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Halfpipe bei Olympia : Emotionales Gold für Snowboard-Star White

  • Aktualisiert am

Shaun White in der Olympia-Halfpipe Bild: AFP

Nach der Enttäuschung 2014 ist der amerikanische Superstar wieder ganz oben. Mit seinem Sieg in der Halfpipe holt Shaun White die 100. Goldmedaille für die Vereinigten Staaten. Ein Sturz überschattet den Wettkampf jedoch.

          Mit einem Traumlauf hat Snowboard-Superstar Shaun White seinen dritten Olympiasieg in der Halfpipe nach 2006 und 2010 gefeiert. Der Amerikaner setzte sich bei den Winterspielen in Pyeongchang in einem spannenden Wettkampf durch und sicherte sich mit seinem dritten Auftritt als Letzter des Finals Gold.

          Für seine beste Vorstellung erhielt der 31-Jährige 97,75 Punkte. Damit lag White vor dem Japaner Ayumu Hirano und Weltmeister Scotty James aus Australien. Für den Ausnahmekönner war der Triumph auch eine Wiedergutmachung nach dem vierten Platz von Sotschi. Dem Team der Vereinigten Staaten bescherte er die 100. Goldmedaille bei Winterspielen. „Ich wusste vor dem Lauf, dass ich es in mir habe. Im Ziel war ich mir sicher, dass ich es geschafft habe“, sagte White. Der Routinier musste bange Momente warten, bis die Jury das Ergebnis präsentierte. Dann weinte White emotional wie selten, umarmte Teamkollegen und Journalisten. „Ich bin so stolz, ich brauche diesen Druck“, sagte er.

          Vor dem dritten Durchgang war White nur Zweiter hinter Sotschi-Silbermedaillengewinner Hirano gewesen. Doch als es um die Entscheidung ging, steigerte er sich vor 4909 Zuschauern und erstaunte mit zwei Sprüngen mit vierfacher Drehung. „Es geht nichts über ein gutes Comeback, oder“, schrieb Schwimmstar Michael Phelps auf Twitter. „So wird das gemacht, Mann.“ Hirano meinte: „Ich finde, dass seine Tricks so cool waren. Es war wunderbar.“

          Im Finale füllte sich die Tribüne bei trübem grauen Himmel langsam, die Musik dröhnte leise und gedämpft. Der Snowboard-Millionär hatte gleich zu Beginn Grund zum Jubeln: Nach dem ersten Lauf schleuderte er seinen schwarzen Helm weg und war glücklich über 94,25 Punkte. Im zweiten Durchgang begeisterte dann Hirano die Zuschauer. Mit seinem stylischen Lauf mit zwei 1440-Grad-Sprüngen nacheinander, Sprüngen mit jeweils vierfacher Umdrehung, übernahm der Japaner die Führung. White leistete sich einen Patzer, stürzte und lag zurück.

          Seine Wertung aus der Qualifikation erreichte er dann auch mit seinem Gold-Lauf nicht. Am Dienstag hatte der Snowboard-Artist mit 98,50 von 100 möglichen Punkten eine fast perfekte Show gezeigt. „Er hat mal wieder allen gezeigt, dass er noch da ist“, sagte der Passauer Johannes Höpfl. Für den 22-Jährigen war die Teilnahme in Südkorea ein Erfolg, in der Qualifikation blieb er ohne Chance. Im Finale war der erst 16 Jahre alte Yuto Totsuka böse gestürzt. Mit dem Rettungsschlitten wurde der Japaner aus der Eisrinne gebracht. Das japanische Team gab jedoch Entwarnung. Der 16-Jährige sei bei Bewusstsein und werde mit Schmerzen im Hüftbereich zu Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht.

          Shaun White liebäugelt derweil  mit einem Start bei den Sommerspielen Tokio 2020. „Ich freue mich sehr, dass Skateboard kommt, solange ich noch mental und körperlich bereit dafür bin“, sagte der 31-Jährige am Mittwoch nach dem Triumph bei den Winterspielen in Pyeongchang. „Ich muss eine schwere Entscheidung treffen. Es würde mir die Welt bedeuten, bei den Sommerspielen anzutreten.“ White wies allerdings darauf hin, dass sich seine Snowboard-Kontrahenten weiter entwickeln würden, sollte er sich zeitweise auf das Skateboard konzentrieren. „Sie haben dann zwei Jahre Vorsprung vor Peking 2022“, sagte der Amerikaner mit Blick auf die Winterspiele in vier Jahren. „Diese habe ich noch auf dem Radar.“

          Glücklicher Gewinner: Shaun White nach seinem Erfolg in der Halfpipe.

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