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Olympische Spiele und der Terror Athener Waffenstreit: Sonderrechte für Amerikaner?

21.07.2004 ·  Die griechische Regierung soll politischem Druck aus Washington nachgegeben und bewaffnete amerikanische Sicherheitskräfte bei den Olympischen Spielen zugelassen haben.

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Ein Bericht der amerikanischen Zeitung „New York Times“ über den Einsatz bewaffneter amerikanischer Sicherheitskräfte während der Olympischen Spiele hat am Mittwoch in Athen für Furore gesorgt.

„Es ist mir unmöglich, die immer wiederkehrenden widersprüchlichen Informationen zu verfolgen. Ich wiederhole noch einmal: Verantwortlich für die Olympia-Sicherheit wird ausschließlich die griechische Polizei sein“, sagte der griechische Minister für Öffentliche Ordnung, Giórgos Vougarákis.

400 Mann starkes Sonderkommando?

Zuvor hatte die „New York Times“ berichtet, daß die griechische Regierung starkem politischen Druck aus Washington nachgegeben und einem „delikaten Arrangement“ zugestimmt habe. Danach könnte ein 400 Mann starkes Sonderkommando „unter Nato-Hoheit“ in Griechenland anwesend sein. Auch bewaffnete FBI-Agenten könnten in Athen tätig werden. Die Griechen seien darüber hinaus bereit, auch israelischen und möglicherweise britischen Sicherheitskräften die Einreise zu erlauben.

Nach den Worten von Vougarákis sind die Berichte eine „Mischung aus Wahrheit und Märchen“. Jede Mannschaft dürfe eigene, unbewaffnete Sicherheitskräfte mitbringen. Die Teams würden ausschließlich von bewaffneten einheimischen Kräften begleitet. Das Waffentragen sei als Ausnahme nur jenem Personal erlaubt, das ausländische Staats- und Regierungschefs nach Griechenland begleitet. Generell verbietet die griechische Gesetzgebung Ausländern das Tragen von Waffen.

Die Sicherheit ist ein heikles Thema zwischen den Regierungen in Athen und Washington. In Griechenland wird der amerikanischen Regierung „Terrorhysterie“ vorgeworfen. Die griechische Regierung möchte verhindern, daß durch „sichtbare“ Präsenz von amerikanischen Soldaten während der Spiele der Antiamerikanismus im Land noch geschürt wird. Schon jetzt ist die Sorge im Athener Organisationskomitee (ATHOC) groß, das amerikanische Team könnte bei der Eröffnungsveranstaltung am 13. August ausgepfiffen werden.

BKA-Beamte schützen das „Deutsche Haus“

In Berlin sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums zu der in Athen entbrannten Diskussion um die Sicherheit: „Wenn wir sagen, was wir machen, dann können wir es auch lassen.“ Die effektivsten Sicherheitsvorkehrungen seien die, über die nicht öffentlich geredet werde. Bekannt ist, daß zwei Terrorismus-Fachleute des Bundeskriminalamtes (BKA) im sogenannten Nationalen Olympic Information Center (OIC) eingesetzt werden. Weitere BKA-Beamte begleiten das deutsche Team in Athen.

Nach Medienberichten werden allein hundert Bundesgrenzschutzbeamte zur Sicherung des „Deutschen Hauses“ in unmittelbarer Nähe des Olympia-Zentrums eingesetzt werden. Wie auch die deutsche Botschaft gilt dieses Haus als „exterritoriale“ Einrichtung. „Uns ist ganz gleich, was die ausländischen Sicherheitskräfte machen und ob sie Waffen tragen, solange sie sich auf dem exterritorialen Gebiet ihres eigenen Landes befinden“, sagte ein Beamter der griechischen Polizei.

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Von Peter Heß

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