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Porträt Uli Hoeneß: Ein großes Stück FC Bayern

03.01.2002 ·  Macher und Manager, Pionier- und Poltergeist: Uli Hoeneß ist eine der schillernsten Figuren der Fußball-Bundesliga.

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Er ist der „Macher“ des FC Bayern, zuweilen auch der Poltergeist der Liga, der Visionär des deutschen Fußballs - und doch als Jubilar ziemlich unspektakulär. „Ich habe gar nicht so viele Wünsche, weil ich ein Mensch bin, der mit seinem Leben total zufrieden ist“, sagte Uli Hoeneß über seinen bevorstehenden runden Geburtstag.

In den letzten Wochen, als er sich lautstark über Jungstar Sebastian Kehl ärgerte, machte der Manager des Weltpokalsiegers seinem Ruf als „Abteilung Attacke“ zwar wieder alle Ehre, doch am Wochenende will er freudig feiern. Der einstige Welt- und Europameister wird am Samstag 50. „Das ist eigentlich schon ein Grund, es richtig krachen zu lassen, meine ich.“ Gleich zwei Feten wird es geben, eine private und eine offizielle des FC Bayern.

Seit 1979 beim FC Bayern

Aus der umfangreichen Organisation hat sich die Hauptperson ausnahmsweise herausgehalten. „Ich bin nicht aktiv beteiligt, weil ich gesagt habe, ich kümmere mich nicht um meine eigene Geburtstagsfeier.“ Seit 1979, nachdem er die Profi-Karriere wegen einer Verletzung mit 27 beenden musste, ist er Manager bei Bayern München.

Hoeneß machte den Club zum Branchenkrösus und zur Weltmarke, er verkörpert den Rekordmeister wie kein zweiter. Dennoch hat er seinen Abschied von dem Posten für 2006 schon geplant. Da ist er sich sicher. „Weil das definitiv das Ende sein wird.“ Er habe es satt, alle zwei Jahre dazu gefragt zu werden. „Und jetzt wissen es alle, dass ich nach der Weltmeisterschaft aufhöre - vielleicht ein halbes Jahr später, um den Nachfolger einzuarbeiten.“ Am liebsten Oliver Kahn.

Unverzichtbar ist er nicht

Eigentlich ist ein FC Bayern ohne Hoeneß kaum vorstellbar. Auch nach dem Rückzug als Manager wird der gebürtige Ulmer mit den Münchnern verbunden bleiben, selbst wenn er sich von seinem Stammplatz auf der Trainerbank in Richtung Tribüne verabschieden wird. „Ich würde dem FC Bayern weiterhin zur Verfügung stehen, in Form eines Aufsichtsrats-Mandats oder mit einem Beratervertrag - was weiß ich - wenn das gewünscht wird.“

Für unverzichtbar hält er sich nicht. „Man darf nicht so selbstverliebt sein und sagen: Der Verein besteht nur dann, wenn du das machst.“ Aber noch ist das Zukunftsmusik. Der bei gegnerischen Fans zuweilen verhasste Hoeneß ist auch nach knapp 23 Jahren im Amt so engagiert wie am ersten Tag. „Arbeit kann auch Vergnügen machen. Ich wüsste gar nicht, was ich im Moment den ganzen Tag machen soll.“

Lust an der Unruhe

Derzeit fühle er sich noch nicht in einer Lebensphase, „in der ich sagen muss, mein Allheilmittel ist es, von zehn bis vier auf dem Golfplatz zu stehen, dann in die Sauna zu gehen, danach zu Abend zu essen und übermorgen wohin zu fliegen“.

Nötig hätte es der Mann, der 1999 zum „Unternehmer des Jahres“ gekürt wurde, schon lange nicht mehr. Der mehrfache deutsche Meister und Europacup-Sieger brachte es schon als Spieler beim FC Bayern (1970-1978) und 1. FC Nürnberg (1978/79) zu Wohlstand.

Zwei große Aufgaben

Hoeneß besitzt eine Wurstfabrik in Nürnberg und gilt als sozialer Mensch, der ohne viel Aufhebens immer wieder größere Beträge für Bedürftige spendet. Später plant Hoeneß, irgendwo „vielleicht Aufbau-Arbeit“ zu leisten, „mal ein, zwei Monate die Welt von einer anderen Perspektive anzuschauen. Da gibt es in Afrika oder auch möglicherweise hier um die Haustür genug Aufgaben, derer man sich annehmen könnte“.

Vorerst hat Hoeneß mit den Bayern zwei große Aufgaben vor sich: Die Mannschaft nach dem erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte neu aufbauen, „ohne dass man dabei einbricht“ - und das Stadion-Projekt. Für den seriösen Rechner, der Schulden hasst, Neuland. „Jetzt muss ich mit Banken verhandeln, ich muss Kredite aufnehmen. Das Wort Kredit habe ich in meinem Leben noch nie kennen gelernt.“

Flugzeug-Absturz und Operation

Kennen gelernt hat er äußerst kritische Situationen. 1982 überlebte Hoeneß wie durch ein Wunder einen Flugzeug-Absturz, zehn Jahre später überstand er eine gefährliche Operation. Im Nachhinein jedoch empfindet er die Erfahrungen in der Affäre um Christoph Daum, als Hoeneß wegen seiner Äußerungen einen öffentlichen Sturm der Entrüstung erlebte, als prägender.

Er sei „grundsätzlich als Person“ in Frage gestellt worden, sei behandelt worden „wie einer von einem anderen Stern“. Hoeneß schaut ungern zurück. Aber wenn er etwas in seinem Leben heute anders machen würde, dann dies: „Ich würde mich nicht mehr zu einem Thema wie Daum äußern.“

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