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Wladimir Kaminer : Kommt nach Sotschi!

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„Russland braucht einen Tritt in den Hintern“: Wladimir Kaminer Bild: dpa

Wladimir Putin ruft nach Sotschi, aber die Welt bleibt zu Hause. Bestsellerautor Wladimir Kaminer hält das für keine gute Idee. Im Interview mit der Sonntagszeitung ruft er vor allem Europäer auf, in die Olympiastadt zu reisen.

          Wladimir Putin ruft nach Sotschi, aber die Welt bleibt zu Hause. Bundespräsident Gauck will nicht, der amerikanische Präsident Obama mag auch nicht, und Frankreichs Staatschef Hollande zeigt den Olympischen Winterspielen ebenso die kalte Schulter wie ein Reihe weiterer hochrangiger Politiker.

          Das sei keine gute Idee, findet Wladimir Kaminer, weil die Russen dringend Weltläufigkeit im eigenen Land vertragen könnten. Darum ruft der 1967 in Moskau geborene und seit 1990 in Berlin lebende Bestsellerautor vor allem die Europäer auf, in drei Wochen in die Olympiastadt zu reisen.

          „Russland braucht einen Tritt in den Hintern“, sagt Kaminer im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Russen seien „von der Vielfalt der Welt verblendet“, das zeigten nicht zuletzt die aufgeheizten Auseinandersetzungen um die Anti-Homo-Gesetze. Von daher täte Russland ein möglichst großer internationaler Austausch gut. Sotschi würde zwar Putin stärken: „Aber es stärkt auch die Opposition, weil sich das Land der Welt öffnet.“

          Für Kaminer, der zuletzt über sein Leben als deutscher Schrebergärtner schrieb („Diesseits von Eden“) haben auch die Olympischen Spiele 1980 in Moskau zum gegenseitigen Kennenlernen beigetragen – trotz des Boykotts großer Teile der westlichen Welt.

          Die Chance zur Neustrukturierung

          Von daher hat Kaminer die Hoffnung, dass es in Sotschi auch außerhalb der ausgewiesenen Zonen zu einem Austausch abweichender Meinungen kommt. Der Schriftsteller, der familiäre Beziehungen in den Kaukasus hat, behauptet, dass die Einwohner von Sotschi unter dem olympischen Ausnahmezustand zunächst leiden würden. Doch dauerhaft böte Olympia die Chance „zur Neustrukturierung des Landes“.

          Das vollständige Interview mit Wladimir Kaminer lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 19. Januar 2014 als Abonnent im E-Paper oder auch in der Einzelausgabe im E-Kiosk.

          Quelle: FAZ.NET

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