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Olympiasieger Savchenko/Massot : „Es ist heute wahr geworden“

Volle Hingabe: Savchenko und Massot am Ende der Kür Bild: Reuters

Für Aljona Savchenko wird ein Lebenstraum wahr, dem sie lange vergeblich hinterherlief. Nach einem schwachen Kurzprogramm gewinnt sie mit Bruno Massot dank einer traumhaften Kür Gold. Es ist der erste deutsche Olympiasieg im Paarlauf seit 66 Jahren.

          Aljona Savchenko und Bruno Massot haben als erste deutsche Eiskunstläufer seit Ria Baran und Paul Falk die Goldmedaille im olympischen Paarlauf gewonnen. Nie ist ein Paar für eine Kür höher bewertet worden, als die in der Ukraine geborene Savchenko und der gebürtige Franzose für ihr von Christopher Dean choreografierten Programm zur Musik „La terre vue du ciel“: 159,31 Punkte.

          Savchenko und Massot waren als erstes Paar der letzten Gruppe aufs Eis gegangen und hatten mit einer nahezu perfekten Kür die nach dem Kurzprogramm vor ihnen liegenden drei Paare immens unter Druck gesetzt – unter zu viel Druck, wie sich im Anschluss zeigen sollte. Sowohl die Chinesen Sui Wenjing und Han Can als auch Jegenija Tarassowa und Wladimir Morosow leisteten sich Patzer, den Vorsprung von jeweils gut fünf Punkten war schnell dahin. Tarassowa stürzte gar, das Paar der „Olympischen Athleten aus Russland“ fiel aus den Medaillenrängen auf Platz vier zurück. Die Chinesen gewannen Silber, 0,43 Punkte hinter den Deutschen, die auf 235,90 Punkte aus Kurzprogramm und Kür kamen. Bronze ging an die früheren Weltmeister Meagan Duhamel und Eric Radford aus Kanada, die eine starke Kür ohne größere Pannen zeigten, aber bei weitem nicht den Schwierigkeitsgrad des deutschen Paares erreichten.

          Savchenko und Massot liefen im „Green Room“, in dem sich die Paare nach ihrem Lauf aufhalten, die Tränen über die Gesichter, lange bevor die Konkurrenz mit ihrem Auftritten fertig war. Als die Wertung für die nach dem Kurzprogramm führenden Russen – und damit der Olympiasieg für Savchenko/Massot vorlag – gab es kein Halten mehr. Savchenko, die 2002 zunächst für die Ukraine, ab 2006 für Deutschland antrat, ist dem Olympiasieg dreimal vergeblich hinterher gelaufen mit ihrem früheren Partner Robin Szolkowy, der in Pyeongchang als Trainer für die russische Konkurrenz arbeitete. Mit Massot, mit dem sie seit knapp drei Jahren für Deutschland antritt und der im vergangenen Herbst die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, hat sich Savchenko im Alter von 34 Jahren ihren Lebenstraum erfüllt.

          Kampf wird belohnt

          „Heute ist mein Tag“, sagte Savchenko nach der Siegerehrung. „Bruno und ich haben Silvester zusammen verbracht und wir haben uns gesagt, dass 2018 unser Jahr wird. Es ist heute wahr geworden.“ Massot, der am Vortag noch deutlich nervös gelaufen war und den Rückstand nach dem Kurzprogramm durch einen nur zwei- statt dreifach gesprungenen Salchow im wesentlichen zu verantworten hatte, wirkte am Donnerstag wie ausgewechselt.

          Abgehoben: Aljona Savchenko und Bruno Massot gewinnen den olympischen Paarlauf Bilderstrecke

          „Es war schwierig, die Fehler zu akzeptieren gestern“, sagte Massot. „Aber wir haben uns mit dem Team zusammengesetzt und gesagt, heute ist heute, nicht zu ändern. Morgen ist ein neuer Tag. Wir müssen kämpfen.“ Trainer Alexander König sagte, er habe „schon beim Training morgens“ gesehen, dass das Paar sehr viel sicherer auftreten würde. „Wir wollten wie Tiger kämpfen“, sagte Savchenko anschließend. „Und das haben wir gemacht. Wir wollten Geschichte schreiben, und wir haben Geschichte geschrieben.“

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