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Olympia: Skispringen Sven Hannawald gewinnt Silber von der Normalschanze

 ·  Der Schweizer Simon Ammann gewann überraschend Gold von der 90-Meter-Schanze. Adam Malysz sicherte sich Bronze.

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Er ist mit 99 Metern den weitesten Satz der Konkurrenz gesprungen, aber für die Goldmedaille hat es nach 97 Metern aus dem ersten Durchgang nicht ganz gereicht.

Sven Hannawald fehlten 1,5 Punkte zum Olympiasieg. Enttäuscht war er nicht: „Ich habe kein Problem mit Silber, bei Olympia zählt nur eine Medaille, und ich bin froh, dass ich zu den dreien gehöre, die eine bekommen haben. Die Farbe ist egal.“

Der Schweizer Simon Ammann gewann mit Sprüngen auf 98 und 98,5 Metern unerwartet die Goldmedaille. Der Pole Adam Malysz holte Bronze. Er sprang ebenfalls 98,5 und 98 Meter, hatte aber im ersten Durchgang die Landung verpatzt und Punktabzüge hinnehmen müssen.

Schmitt und Uhrmann auf sieben und acht

Hinter dem finnischen Trio Ahonen, Lindstroem und Hautamaeki landeten Martin Schmitt (zwei Mal 94,5 Meter) und Michael Uhrmann (92 und 95,5) auf den Plätzen sieben und acht. Christoph Duffner wurde 17. und vervollständigte damit ein gutes deutsches Mannschaftsergebnis. Bundestrainer Heß lobte seine Jungs: „Eine Medaille ist eine Medaille. Sven hat gezeigt, was er drauf hat. Es war ein sehr guter Auftakt für uns.“

Gefeiert wird im deutschen Lager trotz der Medaille nicht großartig: „Wir werden mit einem Glas Sekt anstoßen, und dann geht die Vorbereitung weiter auf die Großschanze“, sagte Sven Hannawald, der die größeren Schanzen eigentlich lieber mag. Von einer Hochrechnung, „wenn der Hannawald auf der Kleinen schon Silber holt, kann es auf der Großen nur Gold werden“, warnte er aber ausdrücklich: „Es gibt viele, die eine Chance haben.“

Klaps auf die Schulter von Martin Schmitt

Martin Schmitt fand seine Vorstellung „sicher nicht optimal“. Wie schon so oft in diesem Winter hatte er keine großen Fehler gemacht, zwei ordentliche Sprünge gezeigt, aber nicht zum ganz großen Sprung angesetzt. „Martin hat keinen Grund, enttäuscht zu sein“, tröstete Heß seinen einstigen Vorflieger mit einem anerkennenden Klaps auf die Schulter.

Während Schmitt rätselte, analysierte Heß: „Er ist vom Timing beim Absprung bestraft worden. In der Probe war er sehr früh, im ersten Durchgang zu spät und im zweiten wieder zu früh.“

Michael Uhrmann zeigte einen guten Wettkampf. Im zweiten Durchgang gelang ihm ein schöner Sprung auf 95,5 Meter: „Schade, dass der erste nicht weiter war“, sagte er, „aber zu einer Medaille hätte es eh nicht gereicht. Ich bin froh mit dem Ergebnis.“

Ammann mit gewaltigem Comeback

Geradezu überwältigt war Simon Ammann. „Ich kann´s gar nicht glauben“, waren seine ersten Worte. Der Schweizer hatte zu Beginn dieser Weltcupsaison mit zwei zweiten und zwei dritten Plätzen auf sich aufmerksam gemacht, dann aber nach einem Trainingssturz in Willingen alle Springen nach der Vierschanzentournee ausgelassen. Umso gewaltiger sein Comeback auf der Olympiaschanze.

„Ich habe nie einen Weltcup gewonnen, und nun das“, konnte er seinen Erfolg selbst kaum glauben. Dabei hatte er sich nach dem ersten Durchgang, als er schon geführt hatte, sehr selbstbewusst gegeben. „Ja sicher“, erwiderte er da auf die Frage, ob er mit so einer Leistung gerechnet habe. Obwohl sein Gefühl vor dem entscheidenden Sprung dann „Horror“ war, trug es ihn da sogar noch einen halben Meter weiter.

Anerkennung von Hannawald und Heß

Und während der 1,72 Meter kleine Schweizer im Auslauf noch auf die Punktewertung wartete, kam der zwölf Zentimeter längere Hannawald schon sportlich fair auf ihn zugestapft und schlug ihm anerkennend auf den Helm: „Ich hätte nicht gedacht, dass er gewinnt, aber ich hab's ihm gegönnt. Er ist ein lockerer Typ.“

Das strich auch Reinhard Heß heraus: „Dass Simon den Druck ausgehalten hat, ist stark und eine Überraschung. Sonst hat mich sein Sieg aber nicht überrascht."

Skispringen

90-Meter-Schanze: Gold: Simon Ammann (Schweiz), Silber: Sven Hannawald (Hinterzarten), Bronze: Adam Malysz (Polen).
Platzierungen: 1. Simon Ammann (Schweiz) 269,0 Punkte (98+98,5 m), 2. Sven Hannawald (Hinterzarten) 267,5 (97+99), 3. Adam Malysz (Polen) 263,0 (98,5+98), 4. Janne Ahonen 261,5 (95,5+98), 5. Veli-Matti Lindström 253,0 (95+95,5), 6. Matti Hautamäki (alle Finnland) 252,5 (95+95,5), 7. Martin Schmitt (Furtwangen) 250,0 (94,5+94,5), 8. Michael Uhrmann (Rastbüchl) 245,0 (92+95,5), 9. Kazuyoshi Funaki (Japan) 243,0 (92+94,5), 10. Primoz Peterka (Slowenien) 240,5 (92,5+91,5), 11. Stefan Horngacher (Österreich) 240,0 (91,5+93,5) und Alan Alborn (USA) 240,0 (91+93), 13. Peter Zonta (Slowenien) 239,5 (90+95), 14. Martin Koch (Österreich) 237,0 (92,5+91), 15. Robert Kranjec (Slowenien) 236,0 (91,5+92,5), ... 17. Christof Duffner (Schönwald) 235,0 (91,5+92).

Quelle: @ad
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Jahrgang 1969, Sportredakteur.

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