene treffen, die ihm seit Bekanntwerden der Affäre Ende März einen Rücktritt nahelegen. Das waren Automobilklubs wie der ADAC oder auch die in der Formel 1 engagierten Konzerne BMW und Mercedes.

Aber was würde Mosley mit einer Revanche gewinnen? Vielleicht aus pragmatischen Gründen wieder mehr Gehör. Denn seine Bestätigung durch die Mitgliederversammlung der FIA sowie das jüngste Urteil lassen den Mitfahrern in der Formel keine Wahl: Sie müssen sich mit Mosley auseinandersetzen, wenn sie im Rennen bleiben wollen.

Kampf um die zentrale Steuerung

Öffentliche Treffen aber, Inszenierungen seiner Macht, wie sie Mosley so liebt, werden Könige, Regierungschefs, Vorstandsvorsitzende wohl auch weiterhin meiden. Denn die im Prozess explizit geschilderten und veröffentlichten Details über Mosleys „Freizeitvergnügen“ bis hin zu den jährlichen Ausgaben in Höhe von 75.000 Pfund haben den Verlust der Autorität als FIA-Präsident eher noch verstärkt. Deshalb rät selbst Englands früherer Pilot Sir Stirling Moss, er ist Mosley freundschaftlich verbunden, dem FIA-Präsidenten zurückzutreten.

Der Rat ist klug. Aber wer so spricht, unterschätzt die Hartnäckigkeit Mosleys. Er entwickelt unter dem stärksten Druck seine größte Schlagfertigkeit. Er wird nun versuchen, die Hintermänner des Angriffs auf seine Privatsphäre zu entdecken. Dabei glaubt er, in der Formel 1 fündig zu werden. Jene Drahtzieher zu entlarven, die seinen Einfluss in der Szene ausschalten möchten. Die jüngsten Versuche von Mosley und Chefmanager Bernie Ecclestone, jeweils die Rennställe auf ihre Seite zu ziehen, belegen den Ausbruch eines Kampfes um die zentrale Steuerung. Es wird richtig rundgehen in den nächsten Monaten. Auf Kosten des Sports.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1964, Sportredakteur.

Jüngste Beiträge

Nicht gewonnen, nicht verloren

Von Peter Heß

Im Formel-1-Tempo sollte in der durch Korruptionsvorwürfe durchgeschüttelten Fifa aufgeräumt werden. Im Moment bewegt sie sich mit der Geschwindigkeit eines Motorrollers. Mehr

Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   34  55   81 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   34  55   73 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   34  30   64 Gleichheit zur Vorwoche
4.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   34  25   60 Gleichheit zur Vorwoche
5.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   34  8   54 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   34  17   53 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   34  -4   48 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   34  -13   44 Gleichheit zur Vorwoche
9.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   34  -9   42 Gleichheit zur Vorwoche
10.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   34  -11   42 Gleichheit zur Vorwoche
11.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   34  -6   41 Gleichheit zur Vorwoche
12.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   34  -16   40 Gleichheit zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   34  -4   39 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   34  -13   38 Verbesserung zur Vorwoche
15.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   34  -22   36 Verschlechterung zur Vorwoche
16.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   34  -26   31 Verbesserung zur Vorwoche
17.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   34  -36   30 Verschlechterung zur Vorwoche
18.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   34  -30   23 Gleichheit zur Vorwoche