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Olympia-Kommentar Vorteil Schüttler

04.08.2008 ·  Tennisprofi Rainer Schüttler hat sich vor dem Sportgerichtshof Cas gegen den internationalen Verband das Startrecht bei Olympia erstritten. Das ist gut so. Denn es ist hilfreich, wenn sich beide Partner auch außerhalb des Platzes verstehen.

Von Wolfgang Scheffler
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Rainer Schüttler gilt auf dem Tennisplatz als unermüdlicher Kämpfer. Dass er jetzt auch vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Cas) gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) einen wichtigen Erfolg erstritt und doch noch beim olympischen Turnier antreten darf, ist nicht nur für den 32-jährigen Tennisprofi und seinen möglichen Doppelpartner Nicolas Kiefer ein Grund zur Freude.

Die Sportrichter gaben den deutschen Antragstellern recht, die auf ihre Nominierungshoheit pochten und sich nicht vorschreiben lassen wollten, welchen der nach den Regularien des Internationalen Tennisverbandes (ITF) qualifizierten Spieler sie ins Olympiateam aufnehmen. Nach dem Willen der ITF hätte der Lampertheimer Denis Gremelmayr, der laut der bereinigten Weltrangliste vom 9. Juni automatisch ins Hauptfeld gerückt wäre, oder der Stuttgarter Michael Berrer als Nachrücker antreten müssen.

Bessere Alternative als das Duo Kiefer und Kohlschreiber

Doch keiner der beiden Linkshänder hatte die strengen Nominierungskriterien des DOSB erfüllt. Auch Schüttler hatte sich erst auf den letzten Drücker durch sein überraschendes Vordringen ins Wimbledon-Halbfinale für Olympia empfohlen und war vom DOSB nachnominiert worden. Doch die ITF stellte sich stur. Obwohl immer mehr Spieler absagten und Schüttler hätte nachrücken müssen, beharrte sie auf ihrer Position. Dabei spricht für Schüttler viel. Vor vier Jahren hatte er mit Kiefer die Silbermedaille im Doppel gewonnen, und beide wollten unbedingt gemeinsam noch einmal um Medaillen kämpfen.

Ob ihnen das gelingt, steht in den Sternen. Zu den Topfavoriten zählen beide weder im Einzel, in dem alle Spitzenspieler gemeldet haben, noch im Doppel, in dem die Goldmedaille für die amerikanischen Zwillinge Mike und Bob Bryan reserviert scheint. Auf jeden Fall dürften die beiden die bessere Alternative zu der zunächst gemeldeten Kombination Kiefer und Philipp Kohlschreiber sein.

Kohlschreiber hat wohl die Zeichen der Zeit erkannt

Denn wenn zwei auf einer Seite des Netzes gemeinsame Sache machen, dann hilft es, wenn sich die Partner nicht nur auf dem Platz, sondern auch privat gut verstehen. Und daran hapert es bei dem aus der Not geborenen Duo Kiefer/Kohlschreiber. Der kecke Augsburger hatte nach seinem kurzfristigen Aufstieg zur deutschen Nummer eins bei Teamwettbewerben auf Sonderrechte und eine höhere Bezahlung gepocht. Beides hat Kohlschreiber Freunde gekostet.

Kaum war die Meldung publik geworden, dass Schüttler in Peking antreten darf, hat Kiefer das Doppel mit Kohlschreiber aufgekündigt und seinen Wunschpartner Schüttler per SMS zu einer Neuauflage ihrer olympischen Partnerschaft aufgefordert. Kohlschreiber hat wohl die Zeichen der Zeit erkannt. Er sagt wegen seiner Verletzung erst einmal gar nichts. Es ist ein beredtes Schweigen.

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Jahrgang 1948, Sportredakteur.

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