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Prozess gewonnen, Schlacht beginnt Mosleys Revisionsverfahren

25.07.2008 ·  Max Mosley hat es schriftlich: Die sadomasochistische Sexorgie des Verkehrsrichters der Formel 1 hatte keine Nazi-Konnotation. Mit diesem Urteil nimmt der Regelmacher nun Fahrt auf. Der Kurs ist auf Konfrontation getrimmt.

Von Anno Hecker
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Der Prozess ist gewonnen, die Schlacht kann beginnen. Kaum hat Max Mosley sein Verfahren gegen das englische Boulevard-Blatt „News of the World“ gewonnen, da wurde die Strafanzeige des Briten gegen den Vorstand des Springer-Verlages bekannt. Aufforderungen zu Unterlassungserklärungen hat der Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) bereits vor Wochen in die halbe Republik geschickt.

Nun hat er noch einen schriftlichen Nachtrag vom Londoner High Court in der Tasche: Die sadomasochistische Sexorgie des Regelmachers und Verkehrsrichters der Formel 1 hatte demnach keine Nazi-Konnotation. Mit diesem Urteil, Mosley erhält mehr als 75.000 Euro, nimmt der FIA-Chef nun Fahrt auf. Der Kurs ist eindeutig auf Konfrontation getrimmt.

Die Rache des Rechtsanwaltes

In den nächsten Wochen werden vermutlich nicht nur Verlagsjuristen die Kampfbereitschaft Mosleys zu spüren bekommen. Die Rache des wohlhabenden Rechtsanwaltes könnte nun jene treffen, die ihm seit Bekanntwerden der Affäre Ende März einen Rücktritt nahelegen. Das waren Automobilklubs wie der ADAC oder auch die in der Formel 1 engagierten Konzerne BMW und Mercedes.

Aber was würde Mosley mit einer Revanche gewinnen? Vielleicht aus pragmatischen Gründen wieder mehr Gehör. Denn seine Bestätigung durch die Mitgliederversammlung der FIA sowie das jüngste Urteil lassen den Mitfahrern in der Formel keine Wahl: Sie müssen sich mit Mosley auseinandersetzen, wenn sie im Rennen bleiben wollen.

Kampf um die zentrale Steuerung

Öffentliche Treffen aber, Inszenierungen seiner Macht, wie sie Mosley so liebt, werden Könige, Regierungschefs, Vorstandsvorsitzende wohl auch weiterhin meiden. Denn die im Prozess explizit geschilderten und veröffentlichten Details über Mosleys „Freizeitvergnügen“ bis hin zu den jährlichen Ausgaben in Höhe von 75.000 Pfund haben den Verlust der Autorität als FIA-Präsident eher noch verstärkt. Deshalb rät selbst Englands früherer Pilot Sir Stirling Moss, er ist Mosley freundschaftlich verbunden, dem FIA-Präsidenten zurückzutreten.

Der Rat ist klug. Aber wer so spricht, unterschätzt die Hartnäckigkeit Mosleys. Er entwickelt unter dem stärksten Druck seine größte Schlagfertigkeit. Er wird nun versuchen, die Hintermänner des Angriffs auf seine Privatsphäre zu entdecken. Dabei glaubt er, in der Formel 1 fündig zu werden. Jene Drahtzieher zu entlarven, die seinen Einfluss in der Szene ausschalten möchten. Die jüngsten Versuche von Mosley und Chefmanager Bernie Ecclestone, jeweils die Rennställe auf ihre Seite zu ziehen, belegen den Ausbruch eines Kampfes um die zentrale Steuerung. Es wird richtig rundgehen in den nächsten Monaten. Auf Kosten des Sports.

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